Gym
Uraufführung
von Verena Keßler • in einer Bühnenfassung von Dinah Wiedemann
Sie ist die Protagonistin. Namenlos, denn im MEGA GYM zählt kein Vorleben, nur der aktuelle Körperstatus. Ihre Vergangen heit ist ein Sammelsurium aus Fehlentscheidungen, ihr Jetzt ein weicher Chips-Bauch. Nach dem Verlust ihres Agenturjobs sucht sie Arbeit dort, wo alles eine Lösung hat: im MEGA GYM, einem Hochglanztempel des Körpers, in dem Erlösung nach Schweiß riecht und jede Sünde wegtrainiert werden kann. Um ihren nicht-mega-tauglichen Bauch zu erklären, erfindet sie eine Schwangerschaft. Studiobesitzer Ferhat, Feminist, ist gerührt: Eine alleinerziehende Frau, die „trotz allem“ wei termacht. Er stellt sie ein und überreicht ihr den heiligen, personalisierten Trainingsplan. Plötzlich scheint alles perfekt: definierte Körper, harmlose Tresenflirts, keine Überstunden. Doch bald wollen alle Babyfotos sehen. Namen hören. Geschichten. Als Bodybuilderin Vick auftaucht, wird klar: Das Fake-Kind ist nur das kleinste ihrer Probleme. Aus Bewunde rung wird Neid, aus Neid Konkurrenz, aus Selbstoptimierung Fanatismus. Die Arbeit am Körper wird zum Wahn. Sie will nicht mehr nur dazugehören. Sie will die Beste sein – und ihre dunkle Seite zeigt sich.
Verena Keßlers „Gym“ erzählt von Obsession, Ehr geiz und Selbstzerstörung. Die gefeierte Regisseurin Jessica Weisskirchen begibt sich mit ihrem Team auf die Suche nach einer Ersatzreligion: Wenn das Leben außer Kontrolle gerät, bleibt der Körper und der Glaube, ihn beherrschen zu können.
Premiere am 13. November 2026
mit: Enea Boschen (Ich), Enrico Spohn (Ferhat / Thomas), Anna Hauner (Milli / Emilia), Renate Knollmann (Swetlana)
- Regie
- Jessica Weisskirchen
- Bühne und Kostüme
- Wanda Traub
- Choreografie
- Hannes-Michael Bronczkowski
- Dramaturgie
- Dinah Wiedemann