Der Tiefseefisch
von Marieluise Fleißer
Die Schriftstellerin Gesine lebt mit dem Publizisten Laurenz in einer Beziehung, durch die sich das zwischenmenschliche Gift zieht. Laurenz ist von Gesine finanziell abhängig und beu tet sie aus. Was er sich nicht leisten kann, muss sie bezahlen. Damit richtet er sie finanziell zugrunde. Er ist ein Pedant, der nicht von der Stelle weicht und sie dafür verantwortlich macht, dass sich seine Artikel nicht mehr verkaufen. Gesine muss die Beziehung tragen und ertragen, dass Laurenz sie demütigt und kleinhält. Mitten im aufkeimenden Faschismus der 1930er-Jahre steht Gesine zwischen zwei politischen Lagern, die auf ihr Schreiben einwirken. Einengende private und politische Verhältnisse verschränken sich in Gesines Leben. Das Stück der Ingolstädter Autorin besticht durch eine erstaunlich präzise Sprache und eine angsteinflößende Nähe zu modernen gewaltvollen Beziehungen. In „Der Tiefseefisch“ verhandelt Fleißer ihre eigene Biografie und ihre Beziehung zum Journalisten Hellmut Draws-Tychsen und macht dabei die privaten, politischen und schriftstellerischen Einschränkungen ihres Lebens erfahrbar.
Lorenz Leander Haas hat 2026 sein Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ abge schlossen. 2025 hat er bereits am Stadttheater Ingolstadt „Das Gewicht der Ameisen“ inszeniert. Die Arbeiten des Nach wuchsregisseurs zeichnen sich durch ein präzises Sprachge fühl und eine temporeiche Herangehensweise aus. Mit viel Feingefühl widmet er sich diesem Fleißer-Stoff, der zwischen Psychodrama und Satire auf den Literaturbetrieb wandelt.
Premiere am 8.1.2027
- Regie
- Lorenz Leander Haas
- Dramaturgie
- Julia Just