Jazz und Literatur: Streiten
von Svenja Flaßpöhler
In Kooperation mit den Jazzfreunden Ingolstadt • mit Alexander Wittges Trio
„In jedem Streit, der diesen Namen verdient, gibt es einen entscheidenden Augenblick. Es handelt sich um einen Moment nicht länger als ein Wimpernschlag, der das ganze Leben enthält, in dem alle Erfahrungen, die ein Mensch gemacht hat, aufgehoben sind. Die Entscheidung, jetzt, in dieser Millisekunde, lautet: Bleiben oder gehen. Das Bündnis halten – oder kappen. Worte finden, die, auch wenn sie klar und hart sind, ein Weiter ermöglichen – oder die Anstrengung unterlassen. Wie geht Streiten heute? Svenja Flaßpöhler, eine der streitbarsten Denkerinnen, appelliert persönlich, philosophisch und pointiert für mehr richtigen Streit. „Warum also streite ich? Davon und von der Frage, was Streiten heißt, handelt dieses Buch.“
Svenja Flaßpöhler gilt als streitlustig, als jemand, der gerne angreifbare Positionen vertritt. Doch in ihr wohnt eine ganz andere Erfahrung: die eines Trennungskinds, das mit der Angst vor Streit und Eskalation aufgewachsen ist. In ihrem persönlich-philosophischen Essay zeigt sie, dass über das Streiten nachzudenken vor allem heißt, sich von Illusionen zu befreien. Ein Streit ist kein herrschaftsfreier Diskurs, sondern es geht um Macht: Der Abgrund der Vernichtung ist immer als Möglichkeit präsent. Gleichzeitig ist es gerade der Streit in seiner Unversöhnlichkeit, der uns vorantreibt und Veränderung bewirkt. Ein flammendes Plädoyer für Lebendigkeit, Mut und den Eros des Ringens.
Emilia Roig ist promovierte Politikwissenschaftlerin und Autorin der Bestseller „Why We Matter“ (2021) und „Das Ende der Ehe“ (2023). Roig ist Autorin zahlreicher Publikationen auf Deutsch, Englisch und Französisch und wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des Philosophie Magazins sowie Gründerin und Co-Geschäftsführerin des neuen Berliner Philosophie-Festivals Philo.live!. Zuletzt erschienen von ihr u. a. „Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren“ und „Die potente Frau. Für eine neue Weiblichkeit“. Für „Mein Wille geschehe. Sterben in Zeiten der Freitodhilfe“ erhielt sie den Arthur-Koestler-Preis. Svenja Flaßpöhler lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Es liest Berna Celebi
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