Yoldaş – Frauen, die einander halten
Eine poetische Solo-Performance, die Musik und Film verbindet
„Das, was BMW zu dem machte, was es heute ist, das waren wir“, sagt Emine Ulusen, die 38 Jahre lang Arbeiterin im BMW‐Werk München war. Zusammen mit Evgenia Karakolidis und Anayurt Kırımli gehört sie der ersten Generation von Gastarbeiter*innen in Deutschland an. Sie sind Yoldaş – Freundinnen und Wegbegleiterinnen. Der Großteil ihres Lebens spielte sich im BMW‐Werk ab, wo sie Zeiten der Sprachlosigkeit, psychischer Verausgabung und harter körperlicher Arbeit erlebten.
Die Sängerin Nihan Devecioğlu wuchs als Enkelin türkeistämmiger Arbeiter*innen im Umfeld des Werks auf. In Yoldaş schafft sie einen poetisch‐musikalischen Raum für Erinnerungen – an ihre eigene Kindheit im München der 1980er‐Jahre und an die Frauen, deren Arbeit bis heute unsichtbar blieb. Frauenstimmen, kombiniert mit Maschinengeräuschen und dokumentarischem Filmmaterial, fügen sich zu einer lebendigen Collage der Zeitgeschichte und werden zugleich Ausdruck von Selbstermächtigung und weiblicher Solidarität.
Für dieses Stück nahm Nihan Devecioğlu Bild‐ und Tonmaterial im BMW‐Werk auf und verwandelte die Geräusche der Fabrik in eine musikalische Komposition und atmosphärische Klanglandschaft.
Konzept, Interviews, Performance, künstlerische & musikalische Leitung: Nihan Devecioğlu
Videokunst & Kamera: Cana Bilir‐ Meier, Tizian Stromp Zargari
Mitarbeit Musik & Konzept: Alexey Kokhanov
Mitarbeit Regie: Frank Abt
Dramaturgie: Viktorie Knotková
Szenografie: Ragna Heiny
Künstlerische Produktionsleitung: Rat & Tat Kulturbüro