Adieu, Großes Haus!

Am 31. Mai fällt der letzte Vorhang im Großen Haus.

Zwischen Abschied und Anfang: Am 31. Mai fällt im Großen Haus des Stadttheater Ingolstadt vorerst der letzte Vorhang. Auch die Werkstattbühne schließt zum Ende der Spielzeit, ab 2027 folgt der Festsaal. 

Mit der kommenden Spielzeit 26/27 brechen wir auf – ins Theater am Glacis. Ein Haus mit eigener Geschichte, 2023 aus St. Gallen zu uns gekommen – das sogenannte „Geschenk des Himmels“, das am Künettegraben seine neue Bestimmung findet.

Der Umzug bedeutet mehr als einen Ortswechsel. Abschied von vertrauten Wegen hinter der Bühne. Licht- und Tontechnik aus dem Großen Haus werden abgebaut, transportiert, neu gedacht, neu verkabelt. Zusätzliche Räume müssen entstehen: Lager, Rückzugsorte, Arbeitsplätze. Viele Hände arbeiten daran, dass aus einem Gebäude wieder ein lebendiges Haus wird. Ein Haus für Geschichten. Ein Haus für Sie. 

Wir wissen noch nicht bis ins Detail, was hier möglich sein wird. Wir kennen die Abläufe nicht, werden lernen müssen, ausprobieren, scheitern, neu ansetzen. Doch genau darin liegt eine besondere Kraft. Ein neuer Raum öffnet ein neues Spektrum an Möglichkeiten – für andere Perspektiven, andere Begegnungen, für eine noch stärkere Öffnung in die Stadt. Damit wir in der neuen Umgebung ankommen und zugleich Vertrautes bewahren können, eröffnen wir die Saison mit zwei Wiederaufnahmen: „Die Zauberflöte“ und „Kasimir und Karoline“.

Mit dem Auszug aus dem Hämer-Buro-Bau ist das Junge Theater ohne eigene Spielstätte, Abendspielplan und Junges Theater werden sich die verbleibenden Räume teilen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch diese Lösung ist nur vorübergehend: Die Nachfrage von Schulen, Kitas und Familien übersteigt bereits jetzt die Kapazitäten. Das Junge Theater vermittelt gemeinsam mit der Abteilung „Mitmachen und künstlerische Vermittlung“ ästhetische Erfahrungen und soziale Kompetenzen über den Theaterbesuch hinaus. Um diesem Auftrag langfristig gerecht zu werden, braucht das Junge Theater wieder eine eigene Spielstätte – denn ein Theater für alle braucht auch Raum für alle.

Mit dem Umzug ins Theater am Glacis öffnen wir eine neue Tür – und laden Sie ein, mit uns hindurchzugehen. In der Hoffnung, eines Tages wieder in den sanierten Hämer-Buro-Bau zurückkehren zu dürfen.