Kurze Interviews mit fiesen Männern / © Ritchie Herbert

Kurze Interviews mit fiesen Männern

David Foster Wallace

Schon bevor »Toxische Männlichkeit« in den Medien diskutiert wurde, schrieb David Foster Wallace seinen Erzählband »Kurze Interviews mit fiesen Männern«. Seine mit unerschöpflicher Phantasie gestalteten Figuren kreisen unermüdlich am Abgrund, offenbaren in fiktiven Interviews Bedürfnisse, Fantasien und Ängste, sprechen ungeschminkt über sexuelle Beziehungen und Traumata. Zynisch und humorvoll präsentiert Wallace Hochneurotische, Junge, Alte, Schüchterne und Machos, die von Aufreißtaktiken, dem Vatersein und Schwimmbadpeinlichkeiten erzählen. Hier geben sich Überheblichkeit und Selbstzweifel die Hand. »Mich interessieren diese Minidramen der Männlichkeit gegen und wegen multipler Chauvinismen unserer Gesellschaft. Ist das Prinzip Mann noch zu retten oder kann das weg?«, fragt Regisseurin Pia Richter.

Der 1962 geborene David Foster Wallace zählte zu den einflussreichsten, und innovativsten Autoren der modernen amerikanischen Literatur. Mit seinem Mammutwerk »Unendlicher Spaß« erlangte er große Bekanntheit. Nach langjähriger Alkoholabhängigkeit und Depression nahm er sich 2008 das Leben.

Triggerwarnung:

Diese Inszenierung enthält explizite Erwähnung körperlicher, seelischer oder sexualisierter Gewalt. Es werden u.a. sexualisierte Gewalthandlungen geschildert, die belastend und retraumatisierend wirken können.

Bitte beachten Sie, dass bei diesem Stück Stroboskopeffekte zum Einsatz kommen.

 

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Regie: 
Pia Richter
Dramaturgie: 
Sarah Schnoor
Ausstattung: 
Heloá Pizzi Mauro, Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Bernadette Wildegger
Premiere am ,
Hinterbühne / Großes Haus
Donaukurier – 08.06.2021
»Jan Beller brilliert in ›Kurze Interviews mit fiesen Männern‹ am Stadttheater Ingolstadt«

»Es sind Protokolle fieser, selbstmitleidiger, tragikomischer, niederträchtiger, sehnsuchtsvoller Egomanen. Sie bleiben namenlos und austauschbar. Es geht um Macht und Ohnmacht, Versagensängste und Neurosen, Gewalt und Geheimnisse, Verletzungen und Fantasie. Und Jan Beller spielt sich durch all diese Biografien mit einer bewundernswerten Lässigkeit, mit ungezügelter Energie, mit anarchischem Witz und großer Dramatik. Dabei macht er das Publikum nicht nur zu Voyeuren, sondern auch zu Komplizen. […] Für das Publikum ist ›Kurze Interviews mit fiesen Männern‹ eine emotionale Achterbahnfahrt. Man ist erstaunt, entsetzt, berührt, belustigt von diesen schonungslosen Bekenntnissen. Und immer wieder fasziniert von Jan Bellers schillerndem Spiel, wie er seine Männer um Kopf und Kragen reden lässt. Und wenn er am Schluss Lou Reeds ›Perfect Day‹ singt, dann ist das auch das Ende eines perfekten Theaterabend.«

Kulturkanal – 10.06.2021
»Perfekt gemacht.«

»Eindrucksvoll hat uns Jan Beller diese ›fiesen Männern‹ vorgeführt, aber immer wieder mit den unterhaltsam-komischen Einlagen als Toilettenmann die Stimmungskurve angehoben. Perfekt gemacht.«