Frankensteins Braut (UA) / © Jochen Klenk

Frankensteins Braut (UA)

Ein Musical von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text)

Nach dem Scheitern seiner Ehe lebt Henning in einer neuen Beziehung mit Maria. Seine Exfrau Carola, die Mutter der gemeinsamen Kinder Sophie und Joscha, versucht zum Wohle aller, gute Miene zu machen und abgesehen von den gelegentlichen Sticheleien mit beiden befreundet zu sein. Sophie, die Medizin studiert, versteht sich wunderbar mit Maria, Joscha kann der »Neuen« nicht unbedingt viel abgewinnen. Als bei Maria ein inoperabler Hirntumor diagnostiziert wird, gerät der Frieden in der Patchworkfamilie ins Wanken. Die Ärzte geben Maria höchstens drei Monate, doch Sophies Doktorvater schlägt eine innovative, noch nicht erprobte Behandlungsmethode vor, bei welcher der Frontallappen durch ein elektronisches Implantat ersetzt wird.

Das Stadttheater Ingolstadt hat den Berliner Autor Peter Lund und den Komponisten Wolfgang Böhmer zum Wissenschaftsjahr 2022 beauftragt, ein Musiktheaterstück zum Frankenstein-Mythos zu schaffen. Entstanden ist ein mitreißendes Stück über die großen Themen, die uns in dem bekannten Roman der Autorin Mary Shelley begegnen: das Überwinden des Todes mit Hilfe der Wissenschaft, Verantwortung für das eigene Handeln und nicht zuletzt Liebe.

»Schöne neue Welt: Wir sind auf dem Weg, das ewige Leben zu finden. Aber die Frage bleibt die alte: Könnten wir das auch ertragen?«, sagt Autor und Regisseur Peter Lund.

 

Antje Rietz spricht Mary Shelleys Vorwort zur 2. Ausgabe ihres Romans »Frankenstein« (1831).

Regisseur Peter Lund über seine Gedanken zum ewigen Leben und Mensch-Maschine-Beziehungen.

Regie und Text: 
Peter Lund
Musik: 
Wolfgang Böhmer
Musikalische Leitung und Dirigat: 
Damian Omansen
Bühnenbild: 
Jürgen Kirner
Kostüme: 
Daria Kornysheva
Bühnenbildassistenz: 
Allison Woodburn
Dramaturgie: 
Kolja Buhlmann
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 150 Minuten, mit Pause
Donaukurier – 05.12.2022
»Nahbar und realistisch«

»Denn das Entsetzen des technischen Fortschritts gelangt auf leisen Sohlen in dieses Stück. Keine Lust an Gothic ist zu spüren, an geheimnisvoll leuchtenden Retortengläsern und zischenden Funken, die künstliches Leben entzünden. Gezeigt wird vielmehr ein ziemlich normales familiäres Kammerspiel zwischen Wohnküche und Schlafzimmer, das neue medizinische Entwicklungen aus dem Gleichgewicht bringt. [...] Das Stück ist zweigeteilt, zeigt die Situation vor der Operation und dann nach dem Einsatz des Gehirnimplantats. Das leise sich steigernde Grauen kommt dabei nur deshalb auf, weil die Familie so normal ist, weil die Menschenso nahbar und realistisch geschildert werden.«

Kulturkanal Ingolstadt – 05.12.2022
»Hinreißend umgesetzt«
»Peter Lund hat als Autor und Regisseur erstaunlich differenzierte Charaktere geschaffen, die von diesem fünfköpfigen Ensemble hinreißend umgesetzt werden.«