Der Hauptmann von Köpenick

Carl Zuckmayer

Ein deutsches Märchen in drei Akten

Ein Teufelskreis: Frisch aus dem Knast entlassen, wo er wegen Urkundenfälschung einsaß, will der Schuhmacher Wilhelm Voigt von vorn anfangen. Er setzt alle Anstrengung daran, einen Job zu finden. Leichter gesagt als getan, denn der Ex- Kriminelle steht ohne Pass da. Kein Pass – keine Arbeit, keine Arbeit – keine Papiere. So läuft das nun mal. Weil er an seine Papiere gelangen will, wird er rückfällig: Er bricht im Polizeirevier ein, wird erwischt und landet für weitere zehn Jahre hinter Gittern. Endlich entlassen, geht die Chose von vorne los. So sehr er sich bemüht, wieder in die Gesellschaft integriert zu werden – nichts klappt. Keiner in der Metropole Berlin hat auf einen arbeitslosen, vorbestraften Schuster gewartet. Das Resozialisierungsprogramm scheitert auf ganzer Linie. Voigt hat nichts mehr zu verlieren – und unterwandert frech die starre Bürokratie. Er schlüpft in eine respektable Militäruniform, besetzt mit einem Trupp Soldaten das Rathaus, verhaftet den Bürgermeister und die »Köpenickiade« nimmt ihren Lauf. »Lasst uns vom Menschen reden«, dieses Motto stellt Zuckmayer seinem Stück voran. Der Mensch Wilhelm Voigt will dazugehören, darf aber nicht. Er will nicht revoltieren, will sich anpassen. Keinen interessiert das. »,Mensch ick häng‘ an meene Heimat jenau wie du, aber s‘ solln mir mal drin leben lassen!‘ sagt Voigt im Gespräch mit seinem Schwager Hoprecht. Diese Aussage ist aktuell seit es Menschen und den Begriff Heimat gibt«, so Regisseur Andreas von Studnitz. Der Hauptmann von Köpenick ist ein Don Quijote, der mit erfrischender Respektlosigkeit dem bürokratischen Staatsapparat ein Schnippchen schlägt.

Regie: 
Andreas von Studnitz
Ausstattung: 
Mona Hapke
Dramaturgie: 
Katharina Solzbacher
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Linda Thaller
Premiere am ,
Freilichtbühne im Turm Baur