Im weissen Rössl

Singspiel von Erik Charell und Ralph Benatzky

Hochsaison in St. Wolfgang. Im "Weißen Rößl" versucht der Oberkellner Leopold dem Ansturm der Gäste Herr zu werden. Er ist in seine Chefin, die Wirtin Josepha verliebt, die aber ihren Stammgast Dr. Siedler bevorzugt. Dieser wiederum beginnt sofort nach seiner Ankunft einen heftigen Flirt mit der samt ihrem kauzigen Vater eingetroffenen Ottilie Giesecke. Der alte Trikotagenfabrikant Giesecke ist über diese Entwicklung nach anfänglichem Widerstand erfreut, da Dr. Siedler daheim in einem Prozess seinen Konkurrenten Sülzheimer vertritt und den Vater seiner Angebeteten doch wohl nicht zu hart attackieren wird! Neue Aspekte ergeben sich, als Giesecke vom alten Sülzheimer aus Berlin einen Brief bekommt, in dem vorgeschlagen wird, die Streitigkeiten dadurch zu beenden, dass Ottilie den Sohn Sülzheimers, den nugnen Sigismund, zum Mann nehme. Schon ist auch Sigismund angekommen, der sich zu Dr. Siedlers Freude aber gar nicht für Ottilie , sondern für Klärchen, die Tochter eines gewissen Professor Hinzelmann begeistert. Für weitere Aufregung sorgt der kurzzeitige Aufenthalt des Kaisers im "Weißen Rößl". Doch der eifersüchtige Leopold verpatzt seine Begrüßungsrede, als er Dr. Siedler neben Josepha stehen sieht. Der Kaiser hingegen gibt sich leutselig und hört sich sogar Josephas Liebes- und Leidensgeschichte an. Diese erkennt schließlich, dass Dr. Siedler nicht sie, sondern eben doch Ottilie liebt und entscheidet sich endlich für Leopold. So stehen drei glückliche Paare am Ende... Das 1930 ín Berlin uraufgeführte Singspiel von Erik Charell und Ralph Benatzky, das sich ein in jener Zeit höchst erfolgreiches und heute längst vergessenes Lustspiel zur Vorlage nahm, markiert den Übergang von der traditionellen Operette zu einer frühen Form des Musicals. In ironisierender, klamaukhafter Handlung wird eine "gute alte Zeit" und Landidylle beschworen, wie man sie im großstädtischen Berlin damals nur als Urlaubsprospekten kannte bzw. kennt. Schlager wie "Was kann der Sigismund dafür", "Es muss was wunderbares sein", "Die ganze Welt ist himmelblau", "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" und natürlich "Im Weißen Rößl am Wolfgangsee" bereitetem dem Singspiel einen bis heute andauernden Siegeszug um die Welt. Gerade für ein Schauspielensemble bietet das WEIßE RÖßL (in Ingolstadt zuletzt 1986 im Spielplan,) zahllose Möglichkeiten, Komikertalente wie Sangesbegabungen in den Dienst einer mitreißenden Sommerunterhaltung zu stellen.
Regie: 
Peter Rein
Musikalische Leitung: 
Stephan Kanyar
Choreografie: 
Verena Rendtorff
Bühne: 
Konrad Kulke
Kostüme: 
Konrad Kulke
Premiere am ,
Großes Haus