Der Bärenbeerenmaler

Mobiles Kinderstück von Beatrice von Moreau

ab 4 Jahren

Uraufführung: DER BÄRENBEERENMALER Kinderstück von Beatrice von Moreau Der kleine Bär ist eifersüchtig. Seine Eltern haben nur noch Zeit für seine neugeborene Schwester. Also muss er sich etwas ausdenken, um wieder ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Mit rotem Beerensaft malt er ihr ganzes Schlafzimmer aus. Das gibt Ärger, und vor lauter Kummer verlässt der kleine Bär nachts sein Elternhaus. Die Eltern glauben an eine Entführung - der Bärenhauptkommissar wird gerufen und macht alles nur noch schlimmer. Erst nach langem Suchen findet man den kleinen Bären wieder. Er wollte ein wenig Honig stehlen und fiel dabei vom Baum. Nach seinem Krankenhausaufenthalt beim Bärenprofessor freut er sich wieder auf zu Hause und seine kleine Schwester. Darüber hinaus steht schon ein wunderschöner Malkasten für ihn bereit. Vielleicht wird er ja einmal ein berühmter Bärenbeerenmaler. Beatrice von Moreau wurde 1974 in München geboren. Sie studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und am Conservatoire National d’ Art Dramatique in Paris. In Paris war sie als Autorin und Regisseurin am „atelier theatral d’ Argenteuil“ beteiligt, einem Theaterprojekt mit Kindern aus den Banlieus von Paris. Seit 2000 lebt sie als freie Schauspielerin und Autorin in Berlin. Mit der deutsch-brasilianischen Co-Produktion „Ein Hungerkünstler“ erhielt sie kürzlich den Jurypreis des Arenafestivals in Erlangen. Wie „Pettersson und Findus“ spielen wir auch „Der Bärenbeerenmaler“ mobil in Kindergärten, Tagesstätten und Grundschulen.
Regie: 
Tim Heilmann
Bühne: 
Tim Heilmann
Kostüme: 
Tim Heilmann
Premiere am ,
Down-Town
Dauer: 40 Minuten
KULTURKANAL INGOLSTADT – 03.12.2007
MOREAU/DER BÄRENBEERENMALER
In der Nachfolge der mobilen Kindertheaterproduktion von „Petterson und Findus“, und vom selben Regisseur, Tim Heilmann, inszeniert, hatte gestern Nachmittag „Der Bärenbeerenmaler“ Premiere. Es ist die Uraufführung eines Erzählstücks der in Berlin lebenden Autorin und Schauspielerin Beatrice von Moreau. Sascha Römisch und Julia Maronde spielen einen Mann und eine Frau, die sich zufällig treffen und Bärenmama und Bärenpapa, Tante Frida, den Bärenpolizeihauptkommissar, die Eule, den Fuchs, den Bärendoktor und die Bären-Krankenschwester und dazu noch die Puppenspieler des kleinen Teddybären spielen – und das alles so liebevoll, amüsant und mit subtilen darstellerischen Finessen und zauberhaft einfachen Ausstattungseinfällen, dass nicht nur Kinder ab 4 Jahren, sondern auch die Erwachsenen eine fröhlich-unterhaltsame Dreiviertelstunde genießen können. Eine Frau in braunem Hosenanzug sitzt am Rand einer Sandkiste, ein Spaziergänger kommt dazu, bietet ihr Bonbons an, doch die Frau ist traurig. Da versucht er eine Geschichte zu erfinden, um sie abzulenken. Und er animiert sie, diese Geschichte mit zu entwickeln und mitzuspielen. Ihre Hüte machen deutlich: Er ist ein Bärenvater, sie die Bärenmutter. Ein Einstieg ist gefunden. Dann sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Ein neuer Hut: Tante Frida. Bald wird das Bärenkind aus der Sandkiste gezogen, es spricht mit Sascha Römischs veränderter Stimme und wird von beiden Darstellern abwechselnd mit verdecktem Handspiel ganz putzig bewegt. Später kommt noch ein kleineres Bärenkind zum Vorschein, das neugeborene Schwesterchen, auf das der kleine Bär eifersüchtig ist. Weil er sich vernachlässigt fühlt, malt er das Bärenhaus mit eingekochter Beerenmarmelade an, flieht in den Wald, zieht sich eine Gehirnerschütterung zu , wird schließlich im Krankenhaus wieder gefunden und natürlich findet alles auch ein pädagogisch zufrieden stellendes Happy End. Aber nicht nur, dass die Geschichte ein weit verbreitetes Erziehungsproblem zum Thema hat, macht diese Theaterproduktion so reizvoll, sondern mit welch zauberhaft improvisierten und daher ungemein charmanten Mitteln sie erzählt wird. Eine weiße Waldsilhouette aus Papier wird überraschend an der Sandkiste ausgeklappt, und schon marschiert der kleine Bär durch den Wald, und der Menschen- und Bärenmann hält einen Apfelschnitz als Mond und eine Mandarine als Sonne über den Bärenwald: Poesie, ganz ohne Musik und Lichteffekte. Besonders vergnüglich ist auch, dass die Ebene, dass da zwei Erwachsene Kontakt zueinander suchen, indem sie eine Geschichte erzählen und spielen, immer wieder unterschwellig ins Spiel kommt. Mal spielt Julia Maronde, dass sie nicht gleich kapiert, wie die Geschichte weitergehen soll,oder sie weigert sich auch mal kokett, als Bären-Krankenschwester zu fungieren, um dann die Chance zu nützen, den Menschenmann als Bärenprofessor anzuhimmeln. Sie genießt ihre Rolle als Eule mit grauem Pelzkragen und dicken Brillengläsern und geht so in ihrer Rolle als Füchsin auf, dass sie sich wie ein Vamp in Tango-Ekstase in die Arme des Bärenvaters fallen lässt , bis der Mann als Bärenvater sanft ihren Fuchspelzbemützten Kopf in beide Hände nimmt um ihr zu signalisieren: Jetzt reicht es aber wieder mit dem erotischen Plapperfüchschen. Kein Wunder, dass sich die beiden Menschen nach ihrem reizenden Bärenbeerenmaler-Spiel wiedertreffen wollen – sie haben es mithilfe von Regisseur Tim Heilmann und den beiden einfühlsamen Darstellern Sascha Römisch und Julia Maronde nicht nur für sich, sondern auch für das Publikum bestens geschafft, alle Anflüge von Herbst-Depression zu vertreiben. Die mobile Produktion „Der Bärenbeerenmaler“ kann von Kindergärten, Kitas und Grundschulen eingeladen werden und wird auch im freien Verkauf gespielt. Und ich find's als adventliches Familien-Event vieel schöner als Weihnachtsmarktrummelgehen. (Isabella Kreim)