Ronja Räubertochter

Kinderstück nach Astrid Lindgren

ab 6 Jahren

Kinderstück nach Astrid Lindgren (für Kinder ab 6 Jahren) Am 14. November 2007 würde Astrid Lindgren 100 Jahre alt werden. Nicht zuletzt deshalb wollen wir in diesem Jahr ein Werk der bedeutenden schwedischen Kinderbuchautorin auf die große Bühne bringen. „Ronja Räubertochter“ (1981) war nach „Pippi Langstrumpf“, „Michel aus Lönneberga“, „Karlsson vom Dach“, „Wir Kinder von Bullerbü“, „Ferien auf Saltkrokan“, „Madita“ und vielen, vielen anderen Titeln, Astrid Lindgrens letzter großer Kinderbucherfolg. Mitten im wilden Räuberwald lebt Ronja, die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis. Dort wohnt sie als einziges Kind in der Mattisburg, die, als sie geboren wurde, mit einem mächtigen "Rumms!" von einem Blitz in der Mitte gespalten wurde. Doch immer in der Burg mit den Räubern hausen ist der heranwachsenden Ronja zu langweilig. Das wilde, zärtliche und sehr dickköpfige Mädchen wagt schon bald den Schritt hinaus in eine Welt voller Abenteuer und Gefahren. Auf ihren Streifzügen lernt Ronja die Schönheit, aber auch die Gefahren des Waldes und dessen unheimliche Geschöpfe wie Wilddruden, Graugnomen und Rumpelwichte kennen. Eines Tages bemerkt Ronja, dass im abgerissenen Teil der Burg auch andere Menschen wohnen. Hier trifft sie Birk, einen Jungen in ihrem Alter. Dessen Vater ist ebenfalls Räuberhauptmann, der Anführer der verfeindeten Borka-Sippe. Nach und nach werden die Kinder in den jahrealten Streit der Eltern hineingezogen. Zuerst wünscht Ronja zwar die ganzen Borkas zum Donnerdrummel, aber bald verbindet Ronja und Birk eine tiefe Freundschaft, die sie auch gegen den Zorn ihrer Väter verteidigen. Gemeinsam bestehen sie viele Abenteuer und am Schluss gelingt es ihnen sogar, die zerstrittenen Räuberbanden zu vereinen.
Regie: 
Philippe Besson
Bühne: 
Henrike Engel
Kostüme: 
Henrike Engel
Musikalische Leitung: 
Andreas Dziuk
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 70 Minuten
NEUBURGER RUNDSCHAU – 12.11.2007
MÄRCHENHAFT UND GRUSELIG
Am Ende ist alles gut: Ronja Räubertochter und Birk Borkasohn haben zu guter Letzt dem unmoralischen Räuberberuf ihrer Eltern abgeschworen, sind endlich ein akzeptiertes Paar und dürfen "Eigentlich ist es ganz leicht" aus voller Kehle singen. Am Anfang lautete der Text des eigens für die Inszenierung am Theater Ingolstadt komponierten Liedes (Musik: Andreas Dziuk) noch ganz anders: "Manchmal ist es gar nicht so leicht." Zumindest, wenn man als Tochter des berüchtigten Räuberhauptmanns Mattis (Toni Schatz) geboren wird und sich in Birk verliebt - denn der ist der Sohn des verfeindeten Anführers der Borkaräuber, die auch noch in die durch einen "Höllenschlund" getrennte andere Burghälfte eingezogen sind. Hinzu kommen Wilddruden, Graugnome und Rumpelwichte, die den Wald bevölkern und Ronja um ein Haar das Leben kosten. Regisseur Philippe Besson inszeniert den Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren kurzweilig, lustvoll und ein wenig gruselig. Märchenhaft erheben sich die Rumpelwicht-Puppen mit ihrem Frage-Chorus "Wieso tut sie su? Wiesu denn bluß?" aus der Bühnentiefe, Batman-artig senkt sich ein bedrohlicher Wilddrude aus dem Nachthimmel auf Ronja herab. Und vor der Mattisburg werden die Räuber von Ronjas Mutter Lovis (Sabine Weitzel) mitten im Winter Slapstick-mäßig zum Waschen getrieben. Kaja Schmidt-Tychsen spielt die aufgeweckte, dickköpfige und dann wieder zarte Ronja mit dem nötigen drive, Enrico Spohn gibt einen wunderbar verschmitzten und athletischen Birk. Einen schönen Kontrast zur massiven Mattisburg schafft Henrike Engel mit ihrem Wald aus Stoffstreifen. Faszination löst bei den Kindern der Nebel aus, der sich von der Bühne langsam in den fast vollbesetzten Zuschauerraum ausbreitet: Da hält es die kleinen Theaterbesucher nicht mehr auf ihren Sitzen. Für die Mädchen und Buben geht es nach langem Applaus weiter, denn zum ersten Mal hat das Theater Ingolstadt auch für sie eine Premierenfeier auf die Beine gestellt. Das Foyer wird von den Räubern heimgesucht, die sich dort aber als weniger wilde, denn charmante Spielgesellen entpuppen. Beim Ratequiz "Eins, zwei oder drei" dürfen die Kinder ihr Wissen über die Welt der Astrid Lindgren unter Beweis stellen. (Volker Linder)