Die Akte Auguste D.

Lesung in Zusammenarbeit mit der Alzheimer-Gesellschaft Ingolstadt

im Medizinhistorischen Museum

2006 jährt sich zum einhundersten Mal die Entdeckung der Alzheimer- Krankheit. Dies wird mit zahlreichen Aktivitäten und Veranstaltungen einhergehen. Die Alzheimer- Gesellschaft Ingolstadt bestreitet den Auftakt mit einer Lesung des Stückes DIE AKTE AUGUSTE D. 1901 legte der Arzt und Hirnforscher Alois Alzheimer eine Krankenakte über einen medizinischen Fall an, der seine Neugierde und seinen Forschergeist weckte. Seine Patientin Auguste Deter zeigt Symptome, die er vorher noch nie beobachtet hatte. Weder in Untersuchungen, noch in langen Gesprächen kommt er der Krankheit auf die Spur. Erst nach ihrem Tod gewinnt er Sicherheit über die bis dahin rätselhafte Krankheit, die seinen Namen erhalten wird. Als die Akte 1997, nach hundert Jahren, wieder gefunden wurde, sorgte der Fall Auguste erneut für Aufsehen, denn die von Alzheimer entdeckte Krankheit hatte inzwischen „Karriere“ gemacht. Das Stück zeichnet das Bild der kranken Auguste D. Erstes dokumentiertes Objekt für den Arzt Alzheimer ist sie doch zugleich vielmehr. Nämlich ergreifendes Dokument menschlichen Verfalls. Das dokumentarische Stück spiegelt die zunehmende geistige Zerrüttung als Selbstentfremdungsprozess. Kernstück des Textes sind die Dialoge zwischen Alzheimer und Auguste, die in ihrer Unmittelbarkeit auch heute noch berühren. Geschaffen wird der surrealistisch anmutende, szenische Ausdruck eines medizinischen Befunds.
Regie: 
Matthias Grätz
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