Der Junge im Bus

Stück für Kinder ab elf Jahren von Suzanne von Lohuizen

Als die niederländische Theatergruppe „Wederzijds“ 1987 einen umgebauten Bus zum Kauf angeboten bekam, wurde die Idee für ein Stück geboren, das seither in ganz Europa vielfach nachgespielt worden ist: „Der Junge im Bus“. Die Enge und Geschlossenheit eines Busses ist ein idealer Spielort, um das Drama einer Kindheit zu erzählen. Die Geschichte handelt von einer problematischen Mutter-Sohn-Beziehung, von Menschen, die vom Alltäglichen so gefordert, so überfordert sind, dass sie aufeinander nicht mehr eingehen können. Wichard hat sich deshalb in sich zurückgezogen und meidet Kontakte. Den jungen Zuschauern erzählt er von seinem Leben im Bus, den ihm seine Mutter vor 20 Jahren zum 12. Geburtstag geschenkt hat. Seitdem leben sie getrennt voneinander. Die Leute sagen von ihm, er sei verrückt – oder behauptet er das nur von sich selber? Wichard vermeidet es so weit als möglich, den Bus zu verlassen. Er fühlt sich von seiner Mutter abgeschoben, den Vater hat er nie kennengelernt. Dafür Onkel Karl, den Lebensgefährten der Mutter, den er nicht mag. Seine einzige Kontaktperson ist Karolien, die ihn versorgt und ihm zuhört, wenn er von seinen Ängsten erzählt, von seinen Alpträumen, von traumatischen Kindheitserinnerungen. Zum Beispiel die Geschichte von seiner geliebten Katze Birne, die ihm seine Mutter weggenommen hat. In seinem Kopf verdichtet sich die Vorstellung, dass die Mutter seinen Vater ebenso fortgeschafft hat wie die Katze. Mit Karoliens Hilfe will er sich auf die Suche nach beiden machen. Und er will sich vom Bild seiner Mutter lösen, das ihn verfolgt.... Auch wir spielen das vielfach ausgezeichnete Kinderstück in einen „ausgemusterten“ INVG-Bus, mit dem wir direkt zum Publikum, d. h. in Ingolstädter Schulhöfe kommen können.
Regie: 
Jürg Schlachter
Bühne: 
Tanja Erdmann
Kostüme: 
Tanja Erdmann
Premiere am ,
Down-Town
Dauer: 60 Minuten
Neuburger Rundschau – 26.01.2006
Eine Busfahrt in die Kindheit
Dass diese Premiere des Jugendstücks "Der Junge im Bus" in der Inszenierung von Jürg Schlachter ein großer Erfolg war, bewies das Lob "Ihr wart besser als das Fernsehen", das eine Schülerin aussprach. Also ein wirklich gelungene Premiere