Cash (Und ewig rauschen die Gelder)

Farce von MIchael Cooney

Eric steckt in einer heiklen Situation. Seit zwei Jahren hat er keinen Job mehr, und seine Frau Linda weiß nichts davon. Dabei geht es ihm finanziell durchaus blendend, nachdem er in seiner Not zufällig eine einträgliche Lücke im Sozialsystem entdeckt hat: In schöner Regelmäßigkeit trifft ein Scheck vom Arbeitsamt für seinen früheren Untermieter ein, obwohl dieser längst nach Kanada ausgewandert ist. Eric kommt auf den Geschmack und erfindet zahllose weitere Hausbewohner mit unterschiedlichen Ansprüchen an das Sozialsystem. Während Linda glaubt, ihr Mann ginge jeden Morgen zur Arbeit wie sie, füllt Eric Antragsformulare aus und erfreut sich der Segnungen des Sozialstaates: Für das fiktive Heer Hilfebedürftiger unter seinem Dach kassiert er Alters-, Invaliden-, Unfall- und Frührente, Schlechtwetter-, Kranken-, Wohn- und Kindergeld. Schließlich droht ihm sein ausgetüfteltes System über den Kopf zu wachsen, und so beschließt Eric, seine Karriere als Sozialgangster zu beenden. Doch es ist bereits zu spät, denn vor der Tür steht der Außenprüfer des Sozialamtes. Nun gilt es, irgendwie den Schein zu wahren und mit viel Improvisationsvermögen das komplexe Lügengebäude vor dem Einsturz zu retten. Es beginnt eine aberwitzige Verwechslungs- und Verwandlungskomödie voll von schwarzem Humor, turbulenter Situationskomik und den unglaublichsten Wendungen. Der britische Autor Michael Cooney, der Sohn des „Boulevard-Königs“ Ray Cooney („Außer Kontrolle“, „Taxi, Taxi“) tritt mit „Cash“ an vielen Bühnen höchst erfolgreich in die „Fußstapfen“ seines Vaters. Premiere: 03. Februar 2006 Großes Haus
Regie: 
Axel Stöcker
Bühne: 
Peer Palmowski
Kostüme: 
Andrea Spanier
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 150 Minuten, mit Pause
Augsburger Allgemeine – 06.02.2006
Und ewig rauschen die Gelder
Regisseur Axel Stöcker - in Ingolstadt mit der "Rocky Horror Picture Show" sowie jüngst "Krach in Chioggia" erfolgreich - lässt alles von der ersten Aufführungsminute an mit einer furiosen Geschwindigkeits ablaufen, Peer Palmowski schuf dazu das unterstützende Bühnenbild. Olaf Danner gibt den nicht nur im übertragenen Sinne ins Schwitzenden kommenden Auslöser des ganzen Tohuwabohus, Adelheid Bräu seine lautstark von einem Schock in den anderen fallende Ehefrau Linda und Aurel Bereuter den auch vor dem Anziehen von Langhaarperücke, Stillbüstenhalter, Umstandskleid und Stützstrümpfen nicht zurückschreckenden Freund und Untermieter Norman. Gregor Trakis ist herrlich chargierend der penible Sozialamtsbeamte Jenkins, dessen Hemmungen nach und nach - dank Sherry-Konsum - fallen, Gesine Lübcke ist seine resolute Chefin. Nicht zu vergessen - in kleinen Rollen, aber nichtsdestoweniger wirkungsvoll agierend - Eva Rodekirchen, Rebecca Kirchmann, Gunter Heun, André Felgenhauer sowie vor allem der famose Karlheinz Habelt.