Die Optimisten

von Moritz Rinke

Eine Gruppe deutscher Reisender ist auf dem Weg zur Globalisierungskonferenz in Bombay. Es handelt sich keineswegs um Pauschaltouristen, vielmehr um moderne Bildungsbürger, die alle auf ihre Weise für sich beanspruchen, die Entwicklungen der modernen, globalen Gesellschaft analysieren zu können: Eine Studentin, ein ange-hender Filmregisseur, eine Radiojournalistin, eine Ärztin ohne Grenzen und ein ehe-maliger 68er, der mittlerweile Ministerialrat ist. Sie sind drauf und dran eine scharfe Resolution gegen die Ausbeutung indischer Bauern durch die basmatireisgen-manipulierenden amerikanischen Agrar-Imperialisten zu formulieren. Doch nun sitzen sie in Lumbini, Nepal, Geburtsort von Buddha, fest. Der Bus steht mit gebrochener Kurbelwelle in der Werkstatt. Man vertreibt sich die Zeit mit Zivilisationskritik und spirituellen Übungen. Doch plötzlich tauchen Waffen auf, verschwinden Hotel-Personal und Busfahrer und ein geladener Wirtschaftsethi-ker erleidet einen rätselhaften Tod. Panik macht sich breit, Beziehungen brechen auseinander. Für das kleine Häufchen tapferer Optimisten beginnt ein grotesker Alp-traum, in dem Realität und Fiktion miteinander verschwimmen. Ein Alptraum, in dem bislang Friedensmarschsozialisierte Menschen plötzlich eine Kalaschnikov im Arm halten und brutal auf den Boden der Wirklichkeit zurückgeholt werden. “Die Optimisten“ ist eine Auftragsarbeit für das Schauspielhaus Bochum. Moritz Rin-ke, Jahrgang 1967, gehört zu den interessantesten jungen deutschen Theaterauto-ren. Für sein Stück „Der Mann, der noch keiner Frau Blöße entdeckte“ wurde er 1997 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Neben seiner Arbeit an Theater-stücken schreibt er auch regelmäßig eine Kolumne für die Wochenzeitung „Die Zeit“. „Die Optimisten“ ist das erste Stück von Moritz Rinke, das am Theater Ingolstadt zu sehen sein wird.
Regie: 
Schirin Khodadadian
Bühne: 
Pia Janssen
Kostüme: 
Pia Janssen
Premiere am ,
Großes Haus