Shakespeare Love Songs

Liederabend von Delia Badilatti und Manfred Manhart

Ich liebe wie im Fieber... Im Studio im Herzogskasten ist das Fieber ausgebrochen. Ein Fieber allerdings, gegen das kein Kraut gewachsen ist. Ein Fieber, das keine Heilung kennt. Und das nur, weil Amor mal kurz ein Nickerchen machen wollte, und seine Liebesfackel für einen Moment unbewacht liegen ließ. Für vier Ensemblemitglieder und einen Musiker kam jede Hilfe zu spät. Die Augen geblendet, das Herz entflammt, sind sie seither auf der Suche nach dem Quell ihrer unersättlichen Sehnsucht, nach dem Objekt ihrer Begierde, der unvergänglichen Liebe, der ganz großen Leidenschaft. Denn der Mensch „ist ein Nichts! Ein Nichts, bleibt er allein.“ Shakespeares Sonette bilden die Grundlage für den Liederabend in der Inszenierung von Intendant Peter Rein, in dem sich alles um diesen ewigen Kampf zwischen Mann und Frau, zwischen Du und Ich dreht. Das Quartett der fiebrig Liebenden, formiert sich immer wieder neu, strebt nach Gleichgewicht und gerät zusehends in Schräglage. „Shakespeare Love Songs“ erzählt die Geschichte von vier Menschen, die alle das Eine wollen und doch nur das andere kriegen: Ein Mann liebt den jüngeren Freund und gleichzeitig die geheimnisvolle Dark Lady. Doch die beiden Geliebten finden ebenfalls Gefallen aneinander, und auch ein unbekannter Rivale hat die Finger im Spiel. Ein Karussell von Leidenschaft und Leiden, von Glück und Verzweiflung, von unendlicher Sehnsucht und zerstörerischer Enttäuschung, von Liebe und Hass, setzt sich in Gang. Das Quartett wird - nicht nur musikalisch - begleitet von Manfred Manhart, der bereits in „Sekretärinnen“ die musikalische Leitung übernommen hatte.
Regie: 
Peter Rein
Musikalische Leitung, Arrangements, Einstudierung: 
Manfred Manhart
Bühne: 
Christina Wachendorff
Dramaturgie: 
Delia Badilatti
Premiere am ,
Studio im Herzogskasten
Augsburger Allgemeine Zeitung – 26.03.2004
Menschlich-musikalisch
...Manfred Manhart, Arrangeur und musikalischer Chef verschiedener Wittenbrink-Produktionen, hat sich zusammen mit Delia Badilatti Shakespeares berühmte wie geheimnisumwitterte Sonette vorgenommen. Sehnsucht, Leidenhscfat, Schmerz, Glut, Entsagen, Lebenslust und Todesangst begleiten die zwei Pärchen auf der Bühne - Manuela Brugger und Aurel Bereuter, Chris Nonnast und Peter Reisser in hingebungsvollster Ausgelassenheit: ein bisschen "Zwölfte Nacht", die "Richtigen" dürfen sich nicht bekommen, Autor Shakespeare streut viel eindeutig Zweideutiges ein. Das Theater läd zum schönsten, androgyn homophilen Vexierspiel im mehrfach gemixten Doppel. ...Peter Rein verzaubert gleichermaßen mit den Spielern wie mit dem Betrachter. Er verzaubert alles Banale und entzaubert das Geheimnisvolle.