Disco Pigs

Jugendstück von Enda Walsh (ab 14 Jahren)

Zwei Siebzehnjährige, die in derselben Minute am selben Tag in derselben Stadt geboren wurden, sind seit diesem Moment unzertrennlich. Pig und Ferklin teilen nicht nur ihr Leben, ihre Sexualität und ihre Sehnsüchte, sie teilen auch ihre ganz eigene Sprache. Und da stehen sie nun in der Welt der Grausamkeiten und wissen nicht, was sie tun (sollen). Arbeit und Geld gibt es nicht, von Heim, Familie und Geborgenheit ganz zu schweigen. So suchen sich die beiden den fun in der Disco und nehmen sich das was sie wollen und brauchen, vom Schnaps bis zur Liebe. Bis es dann doch noch zoom macht zwischen Pig und Ferklin und happy irgendwie. War‘s das? Natürlich nicht. Der Kampf ums kleine Stückchen eigene Glück gerät zur Katastrophe. Der junge irische Autor Enda Walsh schrieb sein Stück „Disco Pigs“ für das kleine Corcadorca-Theater in Cork, dem er als künstlerischer Leiter vorsteht. Über seine Arbeit sagte er: „Wir wollen die Leute an ihre Gefühle erinnern. Ich liebe es, wenn sie im Theater sitzen und traurig oder fröhlich sind. Ich hasse Belehrungen, ich hasse Ideen und Konzepte, das alles hasse ich. Ich liebe es, berührt zu werden, ich liebe das, was direkt zum Herzen geht - und das versuchen wir in unserer Company zu machen. Disco Pigs ist ein Beispiel dafür. Alles Körper und Gefühl. Ich finde, wenn jemand sein Herz zeigen soll, dann lasse ich ihn zusammenbrechen und weinen - und ich liebe dieses Gefühl.“ Über die Uraufführung schrieb Reinhardt Stumm 1998 in „Theater heute“: „Reine Sinnlichkeit, ein Adrenalinschub ohne Ende, Bewegungslust, kindliche Erotik, heiterste Naivität, Schweiß im Schritt und feuchtes Höschen, bebende Angst und zitternde Lust.“ Premiere ist am 12. Juni 2003.
Regie: 
Felix Ritter
Bühne: 
Julia Baus
Kostüme: 
Julia Baus
Musikalische Leitung: 
Christoph Jilo
Premiere am ,
Kleines Haus
Kulturkanal – 16.06.2003
Zarte Euphorie
"Im Erzählen dieser unglücklichen Liebesgeschichte gelingen Felix Ritter und seinen beiden Darstellern sehr schöne Momente der Irritation, der Ratlosigkeit, der zarten Euphorie. Der Ausflug ans Meer, die verzweifelten und liebevollen Bemühungen von Schweini, seiner Kompalina, die er spürt zu verlieren, die Poesie des Augenblicks zum Geschenk zu machen und die gemeinsame Fantasie immer wieder als Basis einer ewigen Zusammengehörigkeit zu mobilisieren (...)."