Offene Zweierbeziehung

von Franca Rame und Dario Fo

Eine Frau und ein Mann. In langen Ehejahren hat man sich aneinander gewöhnt, ist auch ein bisschen abhängig voneinander und manchmal herzlich wenig zugetan. Eigentlich kann es ewig so weitergehen. Doch da kommt die Krise. Er, Giovanni, flüchtet aus dem täglichen Einerlei in ein erotisches Abenteuer. Sie, Antonia, ziemlich unselbständig und frustriert, driftet in die Depression. Da er sich seiner Sache ganz sicher glaubt, schlägt er vor, alle altmodischen Begriffe wie Treue, Moral und Monogamie über Bord zu werfen und eine offene Zweierbeziehung zu führen, die den Partnern den nötigen Spielraum für die eigenen Interessen lässt. Sie stimmt zu, sucht sich eine eigene Wohnung und Arbeit. Und solange er seine Abenteuer leben kann und Antonia wenig Geschick für Nebenbeziehungen hat, geht alles gut. Eines Tages aber eröffnet sie Giovanni, dass sie einen außerordentlich liebenswerten und interessanten Mann kennengelernt habe, mit dem es etwas Ernstes würde. Das ändert die Lage erheblich. Nun kommt er in die Krise, die Vereinbarung scheint nicht mehr gültig, er wird hysterisch. Und dann kommt ihr Geliebter noch in die Wohnung, da brennen alle Sicherungen durch... Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo ist einer der wichtigsten Autoren des zeitgenössischen Volkstheaters, dem er immer wieder neue, wichtige Impulse verlieh. Er schrieb diesen witzigen und theatralisch wirksamen Beitrag zum ewigen Thema des Verhältnisses der Geschlechter vor 15 Jahren. Seitdem hält sich das Erfolgsstück auf den Spielplänen. Partnerschaftsphilosophien und Beziehungsmoden werden satirisch und mit groteskem Witz unter die Lupe genommen und zugleich auf den Grundwiderspruch von Liebe und Eifersucht zurückgeführt. Wortwitz und turbulente, groteske Situationen verknüpfen die unterschiedlichen Zeitebenen und entlarven die Scheinheiligkeit. Nicht zuletzt bietet das Stück zwei tolle Paraderollen, die bei der Uraufführung der Autor und seine Frau spielten. Premiere ist am 22. März 2003.
Bühne: 
Konrad Kulke
Kostüme: 
Konrad Kulke
Regie: 
Dominik von Gunten
Premiere am ,
Studio im Herzogskasten