West Side Story

Musical nach einer Idee von Jerome Robbins

Buch von Arthur Laurents, Musik von Leonard Bernstein, Gesangstexte von Stephen Sondheim

Die Idee, Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ in die New Yorker West-Side-Slums zu transponieren und die feindlichen Montagues und Capulets zu dem Gegensatz zwischen Puertoricanern („Sharks“) und Weißen („Jets“) zu machen, stammt von dem Choreografen Jerome Robbins. Zwischen den Slums liefern sich die verfeindeten Banden unerbittliche Straßenkämpfe, in denen es nicht selten blutig zugeht. Nur der Polizei gegenüber hält man dicht. Maria (Julia) ist Puertoricanerin, Tony (Romeo) ist Weißer. Sie lernen einander bei einem Tanzfest kennen und verlieben sich, obwohl man sie auseinanderreißt. Die Balkonszene findet an den Feuerleitern eines Hinterhofes statt. Ihre Liebe hat keine Chance - Tony wird von einem „Shark“ erstochen. Angesichts seiner Leiche scheint in der Ferne (und in Bernsteins Musik) so etwas wie Versöhnung möglich... In der Musik finden sich Lyrik und Romantik auf der einen Seite, unbarmherzig scharfe Gesellschaftskritik auf der anderen, Melodienseligkeit (Tonys „Maria“) ebenso wie atemberaubende Tanzrhythmen. Im Zentrum des Werks stehen die zu großen Tänzen ritualisierten Kampfszenen. Aus „Romeo und Julia“ wird ein Drama über Jugendkriminalität und Rassengegensätze. „West Side Story“ hatte am 26. September 1957 am New Yorker Broadway Premiere. Neben Bernsteins Anteil an dem Erfolg (berühmt sind außer „Maria“ noch die Songs „Somewhere“, „I feel pretty“, „America“ und „Tonight“) ist jener von Jerome Robbins nicht zu unterschätzen, der sowohl die Uraufführung wie auch die atemberaubende und zehnfach oscargekrönte Filmfassung von 1960 choreografiert hat. Die deutschsprachige Erstaufführung fand 1968 in Wien statt. Das Theater Ingolstadt wagt sich erstmals an eine Eigenproduktion der „West Side Story“, nachdem das Musical bisher nur im Rahmen von Musiktheater-Gastspielen gezeigt wurde. Premiere ist am 14. Dezember 2002.
Regie: 
Renate Louise Frost
Bühne: 
Dieter Klaß
Kostüme: 
Dieter Klaß
Choreografie: 
Sigrun Kressmann
Premiere am ,
Großes Haus
Augsburger Allgemeine – 16.12.2002
Theater der starken Gefühle
„Wieder einmal Theater, das starke Gefühle erlaubt. Wo man richtig teilhaben darf, redlich gerührt und ganz ohne trivialen Beigeschmack ... Renate-Louise Frost will, sucht die klaren Kontraste: da pure Dynamik, dort lauterstes Gefühl. Die Jets handeln ganz in Schwarz, die Sharks unisono rot, mit ein, zwei Farbtupfern bei den Mädchen. Dazu das stark stilisierte Bühnenbild, ebenfalls in Rot, von Dieter Klaß ... ein stark aufgeladener Raum, für eine atmosphärisch ungemein dichte, knisternde Choreographie (Sigrun Kressmann). Hier gelingt beileibe nicht allein durch die beiden Anführer Gregor Trakis (Riff) und Reinhard Maier (Bernardo) starke Präzision, die gesamte Schauspiel-Truppe zeigt beachtliche Tanztheater-Qualitäten.“