Außer Kontrolle

Komödie von Ray Cooney

Wiederaufnahme der turbulenten britischen Erfolgskomödie: Der Tag geht und Richard Willey kommt. In Suite 648 des altehrwürdigen Westminster-Hotels freut sich der Herr Staatsminister und rechte Hand des britischen Premiers auf eine heiße Liebesnacht. Seine Frau Pamela wähnt ihn, übrigens genauso wie sein Chef, in einer bevorstehenden, wichtigen Parlamentsdebatte. Dorthin hat Richard allerdings nur seinen Sekretär George beordert, der ihn telefonisch informieren soll, falls seine Anwesenheit unabdingbar ist. Ansonsten unterliegt seine parlamentarische Abwesenheit höchster Geheimhaltung, denn pikanterweise will er die Nacht mit Jane Worthington verbringen, der Sekretärin des Oppositionsführers. Janes Vorbereitungen für ein störungsfreies Schäferstündchen bestanden darin, ihrem Ehemann Ronnie zu sagen, dass sie die Nacht bei einer kranken Tante verbringe. Es ist also alles bestens vorbereitet, Champagner, Kaviar und ein Dutzend Austern sind bestellt, da klopft es zum ersten, aber wahrlich nicht zum letzten Mal in dieser Nacht an die Tür der Suite. Mühsam wird der Hotelmanager hinaus expediert. Richard sucht die passende Musik, Jane öffnet die Vorhänge, um den Blick über London zu genießen. Doch da stockt ihr der Atem. Wie vom niedersausenden Fenster erschlagen, hängt der leblose Körper eines Mannes halb im Zimmer, halb auf dem Balkon. Die Polizei? Unmöglich! Die ganze Nation wüsste dann von den ehebrecherischen Neigungen des Ministers. Improvisation ist angesagt. Hilfe naht in Gestalt des Sekretärs. Doch die Lage kompliziert sich: der Hotelmanager interessiert sich für einen vermeintlichen Einbrecher, der Kellner stellt neugierige Fragen und zu allem Überfluss taucht auch noch der Ehemann der Sekretärin im Hotel auf. Er hat Wind von den Umtrieben seiner Frau bekommen und einen Detektiv beauftragt, Licht ins Dunkel zu bringen. Doch der Schnüffler ist verschollen. Als noch Gattin des Ministers und Pflegepersonal der Mutter des Sekretärs auf der Bildfläche erscheinen, scheint das Kabinettstück um ein Kabinettsmitglied endgültig zu entgleiten. Das Stück ist britischer Humor in Reinkultur, Turbulenzen ohne Ende, herrliche Pointen. Es besteht die Gefahr, dass die Zuschauer selbst außer Kontrolle geraten. Es sei jede Menge Spaß versprochen, Verwicklungen und überraschende Wendungen. Parallelitäten zu alltäglichem Politikerverhalten sind (un)-beabsichtigt.
Regie: 
Renate Louise Frost
Dramaturgie: 
Matthias Grätz
Bühne: 
Konrad Kulke
Kostüme: 
Konrad Kulke
Premiere am ,
Großes Haus
Mittelbayrische Zeitung
Herrliche Komödie mit Niveau
"Herrliche Komödie mit Liebe, Lügen und einer Leiche! (...) Wem (bei einer Komödie) das Niveau nicht wurscht ist, der sollte weder Kosten noch Mühen scheuen, das Ingolstädter Theater anzusteuern. Er wird in diesen Wochen schwerlich etwas besseres in ganz Bayern finden (...) Mit "Außer Kontrolle" beweisen die Ingolstädter Theatermacher, dass sie alles bestens im Griff haben. Intendant Peter Rein (...) kann´s damit zufrieden sein. Er fordert sein Publikum, schenkt ihm nichts, hält aber auch, was er versprochen hat: "Theater handelt von und mit Emotionen." Er bewegt die Herzen der Zuschauer - mit Spannung und viel Spaß."
Kulturkanal – 13.05.2002
Wunderbares Paar in Nöten
"Sascha Römisch und Gregor Trakis als Minister und sein Sekretär sind ein wunderbares Paar in Nöten. Sascha Römisch zeigt die Qualitäten eines erfahrenen Politikers: nie um eine Ausrede verlegen und daher sich immer mehr im Netz der Unglaubwürdigkeiten verstrickend. Routiniert freundlich, auch wenn die Nerven flattern, gewohnt mal zu befehlen und mal sanfte Überzeugungsarbeit zu leisten, mit temporären Kontrollverlusten in Form von Lach- oder Verzweiflungsausbrüchen, stolz auf jede schlagfertige Erklärungsidee - bis ihn die nächste Katastrophe wieder schwer beutelt. Das ist amüsant zu beobachten, weil es mit vielen hübschen Facetten gespielt ist. Ähnliches gilt für Gregor Trakis als Sekretär George. Britisch korrekt und ein treuherziges Muttersöhnchen ist er den Situationen als Leichenbeseitiger oder Weiberheld nicht im geringsten gewachsen. Aber extreme Notlagen machen rasch lernfähig. Und irgendwann geht Trakis mit fröhlicher Selbstverständlichkeit mit der Leiche neben sich auf dem Sofa und mit den Damen im Schrank um..."