Die Technik hinter Marjorie Prime

Vortrag von Enno Park

Was wäre wenn sich die digitale Kopie eines Menschen herstellen ließe, welche fortexistiert, wenn das Original längst das Zeitliche gesegnet hat – eine Simulation also, die frei agiert, ihr Vorbild nachahmt und womöglich nicht mehr davon zu unterscheiden ist? Dieses Gedankenexperiment bildet die Grundlage für das Theaterstück Marjorie Prime, das auch im Rahmen des Futurologischen Kongresses aufgeführt wird. In diesem begleitenden Vortrag unterzieht Enno Park der Prämisse des Stückes einem Realitätscheck: Wie naturgetreu lässt sich ein Mensch simulieren? Angesichts der Fortschritte in Digitalität und künstlicher Intelligenz scheinen die Grenzen zwischen Realität und Science Fiction zu verschwimmen. Doch wäre künstliche Intelligenz, wie wir sie kennen, zu einer überzeugenden Menschensimulation technisch in der Lage? Oder ist es bloß eine Frage der gesammelten Datenmenge über die zu simulierende Person? Genauso interessant wie die Frage nach der technischen Machbarkeit ist die Frage nach der sozialen Machbarkeit. Werden wir Menschensimulationen in unserem Alltag akzeptieren? Und was genau muss da eigentlich simuliert werden in einer Welt, in der wir mit Chatbots interagieren und mutmaßlich bald mit unseren Avataren ein Metaverse bevölkern? Und was würde eine hinreichend perfekte Simulation noch von einem echten Menschen unterscheiden?

14. Mai • 18:30 Uhr • Oberes Foyer

15. Mai • 16:00 Uhr • Probebühne 1