Wie klingt Ingolstadt

Soundcollage

Malte Preuß

Musik und die uns umgebende Geräuschwelt kann als ein Beweis von Stille verstanden werden. Somit wird ein auditives Erlebnis nur in Anlehnung an Stille möglich. So untersuchte Erik Satie etwa, inwiefern Musik zu Geräusch gemacht werden kann, John Cage wiederum setzte sich damit auseinander, wie Geräusch, sogar Stille selbst, als Musik wahrzunehmen ist. Beide Komponisten ermöglichten damit eine völlig neue Sichtweise auf Musik und fochten so das Herkömmliche an. In diesem Zusammenhang stellen sich in Bezug auf Urbanität unweigerlich die Frage was das Herkömmliche ist, das eine Stadt auf akustische Weise ausmacht. Wie höre ich eine Stadt? Wie höre ich meine Stadt? Wo kann in einer Stadt Stille gefunden werden, auch psychologische, friedvoll, besinnliche Stille? Und gibt es etwas, was gar nicht aufgenommen werden kann, etwas was vor allem im Inneren stattfindet und wonach sich wiederum die äußere Klangwelt richtet und äußert? Der Komponist und Musiker Malte Preuß ist in seinem klanglichen Projekt diesen und weiteren Fragen in Anknüpfung an die Disziplin der Sound Studies in Ingolstadt nachgegangen. Die daraus entstandene Soundcollage »Wie klingt Ingolstadt«, setzt sich aus Aufnahmen zusammen, die in und um die Stadt herum gemacht und anschließend von ihm zu einem musikalischen Erzeugnis zusammengeschnitten wurden.

Neben den stadtprägenden Orten, wie dem Wochenmarkt, ansässigen Unternehmen, wie AUDI, finden sich auch authentische Erzählungen, alltägliche Gespräche von Ingolstädtern im bayrischen Dialekt und Textpassagen Marieluise Fleißers in der Soundcollage auf teilweise rhythmisiert und musikalisch aufgearbeitete Weise wieder.

Dabei wird unweigerlich deutlich, dass im Kontext der urbanen Umwelt Ingolstadt auch ein Sound heraustritt, der die Nachhaltigkeit unseres gegenwärtigen Lebensstils infrage stellt: So ist etwa ein Ort mit puren Naturgeräuschen gar nicht mehr zu finden. Überall mischt sich der Klang der Zivilisation hinzu, der das Räumliche untermalt. Dies impliziert unweigerlich die Frage: In was für einer Welt – nicht nur auf akustischer Ebene – wollen wir leben?

14. Mai, ab 13:00 Uhr und 15. Mai, ab 15:00 Uhr

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Theaterrestaurant im Stadttheater Ingolstadt
Dauer: 60 Minuten