BASH - Stücke der letzten Tage

Schauspiel von Neil LaBute

Drei kurze Stücke über das Töten. „Iphigenie in Orem“: Ein Geschäftsmann erzählt einem Fremden von seinen beruflichen Problemen und dem plötzlichen Tod seiner fünf Monate alten Tochter. „Eine Meute von Heiligen“: Ein Yuppie-Paar berichtet von einer glamourösen Partynacht, in welcher der junge Mann gemeinsam mit seinen Freunden einen Homosexuellen getötet hat. „Medea redux“: Eine junge Frau erinnert sich, wie sie mit 14 von ihrem Lehrer verführt, geschwängert und verlassen wurde und an ein letztes Wiedersehen Jahre später. In Neil LaButes Einakter-Trilogie bilden Angst und Mord die subtile Textur eines jungen, glänzenden wie düsteren Amerika, in dem der Tod zum Nebenprodukt eines eigenen, tödlich normalen und langweiligen Lebens wird. Alle drei Stücke enden mit einem Mordbekenntnis, zwei greifen die Nähe zur griechischen Tragödie schon im Titel auf. Der 1963 geborene Autor machte in den letzten Jahren vor allem durch seine Filme auf sich aufmerksam - „In the company of men“ (1997), „Your friends & neighbours“ (1998) und zuletzt „Nurse Betty“, für den er 2000 bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Drehbuch erhielt. „LaBute hat nicht nur ein untrügliches Ohr für die Alltagssprache, sondern auch das Gespür eines Lyrikers, sie klug zu verdichten, Bilder und Motive zu wiederholen ... Nicht zufällig erinnert „BASH“ an die Bibel und antike Tragödien.“ (New York Times). „LaBute beschreibt eine Welt, die wir lieber unter den Teppich kehren würden. Er zeigt Durchschnittsmenschen, die ohne Gewissensbisse brutale Rache nehmen. „BASH“ ist das wahre Leben. Bedrohliches und unbequemes Theater.“ (The Evening Standard). „BASH“ wurde 1999 in New York uraufgeführt. Peter Zadek inszenierte die deutschsprachige Erstaufführung des Stücks in Hamburg. Die Kritiker der Zeitschrift „theater heute“ wählten „BASH“ zum besten ausländischen Stück des Jahres 2001.
Bühne: 
Dorothea Mahr
Kostüme: 
Dorothea Mahr
Regie: 
Pierre Walter Politz
Dramaturgie: 
Thomas Schwarzer
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Augsburger Allgemeine – 01.10.2002
"Und Pierre Walter Politz schafft es,...
"Und Pierre Walter Politz schafft es, drei Mord-Geständnise zu geben, wie man "halt so" vom Geschäft oder einer Party plaudert. Die Ungeheuerlichkeit steckt in der Belanglosigkeit, wie sie auf der Bühne begegnet:...äußerst stark Adelheid Bräu, die mit ihrem 14-jährigen Sohn zahlt, um einen Traum zu wahren, den das Leben längst ausgeträumt hat."