Nicht zu viel Futurismus! – oder: Was es braucht, um in der Stadt heimisch zu werden

Vortrag von Dr. Robert Kaltenbrunner

Wenn ich im Folgenden der Frage nachgehe, wie eine Zukunft in der Stadt aussehen kann und welcher Voraussetzungen es dafür bedarf, dann will ich eine Annäherung gleichsam im Doppelschritt vollziehen. Zunächst ein Befund, und dann einige Konsequenzen, die daraus zu ziehen wären, insbesondere in Bezug auf Architektur und Städtebau.

I. Befund
In meiner einstimmenden Bewertung möchte ich – knapp, aber kritisch – auf vier Aspekte eingehen, die für die Debatte um das heutige ‚Stadtmachen‘ elementar sind:
(1) Urbanistik als Wechselbalg der Politik
(2.) Renaissance des innerstädtischen Wohnens?
(3) Kultur ist kein Konjunkturmotor
(4) Bürgerbeteiligung muss neu buchstabiert – und gelebt werden Ich will meinen – möglicherweise ernüchternden – Befund abschließen mit der Aussage, dass man natürlich trotzdem Einfluss nehmen kann. Und damit komme ich zum zweiten Teil.

II. Konsequenzen und Handlungsfelder
Hierzu acht Thesen oder Forderungen an Architektur und Städtebau.
(1) Keinem falschen (idealistischen) Bild von Urbanität nachhängen!
(2) Offenheit in der Planung zulassen!
(3) Das Quartier als intermediäre Kategorie (zwischen Wohnung und Stadt) begreifen und stärken!
(4) Räume öffentlich machen!
(5) Keine unrealistischen Erwartungen gegenüber der Smart City hegen!
(6) „Grün“ als Medium zur Teilhabe in der Stadt verstehen!
(7) Nachhaltigkeit in eine überzeugende sinnliche Präsenz übersetzen!
(8) Eine gewisse Kleinteiligkeit gewährleisten! Stadtentwicklung, das ist ein komplexer Gegenstand. Es gibt diesbezüglich nicht nur „eine“ Sichtweise und nicht nur „eine“ richtige Entwicklung. Nicht alles, was möglich ist, ist auch realistisch. Nicht alles, was man wahrnimmt, ist unhinterfragbar. Und nicht alles was machbar ist, ist auch wünschenswert.

14. Mai • 13:00 Uhr • Probebühne 1