Die Verwandlung / © Ludwig Olah

Die Verwandlung

Nach Franz Kafka

In einer Fassung von Markolf Naujoks • Ab 14 Jahren

Dem sechzehnjährigen Gregor Samsa geht es nicht gut. Er ist einsam. Er ist traurig und überfordert. Er schafft es nicht mehr, aufzustehen. Er weiß, dass es so nicht weitergehen kann. Einige Monate später: Gregors Familie – sein Vater, seine Mutter und seine Schwester Grete – werden von einer Beamtin befragt. Sie will wissen, was mit Gregor in der letzten Zeit passiert ist. Die Eltern und die Schwester erinnern sich an den Morgen, als Gregors Ausbilder zu ihnen nach Hause kam, weil Gregor schon wieder nicht zur Arbeit erschienen war. An den schrecklichen Anblick, als sie sein Zimmer betraten. An Gregors Transformation. An den gammeligen Käse und die Knochen, die Grete ihm brachte. An die Diskussionen, was man nun tun solle. An die Möbel, die hinausgetragen wurden. An die drei Männer, die ein Zimmer mieteten und Grete singen hören wollten. An die Verzweiflung, an die Wut, an die Unfähigkeit, Gregor zu helfen. Die Beamtin konfrontiert die Eltern mit dem Material, das sie gesammelt hat: Gregors persönliche Dokumente, Bilder, den Brief, den Gregor dem Vater geschrieben hat. Nach und nach erkennen die Familienmitglieder, welche Fehler sie gemacht haben, erkennen, warum Gregor sich davongemacht hat. Heilung scheint möglich.

»An Kafkas Text interessiert mich vor allem das meisterhaft erzählte Gefühl, nicht in die Welt zu passen. Ist etwas falsch mit mir oder sind es die anderen? Die Welt als einen absurden Ort mit absurden Mechanismen zu erleben, damit können wohl alle – gerade auch im Hinblick auf unsere Erfahrungen während der Pandemie – etwas anfangen. Mich faszinieren sowohl der schwarze Humor als auch das anklingende Genre Horror und die Themen Einsamkeit und Isolation. Formal wollen wir mit einer Mischung aus Schattentheater, Hörspiel und Performance arbeiten. Mit einem live gespielten Soundtrack«, erklärt Regisseur Markolf Naujoks.

Hinweis:
In dieser Inszenierung geht es um psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen. Der Inhalt könnte belastend wirken.

Wo finde ich Hilfe?
Du hast Depressionen, suizidale Gedanken oder etwas anderes, über das Du reden willst? Hilfe oder Unterstützung findest Du bei der Hotline der Deutschen Depressionshilfe unter 0800 / 33 44 533, bei regionalen sozialpsychiatrischen Diensten, bei der Nummer gegen Kummer 116 111 (kostenfrei und anonym), oder online unter www.jugendnotmail.de und www.u25-deutschland-de. 

Hier finden Sie das Programmheft.

 

Regie: 
Markolf Naujoks
Bühne: 
Markolf Naujoks
Musik: 
Markolf Naujoks
Kostüme: 
Theda Schoppe
Illustration und Video: 
Theda Schoppe
Dramaturgie: 
Hannah Balber
Regieassistenz/ Inspizienz/ Soufflage: 
Momo Mosel
Ausstattungsassistenz: 
Nele Matthies
Theatervermittlung: 
Magdalena Rozniakowska
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 75 Minuten
Donaukurier – 06.12.2021
»Ein spannender Abend«

»Markolf Naujoks erzählt eine Familiengeschichte. Von Erwartungen und Ängsten. Von Druck und Gegendruck. Von Gewalt und Sprachlosigkeit. Von Depression und Verzweiflung. Von Entmenschlichung. Aber auch: vom Versuch einer Befreiung. Ein spannender Abend - für Jugendliche (ab 14) und Erwachsene. Bei der Premiere am Freitag gab's dafür minutenlangen Applaus.«

 

Kulturkanal Ingolstadt – 06.12.2021
»Phantastisch«

»Ungemein dicht und vielschichtig ist diese Inszenierung, packend, verstörend und hochaktuell. Denn es geht auch um soziale Vernachlässigung in einer scheinbar intakten Familie. Um Geldnöte und ein Weiterleben mit oder ohne diesen Problemfall. [...] Franz Kafkas ›Die Verwandlung‹ im Jungen Theater. Phantastisch, wie hier ein schwieriger Prosatext auf die Bühne gebracht wurde, übrigens ohne platte Parallelen zum Ausnahmezustand der Pandemie-Quarantäne zu bemühen.«