It´s not easy

Eine Zeitreise mit der Musik von Martyn Jacques (The Tiger Lillies) und Nina Wurman

Covid 19 verhinderte über mehr als 12 Monate genau das, was Schauspieler*innen und Musiker*innen immer tun, live auf der Bühne zu sein und vor Publikum zu spielen. Wie der Rest des Planeten waren auch die »Tiger Lillies« eingesperrt und ohne Hoffnung auf ein Entkommen. Bis Martyn Jacques, der Songwriter und Komponist des britischen Trios via Zoom die Isolation verlässt und sich mit dem Bandmitglied Adrian Stout trifft; Martyn Jacques im Studio in Berlin und Adrian Stout im Studio in Athen. Ausgerüstet mit Hammond-Orgel, Musiksäge, Maultrommeln, Akkordeon und Kontrabass entstehen Lieder über den Wahnsinn Covid. Das Album Covid 19 spiegelt satirisch, voll von tiefschwarzem Humor, unendlich traurig, dann wieder irrsinnig komisch, einen Teil davon wieder, was jede und jeder Einzelne erfahren musste: ein Leben mit der Pandemie.

 

Diese Songs sind es, die mitten in eine alptraumhafte Versammlung, bestehend aus schauerlichen und seltsam verwahrlosten Gästen führen. König Pest aus der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe ist der makabre Gastgeber. In eben diese Festlichkeit, im Weinkeller eines Bestattungsunternehmers, verschlägt es die beiden völlig betrunkene Seeleute namens Long Legs und Hugh Tarpaulin. Eine Zeitreise beginnt. Die Seeleute werden in verschiedene Jahrhunderte geschleudert. Sie erleben wie hysterischer Aberglaube, verheerende Armut und fake news die Pandemien begleiteten. Sie tauchen in das London des 15. Jahrhunderts ein, in dem die Pest wütet, dann nehmen sie an einem barocken Leichenschmaus irgendwo in Russland teil, untermalt mit melancholisch schöner Musik, komponiert von Nina Wurma, und landen plötzlich wieder in der Gegenwart, in der neue Schlagwörter und Realitäten wie Lockdown, Neuinfektion, Kontaktsperre, Social Distancing die Corona-Pandemie charakterisieren. Wo auch immer sie ihre Zeitreise führt, sie werden Zeugen von rauschhaften gruseligen Ekzessen, schaurigen Ritualen und feucht fröhlichen Partys mit denen Krankheit und Tod ausgetrieben werden sollen.

 

Premiere: 06. Mai 2021

Regie und Fassung: 
Knut Weber
Musikalische Leitung, Arrangements, Einstudierung: 
Nina Wurman
Videografie: 
Stefano Di Buduo
Ausstattung: 
Monika Gora
Mitwirkung Ausstattung: 
Andrea Fisser, Markus Jordan, Susanne Hiller
Dramaturgie: 
Gabriele Rebholz
Theatervermittlung: 
Bernadette Wildegger