v.l.n.r.: Sarah Horak, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk

Big Guns (DSE)

Nina Segal

Deutschsprachige Erstaufführung • Deutsch von Thomas Arzt

Im Sog der Gewalt. Die westliche Gesellschaft ist statistisch gesehen sicherer als je zuvor. Dennoch ist sie eine Gesellschaft in Angst. Gewalt rieselt durch die Medien in die durchgestylten Wohnzimmer – Kriege, Tsunamis, explodierende Gebäude, kollabierende Märkte – doch all das tangiert uns nicht unmittelbar. Zwar klickt man sich per Smartphone durch alle möglichen Gewaltszenarien, aber die Bedrohung ist glücklicherweise stets weit weg. Was aber, wenn nicht? Wenn sie durch den Bildschirm tritt, direkt auf uns zu?

Nina Segals Stück nimmt eine Gesellschaft ins Visier, die von Gewalt als Form der Unterhaltung besessen ist, sich aber paradoxerweise mehr denn je bedroht fühlt. Ein Fall von Paranoia? Zwei Performer sind die Wegweiser in die Unterwelt des Grauens. Sie führen ohne Umwege zum perfekten Paar Ike und Kay, in deren Vorzeigehaus der Horror umgeht, sie schnüffeln ungeniert im Tagebuch eines Mädchens und zeigen, wie ein Youtube-Star live im eigenen Videokanal schikaniert wird. »Nina Segal ist eine politische Autorin«, so Regisseurin Mareike Mikat, »weil sie die soziale und psychische Verwahrlosung einer Gesellschaft aufdeckt. Vom sicheren kapitalistischen Hafen aus glotzt man auf einen Bildschirm und nicht auf die reale Welt. Nina Segal führt eine Gesellschaft vor, die desensibilisiert für Gewalt ist und das Leiden schlicht ignoriert.«

Regie: 
Mareike Mikat
Musikalische Leitung, Komposition: 
Enik
Bühne: 
Simone Manthey
Kostüme: 
Simone Manthey, Mareike Mikat
Dramaturgie: 
Gabriele Rebholz
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Ausstattungsassistenz: 
N.N.
Theatervermittlung: 
Bernadette Wildegger
Premiere am ,
Kleines Haus
Dauer: 75 Minuten