Warum laufen schon die Nachrichten von morgen? / © Ludwig Olah

Warum laufen schon die Nachrichten von morgen?

Theaterperformance nach Motiven von Ingrid Lausunds »Bin nebenan: Monologe für zuhause«

Deutschland hat eine Wohnungskrise. In vielen Städten schießen die Boden-, Immobilien- und Mietpreise in astronomische Höhen. Mehr als eine Million bezahlbare Mietwohnungen fehlen. Gleichzeitig geht der Bestand an Sozialwohnungen immer weiter zurück. Viele Menschen haben Angst, aufgrund von Mietsteigerungen und Kündigungen ihr Zuhause zu verlieren oder keine geeignete Wohnung zu finden. Da bekommt der Slogan eines bekannten schwedischen Möbelherstellers eine ganz neue und aktuelle Bedeutung: »Wohnst Du noch oder lebst Du schon?«

Die Frage nach unseren Wohnbedingungen ist mit zahlreichen gesamtgesellschaftlichen Problemen verbunden. Der Regisseur Niko Eleftheriadis hat zusammen mit den Schauspieler*innen des Ensembles ein Projekt entwickelt, das sich mit der momentanen Wohnungskrise künstlerisch auseinandersetzt. In dem leerstehenden Donaukuriergebäude entstand eine Theaterperformance, die Texte aus Ingrid Lausunds »Bin nebenan: Monologe für zuhause« mit Nachrichtenberichten verknüpft. Wann fühlen wir uns in einer Stadt »angekommen«? Wie wollen wir in unseren Vier-Wänden leben? Und was bedeutet überhaupt »zuhause«?

Wir bedanken uns bei der Redaktion des Donaukuriers, dass wir Artikel der Zeitung für die Theaterperformance verwenden dürfen. Für die Nutzung der Räumlichkeiten bedanken wir uns bei Regine Mertl-Noack und Achim Schlafke.

Regie: 
Niko Eleftheriadis
Ausstattung: 
Niko Eleftheriadis
Dramaturgie: 
Johann Pfeiffer
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Premiere am ,
Downtown: ehemaliges Donaukuriergebäude, Donaustr. 11
Dauer: 60 Minuten
Donaukurier – 02.12.2019
»Mit Witz und Gehalt: Niko Eleftheriadis’ Projekt über die Wohnungskrise«

»Ein Zitat aus dem Text ›Fernseher‹ gibt dem neuen Downtown-Projekt des Stadttheaters Ingolstadt seinen Titel: ›Warum laufen schon die Nachrichten von morgen?‹ Niko Eleftheriadis hat sich darin mit dem Thema Wohnen auseinandergesetzt. Und das auf äußerst ungewöhnliche, aber vor allem sehr unterhaltsame Weise. […] Das Zuhause verspricht bei Ingrid Lausund keine Sicherheit, keinen Schutz. Ihre Beispiele von Zuhause erzählen von Bedro-hung, Auflösung, Gefahr, Verlorenheit. Regisseur Niko Eleftheriadis hat dieser Innensicht auf das Zuhause den Blick von außen zugefügt. Ihm geht es um Wohnen aus gesellschaftlicher, politischer, sozialer Sicht. Um Wohnungsnot hier, dramatischen Leerstand dort. Um Miet-wahnsinn und Spekulationsobjekte. Um Funktionalität und urbane Visionen. […] Was bedeutet Zuhause? Dieser Frage geht Niko Eleftheriadis mit seinem Ensemble nach. Sie tun das mit Witz, Gehalt und Leichtigkeit. Und ernten dafür nach 60 Minuten begeisterten Applaus. Wohnen betrifft uns alle – wenn auch in unterschiedlicher Brisanz.«

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Augsburger Allgemeine / Neuburger Rundschau – 03.12.2019
»Ungewöhnliche Performance nach Motiven von Ingrid Lausund«

»Das Besondere, und das hat der Regisseur wirklich fantastisch gemacht: Ein Schauspieler-Quartett, gehüllt in weiße und gelbe Schutzanzüge (Andrea Frohn, Heinz Namysio, Karolina Nägele, Peter Rahmani), gibt zu den Sequenzen, die weitgehend vom Band eingespielt werden, eine rasante Choreografie. Es wird 60 Minuten lang herumgeturnt, getobt, mit den Möbeln hantiert. Und immer wieder ertönt dazu die schöne Melodie der ›Internationalen‹. Absolut spitze sind dann doch die eingefügten köstlichen Kabarettstückchen mit Lokalbezug, zum Beispiel über Abriss und Neubau des Gebäudes gleich nebenan, Ecke Donaustraße/ Münzbergstraße. Insgesamt ein erfrischend ungewöhnliches Experiment im Kühlen.«

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Landshuter Zeitung / Straubinger Tagblatt – 02.12.2019
»In der Immobilienblase«

»Auf dieser Baustelle […] geistern die vier Darsteller Andrea Frohn, Karolina Nägele, Peter Rahmani und Heinrich Namyslo in weißen Ganzkörperoveralls umher, bespielen den Raum durch die Publikumsherde hindurch, die ihrerseits den Raum durchstreifen und erforschen kann: an den Wänden einschlägige Texte und Videoprojektionen, am Boden architektonische Raumbezeichnungen, im Raum selbst kontur-, trost- und liebloses Mobiliar, das herumbugsiert wird, um sich in dieser Unbehaustheit erfolglos irgendwie einzurichten. Konterkariert wird das durch Texte von Ingrid Lausund, Ausschnitte aus ihrem Band ›Bin nebenan: Monologe für Zuhause‹. […] All diese Schichten nun ergeben zusammen eine bemerkenswerte Performance, die Teil ist der ebenso bemerkenswerten Bemühungen des Theaters Ingolstadt, unter dem Titel ›Downtown‹ immer wieder Stadtraum kommentierend zu bespielen, mitten ins Leben vorzudringen.«