Der Revisor

Nicolaj Gogol

Deutsch von Alexander Nitzberg

Bestechung, Erpressung, Unterschlagung ! Gelder werden veruntreut, wichtige Posten unter der Hand verteilt, kurz: Kleine und große Gefälligkeiten werden gerne vergeben, wo Vorteile erhofft werden. So hält man es seit Jahren in dieser Stadt und ist bislang locker damit durchgekommen. Doch da bricht Panik aus ! Es ist durchgesickert, dass ein Revisor kommt, um die Stadtverwaltung einer gründlichen Inspektion zu unterziehen. Jetzt gelten die Devisen: »Jeder ist sich selbst der Nächste« und »Rette sich, wer kann !«.

Aber es kommt noch schlimmer. Es wird geflüstert, der Revisor sei bereits da und es könne nur Chlestakow sein, der seit zwei Wochen inkognito im Gasthaus wohnt, die anderen scharf beäugt und seine Rechnungen nicht bezahlt. Sofort wird dieser in Beschlag genommen. Man schmeichelt sich ein, bläht sich auf, intrigiert und denunziert, was das Zeug hält. Denn, warum sollte der Revisor nicht sein, was alle anderen sind: bestechlich ! »In Zeiten von Fake News, alternativen Fakten, Echoräumen und dergleichen mehr, scheint es heute zumindest nicht leichter geworden zu sein, zwischen Behauptung und Wahrheit zu unterscheiden. Da ist uns ›Der Revisor‹ erschreckend nah. Aber ebenso nah, zumindest mir, ist Gogols Bewältigungsstrategie dieser Misere, nämlich: dies alles dem Gelächter preiszugeben«, so Regisseur Sebastian Kreyer.

Regie: 
Sebastian Kreyer
Ausstattung: 
Lena Thelen
Video: 
Valerij Lisac
Dramaturgie: 
Dr. Judith Werner
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Linda Thaller