Romeo und Julia

Tragödie von William Shakespeare

Deutsch von Sven-Eric Bechtolf und Wolfgang Wiens

Liebe fällt, wohin sie will. Manchmal kommt sie aus heiterem Himmel. Romeo ist einTeenager, der die Liebe liebt und ebenso die Verzweiflung. Letztere kultiviert er,weil eine gewisse Rosalinde seine heiße Liebe nicht erwidert. Doch dann begegnet er Julia und schlagartig ist aller Liebeskummer vergessen. Die größte Love-Story aller Zeiten beginnt. Keine vier Tage dauert es, bis sich Romeo und Julia ineinanderverlieben, heiraten und füreinander sterben.

Die Tragödie explodiert förmlich vor Leidenschaft und dem unbedingten Verlangen nach Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen, allerdings mit verheerenden Konsequenzen. Die Todesfälle von Tybalt, Mercutio, Paris, Romeo und Julia sind alle direkte Ergebnisse dieser Liebesbeziehung. Zwei junge Menschen, die wegen der unversöhnlichen Feindschaft ihrer Eltern auseinandergerissen werden, riskieren alles, um zusammen zu sein. »Romeo und Julia« ist eine Tragödie, die bis heute auf erschreckende Weise aktuell ist. »Rivalisierende Jugendgangs, Familienfehden, die Rebellion der jungen Generation gegen erstarrte gesellschaftliche Systeme, die Kluft zwischen Arm und Reich,verfeindete religiöse Gruppen; das Modell Montague versus Capulet«, so Regisseurin Mareike Mikat, »zieht sich bis heute durch die Gattungsgeschichte der Tragödie wie eine Blutspur.«

Regie: 
Mareike Mikat
Musikalische Leitung, Komposition: 
Enik
Bühne: 
Simone Manthey
Kostüme: 
Anna Sörensen
Dramaturgie: 
Johann Pfeiffer
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Ausstattungsassistenz: 
N.N.
Theatervermittlung: 
Bernadette Wildegger
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 160 Minuten, mit Pause
Donaukurier – 21.10.2019
»Starke Bilder im Großen Haus«

»Mit ›Romeo und Julia‹ schrieb William Shakespeare um 1594 die größte Liebesgeschichte aller Zeiten. Mareike Mikat hat sie nun im Großen Haus des Stadttheaters Ingolstadt eindrucksvoll in Szene gesetzt. Für die Premiere am Freitagabend gab es viel Applaus. […] Karolina Nägele und Peter Rahmani entsprechen so gar nicht den landläufigen Vorstellungen von Romeo und Julia. Und doch passen sie hier perfekt. Sie so wild und zart, gefügig und doch selbstbestimmt, so sehr Kind und schon so Frau. Er ein sanfter Riese mit Montague-Tattoo auf dem Unterarm und entrücktem Wesen. Ein Zweifler. Ein träumender Rebell. Die Liebe war ihm Spiel, jetzt ist sie plötzlich heilig. Es ist wunderbar, Karolina Nägele und Peter Rahmani beim Spielen zuzuschauen. Sie bilden ein ganz eigenes Kraftfeld. […] Ansonsten setzt sie auf Tempo, Witz, eine kluge Lichtregie und raffinierte Bühnenlösungen und evoziert neben starken Bildern eine große Energie.«

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Kulturkanal – 21.10.2019
Romeo und Julia im Schaustellermilieu

»Den beiden neuen Ensemblemitgliedern, Karolina Nägele und Peter Rahmani als Julia und Romeo gelingen die Verlegenheiten und der Überschwang dieser Liebe sehr gut. […] Teresa Trauth peppt die Betulichkeit der Amme mit souveränem Mutterwitz und Sexappeal auf, auch wenn die Jungensbande sie vulgär verhöhnt. Wie die Jugendlichen ihr eher deprimierendes Umfeld mit pubertärer Streitlust und Liebessehnsucht aufmischen wollen, ist in diesem Retrostyle gut getroffen. Martin Valdeig ist ein kraftvoll sprechender Mercutio, Jan Beller Tybalt als jugendlich eiskalter Engel, und der Musiker Enik als Benvolio ein eher sanfter Rabauke. Er trägt aber mit elektronischen Sounds, einem Song oder zarten Windspielklängen wesentlich zur trist-poetischen Atmosphäre bei.«

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Neuburger Rundschau/ Augsburger Allgemeine – 22.10.2019
»Volksfest mit Romeo und Julia«
»Pluspunkte bringen die fantasievollen Kostümkreationen (Anna Sörensen), die raffinierte Bühnenmusik von Enik sowie darstellerische Qualitäten. Die Titelrollen sind mit zwei Neuzugängen besetzt. Karolina Nägele ist eine entzückende Julia, keck, zart, tapfer. Ein Glücksfall. Peter Rahmani als Romeo kommt eher rollenuntypisch daher, etwas rustikal, fast täppisch, aber nicht uninteressant. Teresa Trauth macht aus Julias Amme eine köstlich verschmitzte Drahtzieherin. Jan Gebauer, auch hier wieder ein grandioser Nebenrollenspieler, zeigt sich als Fürst Paris mit Trump-Frisur. Renate Knollmann verwendet viel Verve auf die herrschsüchtige Mutter Capulet und flucht wie ein Bierkutscher. Der wackere Olaf Danner geistert in einer Doppelrolle herum: Romeos Vater und Pater Lorenzo.«
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