Achtundsechzig. (UA)

Eine musikalische Gemengelage, staunend belauscht von Tobias Hofmann

»Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt, machs wie deine Brüder!« (Franz-Josef Degenhardt)

Und plötzlich neue Töne: Die Schlagerseligkeit, die in der Wirtschaftswunderzeit alle Wunden der Vergangenheit zu überdecken versuchte und jeden Misston oder Widerspruch scheinbar lächelnd auflöste, ist ernsthaft in Gefahr. Die Jugend scheint bereit, andere, neue Wege zu gehen. Die politischen Liedermacher kommen. Und aus England und den USA wehen frische, enthemmte Töne herüber. Es riecht nach Auflehnung, Protest – und nach Marihuana. »Was für ein Aufbruch! Trotz mancher Verirrung ist viel erreicht worden, für das wir heute dankbar sein können«, meint Autor und Regisseur Tobias Hofmann und führt uns in diesem Sinn auf eine musikalische Reise in den vielstimmigen Soundtrack einer bewegten Generation.

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Großes Haus
Dauer: 80 Minuten
Donaukurier – 08.12.2018
»Großer Jubel für Tobias Hofmanns Liederabend ›Achtundsechzig‹«
Großen Anklang findet »Achtundsechzig« in der Kritik des Donaukurier: Tobias Hofmann setze auf lustvoll inszeniertes Tohuwabohu (bis hin zum Klamauk) und vor allem auf die emotionale Kraft der Musik. »Herrlich ist das, was er mit seiner kleinen, tadellosen Band (Dieter Holesch, Josef Reßle, Ludwig Leininger) aus seiner Bauwagen-Box zaubert: Sitar und E-Gitarre – eine ganz neue Energie ist das. […] Und die Schauspieler werfen sich mit Leidenschaft auf ihr umtriebiges Personal: Andrea Frohn, Renate Knollmann, Jan Gebauer, Ralf Lichtenberg, Peter Reisser und Richard Putzinger schlüpfen in die unterschiedlichsten Rollen oder fallen augenzwinkernd aus ihren Rollen, bevölkern die heile Welt vor und hinter dem Bildschirm, bedienen mit Aberwitz sämtliche Klischees der Zeit und zelebrieren Miniaturdramen im hochkomplexen Weltdrama. Und dabei singen sie allesamt so umwerfend, dass es immer wieder Szenenapplaus gibt. Ausstatterin Katrin Busching kann aus dem Vollen schöpfen. […] Wild und laut ist ihre Bühnenwelt […]. Der Körper wird zum Schauplatz für Protest – nackt, behaart oder im Revoluzzer-Dresscode.«

Kulturkanal – 07.12.2018
»Großer Jubel für dieses wunderbar vielschichtige musikalische Zeitpanorama«
»Tobias Hofmann zeigt in seinem Liederabend ›Achtundsechzig‹ […] musikalisch und in stummen Bildern, welcher Generationskonflikt in diesen Umbruchsjahren durch die Gesellschaft ging […]. Einen wesentlichen Anteil am Entstehen der Figuren und des Zeitkolorits hat wieder Ausstatterin Katrin Busching, die mit einer Fülle an wechselnden Perücken und Klamotten den liebevoll-satirischen Blick auf die Mentalitäten dieser Zeit visualisiert.« Positiv fällt auch die Kritik für die Schauspieler aus: »[…] einfach hinreißend ist auch Ralf Lichtenberg als Bundespräsident Lübke, der ›im Fernsehbild‹ von seiner Kanada-Reise schwadroniert oder, sich verhaspelnd, die Vorteile der Tiefkühlkost anpreist. […] Grandios, welche verqueren Abgründe sich auftun, wenn Jan Gebauer den Song des damals immerhin jugendlichen Peter Alexander von der Liebe als Festmenü singt. […] Und der Sohn guckt allein einen Oswald-Kolle-Aufklärungsfilm, der in einem herrlich komischen Playback in dem Fernsehbild-Ausschnitt nachgespielt wird.« Wie Tobias Hofmann aus dem musikalischen Zeitgeist um 1970, mit feinem Gespür eine sorgsam austarierte Mischung aus Verständnis, Witz und Satire gestalte, sei großartig. »Und natürlich machen auch die sängerischen und schauspielerischen Qualitäten der sechs Darsteller großes Vergnügen.«
Neuburger Rundschau/Augsburger Allgemeine – 08.12.2018
»umjubelte Premiere« und »restlos begeistertes Publikum«
»Regisseur und musikalischer Leiter Tobias Hofmann hat wieder einen Liederabend auf die Bühne gebracht, der ohne falschen Respekt und mit sehr viel Spiellaune die historischen Fakten und Vorurteile, die Lügen und Legenden einer bundesrepublikanischen Epoche in nicht so ferner Vergangenheit beleuchtet«, ist in der Rezension der Neuburger Rundschau/ Augsburger Allgmeine zu lesen. »Andrea Frohn, Jan Gebauer, Renate Knollmann, Ralf Lichtenberg, Richard Putzinger und Peter Reisser geben dem Affen Zucker und sind auch musikalisch – ob nun Stones oder Insterburg und Co. – keinen Moment in Verlegenheit zu bringen. Dass ein Stadttheater ohne Musiksparte mit solch musikalischer Potenz gesegnet ist und diese auch immer wieder auszuspielen weiß, kann man nicht oft genug sagen – und loben. In vier Abteilungen – Rock’ n’ Roll, Love, Drogen, Politik – skizziert Hofmann die gesellschaftliche Umbrüche der 1960er Jahre […].«