So oder so – Hildegard Knef

Eine Biographie von Gilla Cremer

»Der Mensch an sich ist feige/ und schämt sich für sein Gefühl/ Dass es nur keiner zeige/ weil die Moral es so will/ Doch hast du dich im Fall des Falles/ einmal im Dunkeln versteckt/ der liebe Gott sieht alles/ und hat dich längst entdeckt.«

Berlin-New York und zurück. Als junge Schauspielerin begeisterte sie Berlin. Dann kam der Film und der berühmte Nacktauftritt in »Die Sünderin«. Damit war ihr Ruf im spießigen Nachkriegsdeutschland ruiniert. Die junge Frau suchte nach anderen Möglichkeiten, ihre Karriere weiterzutreiben. Auch in den USA machte sie mit ihrer rauchigen, unverkennbaren Stimme auf sich aufmerksam. Aus Hildegard Frieda Albertine Knef wurde »die Knef«: Am Broadway spielte und tanzte sie die Hauptrolle in dem Musical »Silk Stockings«. Mit Liedern aus der »Dreigroschenoper« stürmte sie dann die deutsche Hitparade. Mit ihrer Biografie »Der geschenkte Gaul« schrieb sie sich ins Herz ihrer Landsleute. Die Zeiten hatten sich geändert, die Zeit der Knef war gekommen. Jetzt musste sie nicht mehr die Chansons anderer Autoren singen, sondern schrieb selbst. Damit wurde sie zur markantesten Künstlerin des Deutschen Chansons. Besinnliche Texte, freche Texte, lyrische Texte, surreale Texte – der Phantasie waren keine Grenzen mehr gesetzt.

Mit diesem Liederabend soll der unvergessenen Künstlerin gedacht werden. Ihr Leben, ihre Lieder werden zum Stoff für die Bühne. Regisseurin Mona-Julia Sabaschus freut sich auf die Inszenierung: »Hildegard Knef war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. In der Darstellung einer realen Person und der theatralen Einbettung ihrer Lebensgeschichte liegt der besondere Reiz dieser Arbeit«.

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Großes Haus
Dauer: 160 Minuten, mit Pause