So oder so – Hildegard Knef / © Ludwig Olah

So oder so – Hildegard Knef

Eine Biographie von Gilla Cremer

»Der Mensch an sich ist feige/ und schämt sich für sein Gefühl/ Dass es nur keiner zeige/ weil die Moral es so will/ Doch hast du dich im Fall des Falles/ einmal im Dunkeln versteckt/ der liebe Gott sieht alles/ und hat dich längst entdeckt.«

Berlin-New York und zurück. Als junge Schauspielerin begeisterte sie Berlin. Dann kam der Film und der berühmte Nacktauftritt in »Die Sünderin«. Damit war ihr Ruf im spießigen Nachkriegsdeutschland ruiniert. Die junge Frau suchte nach anderen Möglichkeiten, ihre Karriere weiterzutreiben. Auch in den USA machte sie mit ihrer rauchigen, unverkennbaren Stimme auf sich aufmerksam. Aus Hildegard Frieda Albertine Knef wurde »die Knef«: Am Broadway spielte und tanzte sie die Hauptrolle in dem Musical »Silk Stockings«. Mit Liedern aus der »Dreigroschenoper« stürmte sie dann die deutsche Hitparade. Mit ihrer Biografie »Der geschenkte Gaul« schrieb sie sich ins Herz ihrer Landsleute. Die Zeiten hatten sich geändert, die Zeit der Knef war gekommen. Jetzt musste sie nicht mehr die Chansons anderer Autoren singen, sondern schrieb selbst. Damit wurde sie zur markantesten Künstlerin des Deutschen Chansons. Besinnliche Texte, freche Texte, lyrische Texte, surreale Texte – der Phantasie waren keine Grenzen mehr gesetzt.

Mit diesem Liederabend soll der unvergessenen Künstlerin gedacht werden. Ihr Leben, ihre Lieder werden zum Stoff für die Bühne. Regisseurin Mona-Julia Sabaschus freut sich auf die Inszenierung: »Hildegard Knef war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. In der Darstellung einer realen Person und der theatralen Einbettung ihrer Lebensgeschichte liegt der besondere Reiz dieser Arbeit«.

Großes Haus
Dauer: 120 Minuten, mit Pause
Donaukurier – 22.10.2018
»Victoria Voss brilliert als Hildegard Knef«

In der Kritik des Donaukurier spricht die Rezensentin von einem phänomenalen Abend. »Einer, der das Publikum berührt – durch die Lieder, die Geschichte, durch große Emotionen, große Kunst. […] Die Knef – eine Legende. Geliebt, gehasst, verehrt. […] Mit einem Leben wie eine Achterbahnfahrt. […] Das Stück ›So oder so‹ erzählt das alles in Schlaglichtern – und noch viel mehr. Verwebt es doch Aufstieg, Absturz, Hochgefühl und Niederlagen, Ängste und Schmerz mit deutscher Geschichte: Kriegs- und Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder und Betulichkeit, Freiheitsdrang und gedankliche Enge.« Weiter schreibt die Rezensentin: »Lieder, die berücken und beglücken, die nicht Beiwerk sind, sondern Innenschau betreiben. Und von Victoria Voss kongenial interpretiert werden. Was für ein Glücksfall ist sie für diese Rolle. Nicht nur, weil sie äußerlich […] ein verblüffendes Lookalike abgibt, sondern weil sie eine großartige Schauspielerin ist, die sich durch alle emotionalen Ausnahmezustände spielen kann […]. Was für ein Kraftakt ist diese Rolle! Und wie furios ihr Spiel! Regisseurin Mona-Julia Sabaschus hat schon mehrfach unter Beweis gestellt, wie prägnant und präzise ihr Zugriff auf die unterschiedlichsten Stoffe ist. Auch dieser Knef-Abend ist ein eindrucksvolles Zeugnis einer hochkomplexen Regiearbeit. […] Klug fügt Sabaschus die atmosphärischen, zeichenhaften Videos von Andreas Drosdz in ihre Erzählsprache ein, findet immer wieder überraschende Bühnenlösung für diese musikalische Biografie, die nicht auf eine Greatest-Hits-Revue setzt, sondern auf tiefgründiges, spannendes, erfindungsreiches, berührendes Theater. Eine Hommage an Hildegard Knef. Und ein Geschenk für Publikum.«

Kulturkanal – 22.10.2018
»großartige Leistung von Victoria Voss«

»›So oder so – Hildegard Knef‹ ist […] die packende Erzählung der Höhen und Tiefen eines Künstlerlebens […]. Regisseurin Mona-Julia Sabaschus und Victoria Voss zeichnen eindrucksvoll Stationen dieses Lebens nach. Die Chansons werden zum organisch integrierten Ausdrucksmittel der jeweiligen hochemotionalen Situationen.« Die Rezensentin des Kulturkanals zeigt sich rundum beeindruckt von dem Stück: »Nie imitiert Victoria Voss die Stimme der Knef. Und doch verschwimmen die beiden Frauen unmerklich zu einer. Man sieht eine verblüffende Ähnlichkeit, so eindringlich gestaltet Victoria Voss diese Figur. Die Situationen dieses Lebens entstehen mit wenigen Requisiten und in einem kargen Raum von Charlotte Labenz, der doch immer wieder überraschende Spielmöglichkeiten anbietet. Videos von Andreas Drosdz auf einem Dutzend Bildschirmen und einige Projektionen vervielfachen die mediale Präsenz der Victoria Voss als Knef […]. Als Mann am Klavier begleitet Jazzförderpreisträger Benedikt Streicher auf eingespielten Rhythmus-Playbacks. Allein das ist schon ein Kunststück der Koordination mit der Sängerin. Und wieder ist es der jungen Regisseurin Mona-Lisa Sabaschus gelungen, abwechslungsreich, sensibel und genau, und mit hoher Intensität in den Stimmungswechseln eine packende szenische Dramaturgie für diesen Theaterabend zu bauen.«