Benjamin Dami / © Jochen Klenk

Jump! (UA)

Ein mobiles Theaterstück im Klassenzimmer oder Theater • von Reihaneh Youzbashi Dizaji

Ab 11 Jahren

Ein Fallschirmspringer landet auf dem Pausenhof einer Schule – einfach vom Himmel gefallen samt Ausrüstung. Verletzt stolpert er ins Klassenzimmer. Er scheint auf der Flucht vor jemandem zu sein und benötigt Hilfe. Während er notdürftig seine Wunde versorgt, fallen ihm Geschichten von früher ein, als er selber noch in so einem Klassenraum saß… Ein »Problemschüler« war er, erzählt er… Mathe war einfach nicht sein Ding…Sport auch nicht… Ängstlich war er, als sein Papa seine Mutter schlug und auch, als sein Papa dann eines Tages ganz weg war. Angst hat er eigentlich heute immer noch oft. Er hasst sich dann, weil er glaubt, dass er nichts kann, nichts wert ist, weil alle sagen, er sei dumm. Doch mit der Unterstützung der Klasse entwickelt er seine eigene Jump-Formel. Es nützt ja nix, sein eigenes Licht unter den Scheffel zu stellen. Also umarmt er die Angst. Und sagt sich: sei gut zu dir! Jump! Jump ins Leben…

Das Junge Theater und die Dramatikerin Reihaneh Youzbashi Dizaji haben sich zusammengetan mit der Idee, ein Stück für 11 bis 13-Jährige zu realisieren, das besonders nah dran ist an den brennenden Themen von Jugendlichen in diesem Alter. So ist nach einer Recherche- und Workshopphase in unterschiedlichen Klassen ein ›Klassenzimmerstück‹ entstanden, ein Stück ›unsichtbares‹ Theater also, das direkt in den Klassenraum hinein geht, ihn verwandelt in eine Bühne, und sich trotzdem mitten im Alltag der Jugendlichen manifestiert, diesen sogar ganz konkret einbindet.

Bei Vorstellungen in der Werkstatt/Junges Theater wird das Klassenzimmer und der Unterricht, der unterbrochen wird, durch die Einführung zu einem anderen Theaterstück ersetzt, in welches der Fallschirmspringer unversehens hineinplatzt.

Regie: 
Sascha Flocken
Ausstattung: 
Caroline Stauch
Dramaturgie: 
Julia Mayr, Teresa Gburek
Theatervermittlung: 
Kathrin Lehmann, Linda Thaller
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater + Theater mobil
Dauer: 60 Minuten
Donaukurier – 26.01.2019
»Benjamin Dami begeistert in Reihaneh Youzbashi Dizajis ›Jump!‹«

Rundum begeistert zeigt sich die Rezensentin des Donaukurier: »Regisseur Sascha Flocken hat das Stück mit großem Gespür für die Befindlichkeiten dieser Altersstufe in Szene gesetzt und schickt seinen Protagonisten Benjamin Dami auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Spannend ist es, wie der diese merkwürdige Figur des Fallschirmspringers entwickelt. Immer wieder wechselt er von der Gegenwart in die Vergangenheit. Da ist der Vater, der die Mutter schlägt und später die Familie für eine neue verlässt. Da ist der Autounfall und das anschließende Koma. Da gibt es Flashbacks in die Schulzeit. Systemimmanente Abhängigkeitsverhältnisse. Leistungsdruck. Soziale Fallstricke. Familiäre Katastrophen. Träume von einer erfolgreichen Zukunft. […] Regisseur Sascha Flocken und sein Schauspieler Benjamin Dami haben äußerst präzise gearbeitet und halten sehr genau die Balance zwischen Psychogramm und Poesie, Drangsal und Komik. Das Stück beginnt wie ein Krimi, schlägt den Bogen zur kritischen Gegenwartsbefragung und endet –›Genug Angst gemacht!‹ – als Mut-mach-Theater. Immer wieder bezieht Benjamin Dami das Publikum mit ein. […] Er spielt mit großer Energie und erstaunlichen Zwischentönen, bietet dem Publikum starke Identifikationsmöglichkeiten und sendet eine klare Botschaft: Egal woher du kommst Und wohin du willst, egal welche Schwächen oder Ängste dich umtreiben – sei du selbst. Nur dann bist du bereit für den Sprung ins Leben.«

Kulturkanal – 29.01.2019
»spannende Bespielung des Klassenzimmers«
»Hautnaher geht Theater kaum. Mit ›Jump!‹ geht das Junge Theater Ingolstadt in Klassenzimmer. Und zwar, und das ist der Clou, ohne dass die Schüler vorher informiert werden, dass sie in dieser Unterrichtsstunde eine Theateraufführung erwartet. […] ›Jump!‹ ist ein so spannendes Theaterexperiment, weil hier wirklich keine Rampe zwischen Bühne und Zuschauerraum existiert und die Schülerinnen und Schüler nicht nur räumlich unmittelbar einbezogen werden. Und das völlig zwanglos und angstfrei, in ihrem vertrauten Umfeld. Ihr müsst euch nicht melden, sagt Dami immer wieder. Sie heben dennoch immer den Finger, um zu fragen, Fragen zu beantworten und zu kommentieren. […]« Die Rezensentin lobt die schauspielerische Leistung: »Schauspieler Benjamin Dami bewältigt die Herausforderung zwischen Rolle und spontanem Schülerkontakt bravourös. Das kann besonders dann ziemlich schwierig sein, wenn die jungen Menschen ihn gar nicht mehr zu Wort kommen lassen. Oder ihn einfach im Moment sprachlos machen, über ein wunderbares Bild der Angst, das so bildhaft schön nicht einmal der Autorin eingefallen ist.«
Neuburger Rundschau/Augsburger Allgemeine – 28.01.2019
»Den Sprung wagen«
Dank »theatralischer Mutmacher, […] darunter natürlich unverzichtbar das Publikumsge-spräch, das bei Kindern immer gut ankommt«, komme das pädagogische Anliegen des Stü-ckes keinesfalls dröge daher. »60 Minuten dauert die Aufführung, und dass kein Moment von Langeweile entsteht, sondern alles ebenso nachdenklich wie vergnüglich verläuft, ist dem Solodarsteller Benjamin Dami zu verdanken. Er spielt nicht nur virtuos, sondern auch mit einem so verführerisch liebenswerten Ausdruck, dass ihm die Sympathien von Jung und Alt gewiss sind.«