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Skin Deep Song - Pressestimmen

Süddeutsche Zeitung – 22.03.2019
»Spielen, um zu überleben«
Der Rezensent der Süddeutschen Zeitung lobt das fabelhafte Sound-Design: »Malte Preuß bringt Krieg zum Klingen, Verwüstung, Leere, er flechtet die für die Aufführung nötigen Songs mit ein, Otis Redding etwa. […] An diesem Ort der Zerstörung aller Zivilisation erschafft Alexander Nerlich Menschen. […] Vieles, was man hier sieht, ist Ausgeburt dieses Spiels, vielleicht gar alles, es gibt keine definierte Realität mehr, weil es keine Welt mehr gibt. […] So zerhaut hier alles ist, so erzählt Nerlich doch von einer letzten Hoffnung, von mancher tröstlichen Erinnerung.«
Augsburger Allgemeine/ Neuburger Rundschau – 25.03.2019
»So rätselhaft wie kunstvoll«
»›Skin Deep Song‹ […] gehört zu der Sorte von Stücken, deren tieferer Sinn rätselhaft bleibt, deren Realisierung aber, und dies ist hier ganz entscheidend, hoher Kunstfertigkeit bedarf. Diese Hürde nimmt die Inszenierung Alexander Nerlichs im Kleinen Haus des Stadttheaters Ingolstadt souverän. Man geht nach 90 Minuten […] voller Bewunderung für starke Bilder. […] Unter ästhetischen Gesichtspunkten ist unter Nerlichs Regie ein kleines Gesamtkunstwerk gelungen: Bühnenbild (Wolfgang Menardi), Musik und Sounddesign (Malte Preuß), Kostüme (Žana Bošnjak) und Choreografie (Alice Gartenschläger) – alles gelingt höchst stimmig, höchst artifiziell. Und außerordentlich vorzüglich agiert das Darsteller-Sextett.«
Donaukurier – 23.03.2019
»Party, Torte, Totentanz«

»[…] Regisseur Alexander Nerlich lässt das Stück im Kopf des traumatisierten Mädchens spielen und findet dafür eindringliche, verstörende, alptraumhafte Bilder. […] Wolfgang Menardis Einheitsbühnenraum ist eine apokalyptische Sondermülldeponie, die wie Žana Bošnjaks schräge Endzeit-Kostüme viele Assoziationen zulässt und einen spannenden Spielplatz für das Ensemble schafft. Das zeigt sich hoch konzentriert und virtuos in der Darstellung. Mira Fajfer und Sarah Schulze-Tenberge bilden als Woden und Mimi das Zentrum der Inszenierung und verblüffen nicht nur in den elegant synchronen, sinnlichen Choreografien (Alice Gartenschläger) durch ihre hohe Präzision, sondern auch durch kompromissloses, intensives, bizarres Spiel, das stets die Rätselhaftigkeit ihrer Kind-Frau-Figuren wahrt. […] Klangkünstler Malte Preuß gibt dazu den Herzschlag vor, verstärkt die Dynamik des Spiels oder auch die Brüche, lässt es hart wummern, weht musikalische Echos aus einer anderen Zeit heran, setzt die Neuronen unter Störfeuer. Und Alexander Nerlich führt all das raffiniert zu einem hochkomplexen Kunstwerk zusammen. Dass der Regisseur ein Spezialist für abgründige Seelenstücke ist, hat er in Ingolstadt mehrfach (›Jenny Jannowitz‹, ›Dekalog‹, ›Asche‹) unter Beweis gestellt. Auch, dass er das Ensemble stets zu Höchstleistungen anspornt. Exzellent ist dieses Spiel voller Aberwitz und dunkler Poesie. Erschreckend und berührend. Dieser Krieg im Kopf lässt einen lange nicht los.«

Kulturkanal – 23.03.2019
»Trauma-Bewältigung als Endlos-Schleife«

»Bedrückend, aber ungemein stark und präzise hat Regisseur Alexander Nerlich Noah Haidles ›Skin Deep Song‹ im Kleinen Haus des Stadttheaters inszeniert« und dabei »präzise und feinnervig die fließenden Übergänge der Zeitebenen und Spielsituationen« definiert. »Zana Bosnjak hat wunderbare Fetzenkostüme aus Abendgarderobe-Versatzstücken und Müllhalden-Trash kombiniert.« Großen Anklang findet auch die schauspielerische Leistung der Darsteller: »Mira Fajfer und Sarah Schulze-Tenberge als die beiden Schwestern machen das großartig. Die Verzweiflung über den Verlust der Eltern, anfangs auch die Lust an neuen Spielvarianten des immer Gleichen, die Sehnsucht nach der heilen Familienwelt der Vergangenheit und das Gefangensein in der Zeitschleife ihres Traumas. […] Wenn Jan Gebauer als dementer Großvater, auch er in seiner Desorientiertheit ein Reisender in einer Zeitschleife, mit großer Sanftheit immer wieder nach der Bushaltestelle fragt, an der er seine längst verstorbene Frau zu treffen hofft, sich mit einer der Mädchen auf ein letztes Reise-Spiel begibt und das alte Lied ihrer Kindheit singt, eben jenen Skin Deep Song, ist gerade in dieser tröstlichen Ruhe der traurigste Moment des Abends gekommen.«

Landshuter Zeitung/ Straubinger Tagblatt – 26.03.2019
»Die Hoffnung ist ein böser Clown«
»Die Geschichte und die Inszenierung sind in all dieser düsteren Verschrobenheit reichlich spektakulär: Es geht ums Auge im Orkan der Macht, wo nichts herrscht als ausweglose Sinnlosigkeit. […] Die Schauspieler lassen sich ein auf diese Zombiewelt, ausgestattet mit skurrilem Leichen-Outfit (Kostüme: Ẑana Boŝnjak) und der großen Energie zum Mitgestalten am Alpträumlichen, wobei vor allem das Geschwisterpaar Mira Fajfer und Sarah Schulze-Tenberge es hinbekommt, hinter allem Surrealismus viel Sehnsucht und Leidenschaft zu zeigen […]. Ralf Lichtenberg und Victoria Voss sind ein grandioses Zombie-Paar, das Strahlkraft gewinnt aus permanenter negativer Energie […].«