Sarah Horak / © Jochen Klenk

Die arabische Nacht

Roland Schimmelpfennig

»Die Nacht ist warm. Nichts rauscht mehr. Nur das Heulen. Klingt fast wie Wüstenwind.«

Als Träumen noch geholfen hat. Etwas stimmt hier nicht. Hausmeister Lomeier bemerkt es als erster. »Verdammt, kein Wasser!«- und das mitten im Sommer. Im Hochhaus herrscht brütende Hitze. Notstand! Lomeier geht der Sache nach. Im siebten Stock hinter Tür 32 rauscht es. Deutlich ist hier rieselndes Wasser zu hören. Mysteriös! Dort duscht Franziska wie jeden Abend. Und wie jeden Abend schläft sie danach bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Sofa ein und vergisst ihren Namen, vergisst, wer sie ist. Die Schlafsüchtige träumt, wie sie als Kind auf einem Basar entführt wurde, im Harem eines Scheichs heranwuchs und wie die eifersüchtige erste Frau des Scheichs einen schrecklichen Fluch über sie verhängte. »Jemand müsste sie wachküssen«, meint Fatima, ihre arabische Mitbewohnerin, und weiß nicht, dass gleich drei »Prinzen« der Melodie des Wassers folgen, um das orientalische Dornröschen zu küssen. Mit dabei ist ihr eigener Liebhaber Kalil...

Roland Schimmelpfennig spielt in seinem Stück mit Märchenanleihen und zeigt, dass Fiktion mächtiger sein kann als die Realität.

Regie: 
Marlene Anna Schäfer
Ausstattung: 
Jan Hendrik Neidert, Lorena Díaz Stephens
Klanginstallation: 
Olli Holland
Dramaturgie: 
Gabriele Rebholz
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Bernadette Wildegger
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 75 Minuten
Trailer: »Die Arabische Nacht«
v.l.n.r.: Sarah Horak, Sarah Schulze-Tenberge, Matthias Zajgier, Richard Putzinger, Jan Beller / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Richard Putzinger, Sarah Schulze-Tenberge / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Jan Beller, Matthias Zajgier, Sarah Horak, Richard Putzinger, Sarah Schulze-Tenberge / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Schulze-Tenberge, Sarah Horak / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Schulze-Tenberge, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Schulze-Tenberge, Matthias Zajgier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Jan Beller, Richard Putzinger, Sarah Schulze-Tenberge, Matthias Zajgier, Sarah Horak / © Jochen Klenk Sarah Schulze-Tenberge / © Jochen Klenk Sarah Schulze-Tenberge, Jan Beller / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Richard Putzinger, Matthias Zajgier / © Jochen Klenk Sarah Horak / © Jochen Klenk Sarah Horak, Richard Putzinger / © Jochen Klenk Sarah Schulze-Tenberge / © Jochen Klenk Sarah Schulze-Tenberge / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Richard Putzinger, Sarah Schulze-Tenberge / © Jochen Klenk Sarah Schulze-Tenberge, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Sarah Schulze-Tenberge, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Richard Putzinger, Sarah Schulze-Tenberge / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Schulze-Tenberge, Richard Putzinger / © Jochen Klenk Sarah Horak, Jan Beller / © Jochen Klenk
Süddeutsche Zeitung – 10.05.2019
»Zum Abheben«

»Die Regisseurin Marlene Anna Schäfer fürchtet sich nicht vor der rätselhaften Magie des Stücks […]. Sie schafft kein Kitschmärchen, keine Groteske und keine Lesung, sondern ein poetisches, wohltemperiertes Spiel. Sie lässt den Worten Raum zum Atmen, wie auch ihre Bühne ein luftiger, von Plastikplanen umschwebter Ort ist, der Drinnen und Draußen zugleich sein kann, Wüste und Cognacflasche. […] Die Schauspieler berichten nach vorn, ins Publikum hinein, von ihren persönlichen Strapazen dieser Nacht und sind doch von der Regie fein aufeinander abgestimmt. Sie berühren sich und berühren sich doch nicht. So kann sich Schimmelpfennigs unaufdringlicher Humor leicht entspinnen, ohne dass die Rätselhaftigkeit des Stücks verloren ginge. Ein Abend, so angenehm wie ein Teppichflug ohne Turbulenzen.«

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Donaukurier – 06.05.2019
»moderner Sommernachtstraum [...] von einem hingerissenen Premierenpublikum lange beklatscht«

Positiv fällt die Kritik im Donaukurier aus: Das Stück ziehe den Zuschauer sofort in seinen Bann – »durch seine Sprachmacht, seine Poesie, seine ungewöhnliche Komposition, seine irrwitzige Fabulierkunst. […] Die einzelnen Monologe sind raffiniert ineinander montiert, verweben sich delikat mit einer Vielzahl von Echos zu Geschichten und münden in einen vielstimmigen Chor aus Furcht, Traum und Begehren. […] Mit großer Präzision fügt Regisseurin Marlene Schäfer die einzelnen Stimmen zu einem virtuosen Sprechkonzert zusammen, lässt sie anschwellen und wogen und flüsternd versiegen und entfaltet aus Alltäglichem eine eigenartige Magie. Mit Richard Putzinger, Sarah Horak, Sarah Schulze-Tenberge, Matthias Zajgier und Jan Beller steht ihr ein energiegeladenes Ensemble zur Verfügung, das seinen Figuren tragikomische Dimension zu verleihen weiß. […] Der Text verlangt ein feines Gespür für Tempo und Rhythmik, Vagheiten und Irritationen. Marlene Schäfer bringt das alles mit und choreografiert mit geradezu beschwingter Leichtigkeit. Zugleich evoziert sie wundersame Bilder – wenn der Mond aufgeht, die Sterne leuchten oder Sarah Schulze-Tenberges riesiger Schatten an der Wand tatsächlich an Scherenschnitte aus einem Märchenbuch erinnert. […] Wer sich auf diese fantastische Reise einlässt, wird sich hier bestens unterhalten.«

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Kulturkanal – 06.05.2019
»Großer Beifall«

»Regisseurin Marlene Anna Schäfer hat den Redefluss der Figuren, die übereinander, aber nicht miteinander sprechen, klug strukturiert und die Parallelaktionen einfallsreich umgesetzt, ohne das Beschriebene visuell zu doppeln. Und so können aus der Diskrepanz des Gesagten und des Gezeigten durchaus auch komische Situationen entstehen.« Die herbe, technische Ästhetik der Ausstatter Lorena Diaz Stephens und Jan Hendrik Neidert lasse dem Zuschauer Spielraum für die eigene Bildphantasie.

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