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Antigone - Pressestimmen

Donaukurier – 25.02.2019
»viel beklatschte Premiere«

Kathrin Mädler zeige in ihrer Inszenierung, dass der Stoff von Sophokles´ Tragödie Antigone »zeitlos aktuell ist«. Auf der Bühne sei viel Raum für die Sprache, »die […] gut sprech- und hörbar wird – und von dem tadellos rezitierenden Ensemble nah an die Gegenwart gerückt wird.« In Sarah Horaks intensiver Darstellung erfahre das Gerechtigkeitsempfinden der Antigone eine wilde und zugleich zarte Prägnanz. »Eindrucksvoll zeigt Matthias Zajgier dieses Ringen ums Recht oder die totale Macht, die Härte aus Furcht vor dem Gesichtsverlust, die Züge von Paranoia annimmt, aber am Ende erst in einen Vater-Sohn-Konflikt, dann in Verzweiflung mündet. […] Felix Steinhardt verblüfft durch seine Gestaltungskraft der eigentlich undankbaren Wächter-/Botenrolle […]. Kathrin Mädler wählt eine einprägsame Theatersprache, setzt cineastischen Sound gegen die Stille und evoziert effektvolle Bilder – emotional, aber nie pathetisch. Und sie stellt drängende Fragen über die Gegenwart und die Gesellschaft: über Diktatur und Unterwerfung, Männer und Frauen, Rechte und Pflichten, Schweigen und Widerstand. Unbedingt sehenswert!«

Kulturkanal – 25.02.2019
Ein Theater zum Mitdenken und Mitfühlen
»Es ist eine klassisch schlichte Aufführung, die der gebundenen Sprache eine klare Argumentationskultur abgewinnt und mit sparsam eingesetzten Visualisierungen durchaus emotionale Verdichtungen erzeugt. Kathrin Mädler schielt nicht nach Neudeutungsehrgeiz und schrillen Bildern. Ihr Theater überwältigt nicht, es lädt ein. Mitzudenken, und auch mitzufühlen, ist ihr Teil. Und weil sie ein krasses Gut-Böse-Schema vermeidet - die menschliche Antigone gegen Tyrannenwillkür und Staatsräson - wird der Blick frei: Es geht um Erinnerungskultur, um die Deutungshoheit in der Nachkriegsordnung unter einer neuen Regierung, wie wir sie auch heute über Mahn- und Gedenkstätten führen […]. Der blutigen Tragödie setzt Ausstatter Frank Albert eine nüchtern klare Ästhetik mit warmen Terrakotta-Farben entgegen.«
Neuburger Rundschau/ Augsburger Allgemeine – 25.02.2019
»insgesamt solide Inszenierung«
Der Rezensent der Neuburger Rundschau ist beeindruckt von der »Qualität der sprachlichen Gestaltung« der Inszenierung. »Sarah Horak zeigt eine interessante Antigone, gegen das Rollenklischee ist sie eher ein trotziges Mädchen als eine aristokratisch Widerständige. Den Kreon gibt Matthias Zajgier in gewohnter Souveränität.«
Nürnberger Nachrichten – 04.03.2019
»Theater als demokratischer Sinnesschärfer«
Mädler […] durchkämmt in ihrer Ingolstädter Gastregie die Handlung streng, klar und präzise. […] Zeitlos wirkt die Inszenierung, Videoeinspielungen verbinden die Geschehnisse mit der jüngeren deutschen Zeitgeschichte: Es geht hier um ein Menschheits- und Menschlichkeitsproblem. Denn verhandelt wird die Frage: Darf ein Staat alles, auch alles von seinen Bürgern verlangen, selbst wenn daraus Unmenschlichkeit wird? Oder gibt es ein Recht auf Ungehorsam? […] Theater hat im alten Athen schon als demokratischer Sinnesschärfer gedient. Heute gilt das genauso.«