Mira Fajfer / © Ludwig Olah

Am Boden

George Brant

Menschen töten als Schichtarbeit

Die junge und stolze F-16 Kampfpilotin der US Airforce wird ungeplant schwanger und kann ihren Traumberuf vorerst nicht ausüben. Als sie nach der Schwangerschaft zurück ins Cockpit will, versetzen ihre Vorgesetzten sie in die Wüste vor Las Vegas.

Von nun an muss sie von einem klimatisierten Anhänger aus, fernab des Schlachtfeldes, in 12 Stunden Schichten Drohnen fliegen. Tagsüber jagt sie mit einem Joystick Terroristen und abends ist sie Frau und Mutter. Doch diese beiden Dinge miteinander zu vereinen ist nicht einfach. Sie ist 8000 Kilometer weit entfernt vom Kriegsgeschehen in Afghanistan und doch voll dabei.

Aufgrund des großen Erfolgs der Downtown-Produktion am Flughafen Manching-Ingolstadt gibt es nun Termine für Zusatzvorstellungen. Diese finden im Großen Haus mit Bestuhlung auf der Bühne statt.

 

Regie und Bühne: 
Wolfgang Menardi
Kostüme: 
Franziska Schweiger
Musik- und Sounddesign: 
Malte Preuss
Video: 
Stefano Di Buduo
Dramaturgie: 
Donald Berkenhoff
Premiere am ,
Großes Haus
Donaukurier – 27.11.2017
»starker Theaterabend, der lange nachhallt«

Die Downtown-Produktion »Am Boden« bietet »eine kluge, berührende, fesselnde Reflexion über die grotesken Auswüchse der virtuellen Kriegsführung«. Zum außergewöhnlichen Spielort am Flughafen Manching meint der Donaukurier: »[D]ieser Ort, der Hangar, die Welt, für die er steht, die Technik, die Geschwindigkeit, das Transitorische, das alles macht etwas mit einem«. »Nicht nur für die Bühne, sondern auch als Regisseur findet Wolfgang Menardi starke Bilder für dieses eindringliche Stück der permanenten Grenzüberschreitung«, schreibt die Rezensentin anerkennend. Großes Lob finden außerdem Stefano di Buduos Videos, das Musik- und Sounddesign von Malte Preuß und Franziska Schweigers Kostüme. Darstellerin Mira Fajfer spielt »die Zerrissenheit ihrer Figur mit großer Energie, Präzision und Zartheit (…) mit staunenswerter Virtuosität, [sie] wechselt behände zwischen Erzähl- und Spielebene, überträgt die Anspannung auf das Publikum, lässt es die Extreme spüren«. Zu Beginn zeigt Fajfer die »toughe Pilotin (…) mit Pathos und Patriotismus (…) in der Männerdomäne« und geht durch die »Gefühlsklaviatur des Mutterwerdens und -seins«, bis die Figur »zwischen ihrem realen Alltag und der virtuellen Kriegsmaschinerie« schließlich in »fiebriger[r] Paranoia«, »zunehmende[r] Isolation« und »Aggression gegen sich selbst«, im »psychische[n] Zusammenbruch« endet. Bei der Premiere erntet das Stück »Applaus. Minutenlang. Standing Ovations für Wolfgang Menardis bemerkenswerten Theaterabend und die glanzvolle Schauspielerleistung von Mira Fajfer«.

Neuburger Rundschau – 28.11.2017
»sensationell«

»Furios. Atemberaubend, dabei unglaublich textsicher« spielt Mira Fajfer den Monolog »Am Boden«. Für ihre »atemberaubende Vorstellung« wird die Schauspielerin vom »Premierenpublikum mit Standing Ovations gefeiert«. Zum Bühnenbild schreibt der Rezensent Friedrich Kraft: »Im großen Raum hallen Geräusche und Satzfragmente lange nach (…). Das Spiel mit Licht und Schatten ist fantastisch«. Wolfgang Menardis Inszenierung lobt die Neuburger Rundschau als »künstlerisch hoch interessant«.

Kulturkanal – 27.11.2017
»ein Triumph mit Standing Ovations«

Der Monolog »Am Boden« von George Brant »nimmt einem fast den Atem, als wäre man selbst den Fliehkräften eines Kampfjets ausgesetzt«. Beeindruckt von der schauspielerischen Leistung zeigt sich der Kulturkanal: »Ganz allmählich werden Mira Fajfers Bewegungen fahrig, sie entwickelt Ticks, kratzt und wühlt unentwegt mit den Fingern am Kampfanzug. (…) Großartig, wie Mira Fajfer in jeder Phase diese Stationen zwischen einer hochmotivierten Leistungsträgerin und dem fließenden Übergang zu wahnhaften Zügen nachvollziehbar macht«. Regisseur Menardi hat »die Herausforderung dieser Flugzeughalle als Spielort großartig gemeistert«. Betont wird die »packende Intensität dieses Trips in die Höhenflüge und Abstürze einer Herrin über Leben und Tod« durch den Sound von Malte Preuß.