V.l.n.r.: Sascha Römisch, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk

Der Besuch der alten Dame

Friedrich Dürrenmatt

Eine tragische Komödie

Eine Stadt ist bankrott.

Doch plötzlich keimt Hoffnung auf. Ein prominenter Gast hat sich angekündigt: Claire Zachanassian. Sie ist milliardenschwer und als große Wohltäterin bekannt. Doch diese Stadt besucht sie nicht, um zu helfen. Sie will Rache. Tatsächlich stellt sie eine ungeheure Summe in Aussicht: 500 Millionen sollen in die Töpfe der Stadt fließen und 500 Millionen unter der Bevölkerung aufgeteilt werden. Unter einer Bedingung: Der Kaufmann Alfred soll sterben.

Dieser hatte die damals 17 Jährige vor Gericht verleumdet, die Vaterschaft ihres ungeborenen Kindes abgestritten und Claire aus der Stadt geekelt. Jetzt fordert sie Gerechtigkeit gegen Geld. Entrüstet weisen die Bürger das unmoralische Angebot zurück. Aber Claire Zachanassian hat Zeit. Schon fließen die Kredite, Werte und Prinzipien wanken und die Korrumpierbarkeit der Menschen lässt nicht lange auf sich warten.

Friedrich Dürrenmatt schrieb: »Die ›Alte Dame‹ ist ein böses Stück, doch gerade deshalb darf es nicht böse, sondern muss aufs humanste wiedergegeben werden, mit Trauer, (...) doch auch mit Humor, denn nichts schadet dieser Komödie, die tragisch endet, mehr als tierischer Ernst.«

Unsere Wetter-Hotline informiert Sie an den jeweiligen Vorstellungstagen ab 18:00 Uhr, ob die Aufführung stattfinden wird: 0841-30547299.

Regie: 
Ansgar Haag
Ausstattung: 
Kerstin Jacobssen
Dramaturgie: 
Donald Berkenhoff
Musikalische Leitung, Komposition: 
Jakob Dinkelacker, Fabian Simon
Tasteninstrumente, Gesang: 
Charlotte Brandi
Kontrabass, E-Bass: 
Peter Christof
Schlagwerk: 
Jakob Dinkelacker
Gitarren: 
Fabian Simon
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Nicole Titus
Premiere am ,
Freilichtbühne im Turm Baur
Dauer: 155 Minuten, mit Pause
V.l.n.r.: Victoria Voss, Richard Putzinger / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Statisterie, Ralf Lichtenberg, Ingrid Cannonier, Marc Simon Delfs, Statisterie, Matthias Zajgier, Statisterie / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Statisterie, Sascha Römisch, Olaf Danner / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Maik Rogge, Wolfgang Jaroschka, Jan Gebauer, Olaf Danner / © Jochen Klenk Matthias Zajgier / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Sascha Römisch, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Victoria Voss, Renate Knollmann; (Band) Charlotte Brandi, Peter Christof, Fabian Simon, Jakob Dinkelacker / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Statisterie, Sascha Römisch, Ingrid Cannonier, Statisterie / © Jochen Klenk Ensemble / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Charlotte Brandi, Peter Christof, Fabian Simon, Jakob Dinkelacker / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Richard Putzinger, Sascha Römisch / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Renate Knollmann, Victoria Voss, Sascha Römisch / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Wolfgang Jaroschka, Sascha Römisch / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Ingrid Cannonier, Sascha Römisch / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Richard Putzinger, Victoria Voss / © Jochen Klenk Sarah Horak / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Claudio Gatzke, Olaf Danner, Richard Putzinger / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Sarah Horak, Teresa Trauth, Sascha Römisch, Claudio Gatzke / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sascha Römisch, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Claudio Gatzke, Teresa Trauth, Olaf Danner, Sarah Horak, Marc Simon Delfs / © Jochen Klenk V.l.n.r.: Matthias Zajgier, Marc Simon Delfs, Renate Knollmann, Sarah Horak, Jan Gebauer, Mira Fajfer, Wolfgang Jaroschka / © Jochen Klenk Renate Knollmann, Sascha Römisch, Mira Fajfer, Matthias Zajgier, Statisterie / © Jochen Klenk
Donaukurier – 25.06.2018
»Parabel auf menschliche Korrumpierbarkeit, Fragen nach kollektiver Schuld und privater Selbstjustiz«

Regisseur Ansgar Haag besticht mit einer »bildstarken[n] und bisweilen sehr komische[n] Inszenierung, die vor allem mit hinreißend geführten Ensembleszenen zu gefallen weiß«. Hierzu nutzt er eine Version, die von ihm »behutsam gestrafft und modernisiert« wurde. Großen Beitrag zum Erfolg des Freilichtstücks leistet Ingrid Cannonier, die die Titelrolle »mit Verve und furchteinflößender Grandezza zu verkörpern weiß«. Sie zeige als »perfekte Besetzung für diese Rachegöttin« Claire Zachananssian »nicht nur als eiskalte Exzentrikerin, sondern äußerst vielschichtig«, sowie »erfrischend ehrlich – was für viele Lacher sorgt«. Ebenso lobt die Rezensentin Sascha Römisch für sein »anrührende[s] Spiel« in der Rolle Alfred Ills und das ganze Ensemble, »mit welcher Präzision, Konzentration und welch feinem Sinn fürs Komödiantische alle bei der Sache sind«. Denn: »Die Qualität dieser Inszenierung basiert auch auf den gelungenen Ensembleszenen«. Den Raum nutze der Regisseur »optimal – mit nur wenigen baulichen Zusatzelementen«. So heißt es weiter: »Trotzdem ist die Wirkung – vor allem im zweiten Teil – durch eine kluge Lichtregie (Siegfried Probst) enorm«. Ebenso begeistert die »formidable« Band mit einem »Mix aus ›High Noon‹ und Schicksalsmelodie, Jazz, Rock’n’Roll und Vogelgezwitscher«. So setze das Quartett aus Jakob Dinkelacker, Fabian Simon, Charlotte Brandi und Peter Christof »musikalische Ausrufezeichen, kommentiert das Geschehen auf höchst eigensinnige, subtile, geistreiche Weise«.

Landshuter Zeitung/Straubinger Tagblatt – 27.06.2018
»richtig knallermäßige Inszenierung«

Das Theater eignet sich laut Rezensent »als Versuchsebene für soziale und moralische Grundsatzfragen recht gut«. Und dass »Dürrenmatts Meisterwerk ›Der Besuch der alten Dame‹ sich auch für das große Sommer-Freiluft-Theater eignet, beweist jetzt das Stadttheater Ingolstadt«. Regisseur Ansgar Haag gelinge ein »starke[r], unterhaltsame[r] Theaterabend, in dessen Mittelpunkt schlussendlich – neben einem harmonisch agierenden Ensemble – zwei Schauspieler stehen: Römisch und Cannonier. Wie diese mir großes Lässigkeit die Volksverführerin spielt und hinter aller Coolness ihr altes Sentiment durchschimmern lässt, wie jener erst arrogant, dann larmoyant agiert, schlussendlich aber zu sich und seiner Schuld steht – das allein zu betrachten, ist eine Freude«. Ausstatterin Kerstin Jacobssen hat eine »vielfach« nutzbare Bühne geschaffen, einen »Phantasieraum«, indem sie »den verarmten Ort Güllen (…) mit nur ein paar Straßenraum-Zitaten hingesetzt« hat. Besonders beeindruckt die Band, »die viel mehr bietet als Begleitung, sondern zusammen wirkt wie Filmmusik, mit punktgenau passendem Südstaaten-Americana-Folk-Rock, Geräuschen, Maultrommel-Suspense Sound«. So heißt es weiter anerkennend: »Diese extrem phantasiereiche Klang-Collage gibt dem Stück Rhythmus und Tiefenwirkung zugleich, und wenn die Spieler darüber ihre Stimmen legen, erweitert sich das Innere des Turm Baur zum Cinemascope-Format (…) Das ist dann nun wirklich großes Kino«. Damit lautet das Fazit: »›Wir sind das Volk‹, hieß die Überschrift über der ablaufenden Ingolstädter Spielzeit. Dieser Dürrenmatt setzt einen passenden Schlusspunkt«.

Augsburger Allgemeine/Neuburger Rundschau – 25.06.2018
»Was ist ein Menschenleben wert?«

Mit »Der Besuch der alten Dame« bringe Ansgar Haag ein Stück auf die Bühne im Turm Baur, »bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleiben soll«. Und er böte »damit deutlich mehr (…) als ein reines sommerliches Amüsierstück«. Denn so heißt es weiter: »Sinn und Ernst des Stück bleiben gewahrt. Ja, das Makabre steigert sich (…) und wenn dann nach vollzogener arger Tat sich die Dorfgemeinschaft wie arglos wieder zerstreut, dann würde man die berühmte fallende Stecknadel hören, wenn nicht die Musik Crescendo-Suspense liefern würde. Starke Wirkung«. Ebenso überzeugten die Schauspieler. Sascha Römisch » steigert sich einen Abend lang«, Ingrid Cannonier »spielt Claire Zachanassian ansprechend ambivalent«. Demnach lautet das Fazit des Rezensenten: »ein lohnender Abend«.

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