v.l.n.r..: Peter Reisser, Richard Putzinger, Felix Steinhardt, Olaf Danner, Sarah Horak, Victoria Voss, Renate Knollmann, Ulrich Kielhorn, Matthias Zajgier, Péter Polgár / © Ludwig Olah

Pension Schöller

Schwank in drei Akten von Carl Laufs/Wilhelm Jacoby

In einer Bearbeitung von Folke Braband

Wie konnte es nur soweit kommen?

Der reiche Philipp Klapproth wollte doch nur mal so richtig was erleben und sein Neffe Alfred Klapproth brauchte dringend Geld. Also kam es zu folgendem Deal: Der Neffe sollte ihm, gegen angemessene Entlohnung eine Soiree in der Irrenanstalt organisieren. Gesagt getan.

Der Onkel landet in der vermeintlichen Psychiatrie alias »Pension Schöller«, wo reichlich exzentrische Gäste, darunter ein Großwildjäger, eine blutrünstige Schriftstellerin und ein unberechenbarer General residieren.

Klapproth amüsiert sich zunächst prächtig mit den illustren Bewohnern in der angeblichen »Klappse«. Aber was als Heidenspaß beginnt, wandelt sich bald zu einem ebenso bizarren wie beängstigenden Panoptikum. Die Situation eskaliert gänzlich, als die »Irren« Klapproth in seinen eigenen vier Wänden heimsuchen.

Die Ordnung gerät komplett aus den Fugen. Das Chaos hält Einzug in die scheinbar »heile« bürgerliche Welt. Hier tummeln sich Irre, die eigentlich normal sind und Normale, die kurz davor sind, irre zu werden.

Der »Schwank der Schwänke« gehört seit seiner Uraufführung 1890 zu den komödiantischen Dauerbrennern. »Carl Laufs und Wilhelm Jakoby, die beide Präsidenten im Mainzer Carneval-Verein waren, machen das«, so Dramaturgin G. Rebholz, »was professionelle Karnevalisten am besten können: sie stellen die Welt auf den Kopf und spielen lustvoll mit der Erkenntnis, dass die Grenze zwischen Normalität und Wahnsinn letztlich nur eine Frage der Perspektive ist«.

Regie: 
Folke Braband
Ausstattung: 
Stephan Dietrich
Dramaturgie: 
Kai Schmidt
Musik und Sound: 
Felix Huber
Choreografie: 
David Williams
Künstlerisch-technische Produktionsleitung: 
Manuela Weilguni
Premiere am ,
Großes Haus
v.l.n.r.: Victoria Voss, Renate Knollmann / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Matthias Zajgier, Renate Knollmann / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Peter Reisser, Felix Steinhardt / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Felix Steinhardt, Sarah Horak / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Felix Steinhardt, Peter Reisser / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Felix Steinhardt, Olaf Danner, Ulrich Kielhorn / © Ludwig Olah v.l.n.r..: Matthias Zajgier, Peter Reisser / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Péter Polgár, Peter Reisser, Ulrich Kielhorn, Sarah Horak, Richard Putzinger / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Péter Polgár, Victoria Voss, Sarah Horak, Richard Putzinger, Olaf Danner, Peter Reisser, Felix Steinhardt, Renate Knollmann, Ulrich Kielhorn / © Ludwig Olah v.l.n.r..: Peter Reisser, Matthias Zajgier / © Ludwig Olah v.l.n.r..: Peter Reisser, Richard Putzinger, Felix Steinhardt, Olaf Danner, Sarah Horak, Victoria Voss, Renate Knollmann, Ulrich Kielhorn, Matthias Zajgier, Péter Polgár / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Peter Reisser, Richard Putzinger / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Peter Reisser, Victoria Voss / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Richard Putzinger, Peter Reisser / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Peter Reisser, Richard Putzinger, Felix Steinhardt, Olaf Danner, Sarah Horak, Matthias Zajgier, Renate Knollmann, Victoria Voss, Ulrich Kielhorn / © Ludwig Olah © Ludwig Olah v.l.n.r.: Peter Reisser, Richard Putzinger / © Ludwig Olah v.l.n.r: Victoria Voss, Peter Reisser / © Ludwig Olah Peter Reisser, Olaf Danner / © Ludwig Olah v.l.n.r.: Felix Steinhardt, Ulrich Kielhorn, Peter Reisser, Renate Knollmann / © Ludwig Olah
Donaukurier – 30.04.2018
»Gelacht wird viel«

In diesem »lärmigen Verwechslungstohuwabohu, mit Türenkanllen, überdrehten Dialogen und sprachwitzigen Pointen« beweist der Regisseur sein »handwerkliches Können« für die Komödie. »Folke Braband legt ein geschmeidiges Tempo vor, setzt auf Rhythmus, Gagdichte, einen charmanten Look (die Kostüme!) und immer wieder auf das Unerwartete: Comic-Geräusche, musikalisches Pathos (Sound: Felix Huber), Komik aus Chaplin-Filmen«. In den »herrlichen Kulissen« von Ausstatter Stephan Dietrich zeige Braband seine Figuren »im Spiel um Normalität und Wahnsinn (…) hochtourig«, denn: »Normal ist hier keiner. Ihre Bewegungen sind präzise choreografiert, da wird nicht gegangen, sondern geschritten, da gibt es Konversation im Tangotakt«. Die Darsteller, die »allesamt ihr Handwerk aufs Beste beherrschen, schmücken (.) ihre outrierten Figuren verwegen aus, trotzen ihnen Macken und Schrullen ab«.

Augsburger Allgemeine/Neuburger Rundschau – 30.04.2018
»grandios grotesk«
In der Rezension der Neuburger Rundschau findet das Stück durchwegs positive Resonanz: »Der Berliner Regisseur Folke Braband versteht es meisterhaft, leichte Theaterkost kunstvoll aufzubereiten«. Der »Klamauk-Klassiker ›Pension Schöller‹« werde vom Regisseur in »Richtung Groteske« getrimmt und wird als »ziemlich hemmungslos« wahrgenommen. Neben den »großartigen« Schauspielerinnen und Schauspielern, die mit ihren Gags und Pointen glänzen, findet auch die »pfiffige Gestaltung von Musik und Sound durch den Hamburger Felix Huber« sowie »die pittoreske, am Altberliner Kolorit orientierte Ausstattung von Stephan Dietrich« großen Anklang. Alles in allem ein »grandiose[r] Theaterspaß«.