v.l.n.r.: Richard Putzinger, Katharina Solzbacher, Péter Polgár, Renate Knollmann, Jan Gebauer, Sarah Horak, Enrico Spohn / © Jochen Klenk

Dreamtime

Ein Theaterspektakel nach Motiven von Shakespeares »Macbeth«

Musik: Martyn Jacques (The Tiger Lillies)

11. Jahrhundert Schottland: Drei Hexen prophezeien Macbeth, Than von Glamis, dass er bald König von Schottland werden wird und von da herrscht nur noch Grauen. Macbeth gilt als das Unheilsdrama schlechthin. Shakespeares kürzeste Tragödie ist ein rabenschwarzes Spektakel über Machtgier, Wahnsinn und Mord.

Macbeth und seine Lady agieren wie Besessene, beherrscht von dämonischen Wesen, verfolgt von dunklen Träumen. Alles schwarze Magie? Haben ihnen die Hexen diese blutrünstigen Ideen, diese Morddämonen, eingepflanzt? Oder geistern die Visionen von Macht nicht schon immer durch ihre Köpfe? Macbeth mordet um die Krone zu erlangen und viele Morde werden folgen. Mehr und Mehr verstricken sich Macbeth und die Lady in ihrer eigenen Phantasie, sind unheilvoll gefangen in einem selbstgeschaffenen Alptraum.

Dieser blutigste aller Träume spielt in der Nacht. Macbeth ist ein Nachtstück. Es ist immer Nacht, aber keiner schläft. »Macbeth hat den Schlaf gemordet«, so Jan Kott. »Macbeth kann nicht mehr einschlafen. In ganz Schottland vermag es niemand mehr. Es gibt keinen Schlaf mehr, es gibt nur noch Alpträume.«

Seit alters her glauben Theaterleute, dass das Stück Unglück bringe. Shakespeare soll für die Hexenszenen echte Zauberbeschwörungen verwendet haben. Ein Fluch liegt über dem Stück. Vom »Theater des Blutes« ist die Rede. Von schrecklichen Bühnenunfällen wird erzählt, bei denen es sogar Tote gab. Schauspieler sprechen bis heute den Namen des Stückes nicht laut aus. Nennen es nur »The Scottish play« – »Das schottische Stück«.

The Tiger Lillies, die seit dem Musical »Shockheaded Peter« auch die Theaterwelt erobert haben und bekannt sind für ihren buchstäblich britischen Humor und ihre schaurig-schönen Moritate, schrieben für diesen Balladenabend die Songs und die Musik.

Regie: 
Knut Weber
Ausstattung: 
Susanne Hiller
Musikalische Leitung: 
Matthias Flake
Video: 
Stefano Di Buduo
Dramaturgie: 
Gabriele Rebholz
Künstl.-techn- Produktionsleitung + Betreuung Bühne: 
Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Kathrin Lehmann
Premiere am ,
Kleines Haus
Dauer: 130 Minuten, mit Pause
v.l.n.r.: Péter Polgár, Katharina Solzbacher, Jan Gebauer, Richard Putzinger, Renate Knollmann / © Jochen Klenk © Jochen Klenk Jan Gebauer / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Richard Putzinger, Péter Polgár, Jan Gebauer, Enrico Spohn, Katharina Solzbacher, Sarah Horak, Renate Knollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Jan Gebauer, Enrico Spohn / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Jan Gebauer, Enrico Spohn, Richard Putzinger, Sarah Horak, Katharina Solzbacher, Péter Polgár, Renate Knollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Enrico Spohn, Sarah Horak / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Enrico Spohn, Renate Knollmann, Katharina Solzbacher, Péter Polgár / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Enrico Spohn, Péter Polgár, Katharina Solzbacher / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Enrico Spohn, Renate Knollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Jan Gebauer, Péter Polgár, Richard Putzinger, Enrico Spohn / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Jan Gebauer, Sarah Horak, Péter Polgár, Katharina Solzbacher, Richard Putzinger, Enrico Spohn, Renate Knollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Katharina Solzbacher, Renate Knollmann, Sarah Horak / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Richard Putzinger, Katharina Solzbacher, Péter Polgár, Renate Knollmann, Jan Gebauer, Sarah Horak, Enrico Spohn / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Renate Knollmann, Jan Gebauer, Richard Putzinger, Sarah Horak, Enrico Spohn, Péter Polgár, Katharina Solzbacher / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Richard Putzinger, Sarah Horak, Enrico Spohn / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Renate Knollmann, Jan Gebauer / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Katharina Solzbacher, Renate Knollmann, Sarah Horak / © Jochen Klenk Renate Knollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Enrico Spohn, Péter Polgár, Jan Gebauer / © Jochen Klenk
Donaukurier – 11.12.2017
»Wie viel Nacht steckt in uns selbst?«

Als »wahrlich ein Gesamtkunstwerk« lobt der Donaukurier Knut Webers »Dreamtime«. Dazu tragen »die dreiköpfige Band (Jakob Dinkelacker, Matthias Flake und Christoph Schultheiß), die diese rumpelnde, säuselnde, anarchische Tiger-Lillies-Musik so erfinderisch umsetzt«, »Stefano di Buduos Schwarz-Weiß- Videos von schwebenden Dolchen und bluttropfenden Mündern, Susanne Hillers prachtvolle Kostüme aus schottischem Karo, Kampfstiefeln und Nachtvogelfedern [und] die Akteure, die sich dem abgründigen Treiben im stetigen Rollenwechsel mit packender Energie und großer Spiellust hingeben«, bei. »[S]ieben herrlich singende Schauspieler (…) (beeindruckend vor allem Enrico Spohns Falsett-Darbietungen)« geben die Lieder »allesamt großartig« wieder. Mit »dämonischem Witz und kühner Bildsprache« inszeniert Intendant Knut Weber ein »faszinierende[s] Mit- und Ineinander von Schauspiel und Musik, Raumidee und Videokunst, Maske und Kostüm, Licht und Soundeffekten«. So lautet das Fazit: »Das alles zeugt von überbordender Fantasie und einem packenden Zugriff auf den Stoff«. Das »furiose Theaterspektakel« wird vom Premierenpublikum »frenetisch gefeiert«.

Kulturkanal – 11.12.2017
»Hier stimmt einfach alles«

»Frenetische[n] Jubel« erntet Knut Webers Inszenierung, die »starke Bilder« und »das ganze Spektrum großer Theatermittel« bietet. Vier männliche Darsteller spielen Macbeth, »gespaltene Persönlichkeiten zwischen Angst, Skrupel und Blutrausch«, drei Schauspielerinnen seien als »grandios singende Vaudeville-Ladies« zu sehen und in Stefano di Buduos »virtuosen Vexierspiel aus Livekamera und Videos verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Phantasmagorien«. Besondere Anerkennung findet Enrico Spohn: Das Ensemblemitglied »imitiert glänzend den Falsettgesang, der typisch für die Songs der Tiger Lillies ist«. Dem »fulminante[n] Theaterspektakel« werden laut Kulturkanal »kleine Gesten zum Schmunzeln« entgegengesetzt, das »Pathos aus Schrecken, Gewalt und Blut [wird] mit der Ironie des Spielerischen abgemildert« und »dank der fröhlichen Ohrwurm-Melodien, dem hinreißenden Instrumentaleinsatz des Musikertrios um Matthias Flake, geht man (…) in jeder Hinsicht beglückt aus dieser Aufführung«.

Augsburger Allgemeine/Neuburger Rundschau – 12.12.2017
»Der begeisterte Applaus am Ende ist wohlverdient«

Besonderes Lob finden in der Neuburger Rundschau die Schauspieler, denn sie »schlüpfen mit großer Spielfreude in verschiedene Rollen, wobei es vor allem dann spannend wird, wenn etwa alle vier Männer die Teilpersönlichkeiten der Figur Macbeth gleichzeitig darstellen. Gleiches schaffen die Frauen für die anfangs mitleidlose, später zunehmend traumatisiert-wirre Lady Macbeth«. Gemeinsam gibt das Ensemble die »schaurig-schönen Jahrmarktslieder der Tiger Lillies« wieder, »musikalisch begleitet von einer dreiköpfigen Band unter der Leitung von Matthias Flake«. Weiter schreibt der Rezensent anerkennend: »Es gelingt dem Team um Knut Weber, mithilfe von Musik, Schattenspiel, Videos und reichlich Kunstblut eine grotesk-burleske Show aus Shakespeares finsterstem Stück zu machen, doch das Grauen ist immer nur einen Takt weit entfernt«.