Biedermann und die Brandstifter

Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch

The roof, the roof, the roof is on fire!

Nomen est omen – kürzer lässt sich Gottlieb Biedermann kaum beschreiben. Er ist das Paradebeispiel der Haltung: »Ich bin zwar kein Mitglied einer (beliebige ›gemäßigt radikale‹, sich benachteiligt fühlende Gesellschaftsgruppe), ABER … « Oder: »Das wird man doch noch sagen dürfen.« – gern auch hinter vorgehaltener Hand und im stillen Kämmerlein. Auf der anderen Seite, versucht Gottlieb einen Glauben an das Gute im Menschen für sich zu erfinden. Und diesen mit nahezu obsessiver Blindheit zu verfolgen, allein um sich der freundlichen Verbundenheit der offensichtlichen Brandstifter zu versichern, die er sich, samt einigen Fässern Benzin, unter sein Dach geholt hat. Als bei Allen die inneren Alarmglocken schellen, traut sich der Gastgeber schon nicht mehr, die neuen Mitbewohner vor die Tür zu setzen. Denn einen Brandstifter möchte ein Hausbesitzer nicht zum Feind haben. Also bleibt man bis zum bitteren Ende freundlich und bieder. Bis es zu heiß wird. Max Frisch bezeichnete sein Theaterstück als »hermetisch-offene Parabel«. Er zeichnet mit Gottlieb Biedermann eine Figur, die von den Überlegenen, den Mächtigen, akzeptiert werden möchte und dennoch selbst das Gefühl der Überlegenheit liebt. Eigentlich will dieser Gottlieb nichts Böses. Eigentlich will er nichts, außer seine Ruhe. Eigentlich hat das Ganze auch nichts mit ihm zu tun. Und eigentlich schafft er ein gefährliches Vakuum. »Wer sich nicht mit Politik befaßt, hat die politische Parteinahme, die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: Er dient der herrschenden Partei.«, oder der (Über)Macht, so Max Frisch »Der Mensch steuert in seinem Verhalten von einer Katastrophe zur nächsten. Er übersieht - meist bewusst - die Vorzeichen, die ihn davor warnen«,so Regisseur Robert Besta

Regie: 
Robert Besta
Ausstattung: 
Steven Koop
Dramaturgie: 
Dr. Judith Werner
Künstl.-techn- Produktionsleitung + Betreuung Bühne: 
Manuela Weilguni
Theatervermittlung: 
Somayeh Farzaneh
Premiere am ,
Kleines Haus