Richard Putzinger / © Jochen Klenk

Wir lieben und wissen nichts

von Moritz Rinke

Hannah und Sebastian – Roman und Magdalena – zwei Paare - zwei Wohnungen - ein Wohnungstausch.

Was theoretisch so einfach scheint, birgt mehr Fallen und Unwägbarkeiten als man denkt. Eigentlich wollten sich die beiden Paare nur kurz treffen. Den Transporter mit dem Gepäck von Roman und Magdalena ausräumen und mit den Kisten von Hannah und Sebastian beladen, Schlüssel tauschen und fertig. Aber schon mit dem ersten Schritt über die Schwelle von Hannahs und Sebastians Wohnung beginnen die Revierkämpfe der beiden Männer – die Arena im Wohnzimmer ist freigegeben. Es werden alte Krisen und Konflikte ans Licht gezerrt.

In einer Welt, die sich scheinbar immer schneller dreht, ist es schwer Fuß zu fassen und zu wissen, wo man hingehört. Genau so geht es den beiden Paaren an diesem Abend. Sie reisen dem dynamischen Arbeitsmarkt hinterher, tauschen ihre Wohnungen und haben, neben ihrem Job,nur ihren Partner als Fixpunkt. Aber ist der Mensch, mit dem man zusammenlebt, noch der mit dem man vor langer Zeit einmal zusammen gekommen ist? Die scheinbare letzte Sicherheit im Leben beginnt feine Haarrisse zubekommen. Und dann ist es soweit; die beiden Frauen beginnen sich  für den jeweils anderen Mann zu interessieren. Alles fängt an zu zerfallen. Auf dem Höhepunkt der Eskalation fällt sogar ein Schuss. Moritz Rinke schafft es mit einem scharfen Blick auf die Menschen und ihre Leben, die komischen und bissigen Momente zu zeigen. Wieder einmal gibt es eine temporeiche Zimmerschlacht für vier Schauspieler im Studio.

Regie: 
Patrick Schimanski
Ausstattung: 
Charlotte Labenz
Dramaturgie: 
Paul Voigt
Premiere am ,
Studio im Herzogskasten
Dauer: 100 Minuten
Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Victoria Voss, Sarah Horak, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Peter Reisser, Victoria Voss, Sarah Horak, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Richard Putzinger / © Jochen Klenk Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Victoria Voss, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Richard Putzinger, Victoria Voss / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Richard Putzinger, Sarah Horak, Peter Reisser / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Peter Reisser, Richard Putzinger, Victoria Voss, Sarah Horak / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Victoria Voss, Sarah Horak / © Jochen Klenk Peter Reisser / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Victoria Voss, Peter Reisser / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Peter Reisser, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Richard Putzinger, Peter Reisser / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Peter Reisser, Sarah Horak / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Peter Reisser, Sarah Horak / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Peter Reisser, Sarah Horak, Richard Putzinger, Victoria Voss / © Jochen Klenk Victoria Voss / © Jochen Klenk Richard Putzinger / © Jochen Klenk
Anja Witzke, Donaukurier – 28.11.2016
»großer Applaus«

Der Donaukurier berichtet begeistert von »Rinkes Stück«, welches »klug und effektvoll gebaut [ist]«. »Es braucht nicht mehr als vier exzellente Schauspieler in einem fast leeren Raum (Ausstattung: Charlotte Labenz), um seine volle Wirkung zu entfalten. Die stehen Schimanski mit Richard Putzinger, Sarah Horak, Peter Reisser und Victoria Voss zur Verfügung.« Diese Inszenierung lag »bei Regisseur Patrick Schimanski in den besten Händen«.

»Rinkes Stück besticht durch pointierte Dialoge. Und es ist eine Kunst, sie so trocken zu servieren, dass die Pointen zünden. Schimanskis Schauspieler-Quartett beherrscht diese Kunst«. Außerdem »stellt [das Stück] ernste Fragen über den Zustand unserer Welt. Aber weil man dabei so viel lachen muss, wird einem das Ausmaß der Katastrophe nicht bewusst. Was für ein Glück. Großer Applaus.«

Friedrich Kraft, Neuburger Rundschau – 28.11.2016
„unbedingt empfehlenswert“
Friedrich Kraft berichtet von »diese[r] Variation zum Thema verkorkste Partnerschaften«, die »Patrick Schimanski höchst geschickt und unterhaltsam eingerichtet [hat], mit dem Gespür für Situationskomik und wunderbaren Wortwitz der Vorlage«. Insgesamt ist »[d]ie 90-minütige Inszenierung sehr amüsant und kurzweilig. Victoria Voss, Sarah Horak und Peter Reisser agieren vorzüglich. (…) Richard Putzinger, der Vierte der verqueren Runde, (…), ist ganz wunderbar, spielerisch, vor allem aber sprachlich virtuos, bereitet reines Vergnügen, erweist sich wieder einmal als Glückfall für das Ingolstädter Theater. Besonders auch deshalb ist die Aufführung unbedingt empfehlenswert.«
Isabella Kreim, Kulturkanal – 28.11.2016
»eine rundum gelungene Aufführung«

Wenn zwei sich streiten, amüsiert sich das Publikum, zu diesem Schluss kommt der Kulturkanal. Diese »mit intellektuellem Witz geschriebene Wohnungstausch-Komödie«, inszeniert » Regisseur Patrick Schimanki (…) mit seiner inzwischen dritten Komödien-Inszenierung am Stadttheater Ingolstadt«. » Patrick Schimanski hat Moritz Rinkes weiten Bogen von der leichten Pointenkomödie bis zur tragischen Gesellschaftssatire meisterhaft in Szene gesetzt. Da zündet jeder Satz in den verschränkten Dialogen des Quartetts, das virtuose Tempo lässt den Schauspielern immer noch Raum für vielsagende Blicke, die wachsende Verzweiflung der Figuren behält lange einen komödiantischen Unterton.«

»Das Darsteller-Quartett kann die vier Charaktere in dieser breit aufgefächerten Inszenierung optimal entfalten. Richard Putzinger als Sebastian [spielt] (…) mit unverkrampfter Leichtigkeit, sodass Tragik und Amüsement sich nicht ausschließen. Victoria Voss ist hinreißend komisch. (…) Peter Reisser ist als Technikfreak nüchtern, pragmatisch, rational und ärgerlich über all den Befindlichkeitsquatsch. (…) Sarah Horak als Hannah (…) kann resolut, genervt und liebevoll sein und hat wunderbare kleine mimische Aparts.« »>Wir lieben und wissen nichts< ist eine rundum gelungene Aufführung einer intelligenten Beziehungskomödie, die auch eine ziemlich pessimistische Zeitanalyse beinhaltet. «