v.l.n.r.: Olaf Danner, Peter Reisser, Renate Knollmann, Yael Ehrenkönig / © Jochen Klenk

Bürgerwehr

Alan Ayckbourn

Deutsch von Inge Greiffenhagen

Selbstjustiz.
Ein wunderbares, frisch renoviertes Haus. Eine scheinbar friedliche Umgebung. Leider gibt es in der Nähe einen sogenannten »sozialen Brennpunkt«. Aus Angst vor Einbrüchen und anderer Gewalt beginnt die Nachbarschaft sich zu wehren. Man geht Streife, man bewaffnet sich. Hohe Zäune werden errichtet, Ausweise vergeben. Die wunderbare Nachbarschaft verwandelt sich in ein Ghetto, in welchem die soziale Kontrolle und die gegenseitige Überwachung zum Alltag werden.
Bei der Uraufführung in Scarborough unter der Regie des Autors urteilten die Londoner Zeitungen: »Eine der schwärzesten Ayckbourn- Komödien überhaupt.« (Daily Telegraph), der Evening Standart schrieb: »Bürgerwehr ist das scharfsichtige und witzige Portrait einer paranoid gewordenen Mittelschicht.« Und der »Observer« urteilte: »Bürgerwehr ist gleichzeitig umwerfend komisch und zutiefst moralisch … Das Böse existiert – nicht außerhalb unserer Gesellschaft, sondern in ihrer Mitte.«

Regie und Raum: 
Johannes Lepper
Kostüme: 
Monika Gebauer
Dramaturgie: 
Donald Berkenhoff
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 180 Minuten, mit Pause
v.l.n.r.: Olaf Danner, Renate Knollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Renate Knollmann, Richard Putzinger, Olaf Danner / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ingrid Cannonier, Sascha Römisch, Olaf Danner, Peter Reisser, Renate Knollmann, Yael Ehrenkönig / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Olaf Danner, Ingrid Cannonier, Peter Reisser / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Olaf Danner, Peter Reisser, Renate Knollmann, Yael Ehrenkönig / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ingrid Cannonier, Sascha Römisch, Olaf Danner, Statisterie, Peter Reisser, Yael Ehrenkönig / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Olaf Danner, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Olaf Danner, Renate Knollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Peter Reisser, Yael Ehrenkönig, Renate Knollmann, Sascha Römisch, Olaf Danner, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Katrin Wunderlich, Olaf Danner, Ingrid Cannonier, Yael Ehrenkönig / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ingrid Cannonier, Yael Ehrenkönig, Sascha Römisch, Olaf Danner / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Renate Knollmann, Ingrid Cannonier, Peter Reisser, Sascha Römisch, Richard Putzinger, Olaf Danner, Yael Ehrenkönig / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Olaf Danner, Sascha Römisch, Renate Knollmann, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Richard Putzinger, Sascha Römisch, Renate Knollmann, Olaf Danner, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Peter Reisser, Sascha Römisch, Statisterie, Olaf Danner, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Olaf Danner, Ingrid Cannonier, Sascha Römisch, Renate Knollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ingrid Cannonier, Sascha Römisch / © Jochen Klenk
Donaukurier, Anja Witzke – 02.05.2017
»Ein zugleich komischer wie scharfsinniger Kommentar zur Gegenwart«
Über Johannes Leppers dreistündige Inszenierung zeigt sich der Donaukurier begeistert, denn »[j]e länger sie dauert, umso komischer, tragischer, wahnwitziger wird sie.« Lobend wird daher auch der Autor Alan Ayckbourn erwähnt, der »ein Meister im Aufdecken menschlicher Abgründe« ist. »Mehr und mehr weicht der harmlose Humor des Anfangs tiefergehenden Wahrheiten, geht es um Macht, Missbrauch, Verzweiflung, Lebenslügen.« Bei einer Szene gibt es Szenenapplaus - »perfekt choreografiert, in slow motion und grotesk komisch.« »Regisseur Lepper hat ein feines Gespür für die Diskrepanz zwischen den scheinbar harmlosen Figuren und der Radikalität ihres Handelns, zwischen hohen moralischen Ansprüchen und den Banalitäten des Alltags.« Es sind allesamt »sehr präzise agierende Schauspieler«, besonders »Ingrid Cannonier brilliert als geschwätzige und vor allem schlagkräftige Alkoholikerin Dorothy.« Am Ende kommt der Donaukurier zu dem Schluss: »›Bürgerwehr‹ zeigt, wie aus Biedermännern Brandstifter werden. Ein zugleich komischer wie scharfsinniger Kommentar zur Gegenwart.«
Kulturkanal, Isabella Kreim – 04.05.2017
»viel Applaus für das Ingolstädter Ensemble«
Mit ›Bürgerwehr‹ »hat Komödien-Altmeister Alan Ayckbourn (…) bereits vor 7 Jahren das richtige Stück zum richtigen Zeitpunkt geschrieben«, so der Kulturkanal. »Die Botschaft [des Stücks] ist klar«. Für »eine Schlägerei in ausgefeilter Zeitlupe [gab] es zurecht Szenenapplaus.« Besonders die Schauspieler wurden sehr gelobt: »Yael Ehrenkönig [hat] wunderbare Auftritte als verkorkstes Gewaltopfer, (…) Renate Knollmann [ist] eine sehr protestantische Gouvernante ihres Bruders und der Siedlungsanliegen. Sascha Römisch und Ingrid Cannonier exponieren sich als wichtigtuerischer Fascho und hysterisch begeisterungsfähige Klatschtante mit Alkoholproblem. Peter Reisser ist geradezu anrührend der Waschlappen mit heimlichen Rachegelüsten an seiner untreuen Ehefrau, die Katrin Wunderlich herrlich temperamentvoll und direkt spielt. Richard Putzinger bringt rabiat den Gartenabfall-Häcksler zum Einsatz (…).Olaf Danner wandelt sich vom treuherzigen Softie zur Führerfigur der Bürgerwehr.« Am Ende gibt es »viel Applaus für das Ingolstädter Ensemble«