v.l.n.r.: Jörg Seyer, Ulrich Kielhorn / © Jochen Klenk

Der Impresario von Smyrna

von Carlo Goldoni

Was ist der Wert der Kunst?
Ein reicher Kaufmann aus der Türkei kündigt an, nach Venedig zu kommen, um ein Ensemble für sein neues Opernhaus zusammenzustellen. Ali hat zwar nicht viel Ahnung von Musik, aber dafür Geld und Sinn für Schönheit. Da lassen die Stars und Sternchen der Opernszene nicht lange auf sich warten …
Der 1759 uraufgeführte »Impresario von Smyrna« ist eine Satire auf den Kunstbetrieb und ein Künstlertum, das bereit ist, alles dafür zu tun, um im Rampenlicht zu stehen. Vordergründig geht es darum, wer am schönsten ist und sich am besten verkaufen kann. Aber es geht eben auch: Um die Würde, den Wert und die Schönheit von Kunst und um die Frage: Was ist einer Stadt ihr Theater wert?
In der Zeit schrieb Benjamin Henrichs: »Alles setzen sie ein für das Glücksspiel namens Theater. Den Leib, versteht sich, aber auch die ganze Seele. Alle lügen, was das Zeug hält – aber da alle wissen, dass alle lügen, ist das Theater in gewisser Weise ein Paradies der Aufrichtigkeit. Und wenn die Kunst in ihrer Qual verstummt, bleibt dem Theaterkünstler noch immer ein Trost. Einen nämlich fi ndet auch der Elendeste, einen, den er immer bezaubern und überwältigen kann: sich selber. ›Singen ist eine Sache auf Leben und Tod. [Theater] ist eine heilige Kunst‹, sagt Goldoni. […] Also sind die Schauspieler Götter. Theater ist eine Hungerkunst. Also sind die Schauspieler Bettler. Hierüber verlieren nicht nur Türken den Verstand.«

Regie: 
Knut Weber
Bühnenbild und Kostüme: 
Susanne Hiller
Musikalische Leitung: 
Tobias Hofmann
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 180 Minuten, mit Pause
v.l.n.r.: Jörg Seyer, Ulrich Kielhorn / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Marc Schöttner, Mara Amrita, Katharina Solzbacher, Péter Polgár / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Marc Schöttner, Mara Amrita, Felix Steinhardt, Richard Putzinger / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Péter Polgár, Katharina Solzbacher, Marc Schöttner, Jan Gebauer, Ulrich Kielhorn, Felix Steinhardt, Mara Amrita / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ulrich Kielhorn, Péter Polgár, Katharina Solzbacher / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ulrich Kielhorn, Jörg Seyer, Mara Amrita / © Jochen Klenk v.l.n.r. : Katharina Solzbacher, Jörg Seyer, Mara Amrita / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Katharina Solzbacher, Sarah Horak, Mara Amrita / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Katharina Solzbacher, Sarah Horak, Mara Amrita / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Jörg Seyer, Marc Schöttner, Ulrich Kielhorn / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Richard Putzinger, Sarah Horak / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Katharina Solzbacher / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Sarah Horak, Katharina Solzbacher, Mara Amrita / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Jörg Seyer, Mara Amrita, Richard Putzinger, Sarah Horak / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Mara Amrita, Jörg Seyer, Katharina Solzbacher / © Jochen Klenk Felix Steinhardt / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Felix Steinhardt, Katharina Solzbacher, Marc Schöttner / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ensemble und banda / © Jochen Klenk v.l.n.r. Ensemble und banda / © Jochen Klenk v.l.n.r. Ensemble und banda / © Jochen Klenk
Anja Witzke, Donaukurier – 04.10.2016
»Begeisterter Applaus«

Am Samstag-Abend feierte Goldonis »Der Impresario von Smyrna« unter der Regie von Knut Weber die erste Premiere der Saison im Großen Haus. Der Donaukurier schreibt begeistert:
»Wird (…) doch mal wieder einmal unter Beweis gestellt, wie fantastisch das Ingolstädter Schauspiel(!) ensemble singen kann.« Neben der »köstliche[n] Frauenriege« und dem bereits bekannten Ensemblemitgliedern schreibt der Donaukurier vollen Lobes über Felix Steinhardt, der »mit überraschende[m] Facettenreichtum aufzuwarten weiß« und Sarah Horak, die durch ihre »fulminante Bühnenpräsenz und ihre präzise wie umwerfende Komik betört«.

 »Regisseur Knut Weber bedient sich großzügig bei der Commedia dell´arte, (…) setzt auf das Typenkabinett, auf die große Geste und den lauten Witz, spielt mit Überzeichnung und Theaterzauber, lässt aber auch aktuelle Bezüge einfließen. (…) da brandet Applaus auf.«
Auch Maske und Kostüme finden im Donaukurier anerkennende Worte als »echte Hingucker« (…) »Ausstatterin Susanne Hiller mischt [die Kostüme] frech und punkig auf.  (..) Bei diesem Theater im Theater changiert Webers Inszenierung bewusst zwischen Kunst und Künstlichkeit. (…) Diese Mischung ist keck gemacht.«

Christian Muggenthaler – 15.10.2016
»ein Gewinn, das anzuschauen«

Begeistert berichtet Christian Muggenthaler von »einer prallen Komödie« mit »Verhandlung auf der Meta-Ebene.« Die im »betonte[n], ja überbetonte[m] Commedia-dell’Arte-Stil« gehaltene Ausstattung (Susanne Hiller) »ist so bewusst und gezielt Befrachtung, so plakativ Theaterkunst«. Die Schauspieler zeigen sich in ihren Rollen »exaltiert, weit ausgebreitet, mit köstlicher Mimik und Gestik, sehr ausgestellt und schrägwitzig«. Sie zeigen dadurch »die Notwendigkeiten, die das Theater hat«.

Dies »im Stoff zu entdecken und aufzudecken, ist Aufgabe des Intendanten [Knut Weber].« Er bringt dadurch viele aktuelle Problematiken der Theaterwelt auf die Bühne, etwa »Konkurrenzgetriebenes Gagen-Dumping, (…) potentielle Selbstausbeutungsformen wie die Gesellschaft bürgerlichen Rechts bei Einzelproduktionen. Ohnehin schon sind die Werte des Theaters ins Rutschen geraten. Wo es doch so wertvoll ist. Am Schluss eines kurzweiligen Abends« steht eines fest: »Ja, Herrschaften, dies ist Theaterspiel, gut gemacht. Es ist ein Gewinn, das anzuschauen. Ein Gewinn, der der Investition bedarf.«

Friedrich Kraft, Augsburger Allgemeine – 05.10.2016
»Fantastische Kostüme und groteske Frisuren«

Über Knut Webers Inszenierung der Komödie dell´arte „Der Impresario von Smyrna“ von Goldoni schreibt die Augsburger Allgemeine: »Im stark reduzierten Bühnenbild, in fantastischen Kostümen und grotesken Frisuren (Ausstattung Susanne Hiller) lässt Weber seine Darsteller mit schriller Komik agieren, ohne Scheu vor Plattitüden.« Und setzt anerkennend fort: »Jörg Seyer, Gast aus Berlin als Ali, die drei Diven Sarah Horak, Katharina Solzbacher und Mara Amrita sowie alle anderen machen das hervorragend. (…) am Schluss dann noch ein Trick: die knapp dreistündige Inszenierung endet mit einer vergnüglichen Revue an Opern- und Schlagerhits. Die Band des musikalischen Leiters Tobias Hofmann und das gesanglich starke Ensemble animieren das Publikum zum rhythmischen Klatschen.«

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