v.l.n.r.: Paula Gendrisch, Mara Amrita, Benjamin Dami / © Ludwig Olah

Cyberlove (UA)

von Marion Bott • Auftragsarbeit des Stadttheaters Ingolstadt

ab 12 Jahren

Xenia und Lilly sind Bae*. Lilly und Faruk sind in love. Faruk und Xenia spielen »Leonce und Lena« von Büchner auf der Schultheater-Bühne. Online wissen alle Bescheid. Über alles. Und alles läuft. Wie immer. Außer, dass Xenia diese Woche ganz alleine Zuhause ist und ihre BDAY-PARTY feiert. Eigentlich war der Plan, sie feiern alle zusammen. Eigentlich war der Plan, dass Xenia Lilly endlich mehr von ihren heimlichen Gefühlen für Louis erzählen kann. Aber wie es dann so läuft, alles kommt anders. Xenia verliert die Kontrolle über die Situation und begeht einen Fehler. Was ist schon ein Fehler, wenn NIEMAND ihn mitbekommt? Was ist wohl ein Fehler, wenn ALLE ihn mitbekommen? Was wird aus einem Fehler, wenn Lügen ihn schmücken? Im Chat ist die Hölle los. Online wissen alle Bescheid. Über alles.
Die Beziehungsebenen werden unklar. Wer ist wer und wer schreibt mit wem über was? »Du spielst das so gut«. Die Bühne auf der Xenia, Lilly und Faruk das Stück von Büchner proben, wird zur psychologischen Manipulationsfalle in der die neuesten Gerüchte als öffentliche Waffe gezückt werden. Das Stück begleitet Opfer und Täter in einen virtuellen Wirbelsturm, auf der Suche nach Liebe, Spiel und Macht.

Regie: 
Yvonne Groneberg
Video & Raum: 
Stefano Di Buduo
Musik: 
Wieland Franke
Kostüme: 
Michaela Barth
Dramaturgie: 
Teresa Gburek
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 60 Minuten
Anja Witzke, Donaukurier – 04.04.2016
» ... starkes Stück ... bemerkenswerte Umsetzung ... «

Der Donaukurier findet, dass Marion Bott die Thematik »Cybermobbing« in der Auftragsarbeit des Stadttheaters »behutsam, emotional und klug umgesetzt« hat. Gelobt wird das »eindrucksvoll[e]« Ensemble des Jungen Theaters, die »die Jugendlichen sehr authentisch [spielen]«.
Der Bühnenraum von Stefano Di Buduo » ... ein Gedankenraum, eine Art Bluebox ... « zeige die Durchlässigkeit der angeblich geschützten, privaten Bereich. »Denn wer auch immer seine Träume hier auslebt – er ist stets unter Beobachtung.

Fazit: »Es ist ein starkes Stück - und eine bemerkenswerte Umsetzung.«

Friedrich Kraft, Neuburger Rundschau – 04.04.2016
»Etüde (...) zum aktuellen Thema Mobbing«

Friedrich Kraft schreibt über das Jugendstück zum Thema »Cybermobbing«, es sei auch » ... empfehlenswert (...) für Erwachsene, insbesondere Eltern ... «. Die Inszenierung von Yvonne Groneberg besteche » ... durch flotte und witzige Führung der Figuren. (...) Stimmig sind die Kostümierung (Michaela Barth) und die musikalischen Akzente (Wieland Franke). Paula Gendrisch (Xenia), Mara Amrita (Lilly) und Benjamin Dami (Faruk) agieren vorzüglich.«
Die Auftragsarbeit des Stadttheaters wird in der Neuburger Rundschau beschrieben als »Etüde (...) zum aktuellen Thema Mobbing mit den modernen Mitteln der Kommunikation, die Anonymität und Heimtücke ermöglichen, verbunden mit einer Lehrstunde über Jugend-Slang und dessen Kürzelwahn.«
 

Kulturkanal, Isabella Kreim – 04.04.2016
„ziemlich authentisch“
Der Kulturkanal berichtet von diesem Stück als einen »guten Anlass, damit Eltern und Lehrer mit Jugendlichen über Cybermobbing ins Gespräch kommen können.« Die Ausdrucksweisen werden als »ziemlich authentisch« wahrgenommen, was auch daran liegt, dass das Stück »[m]it Recherchen zum Thema« vom «P-Seminar des Ingolstädter Reuchlingymnasiums unter der Leitung von Christian Albert« unterstützt wurde. »Der Regisseurin Yvonne Groneberg ist es gelungen, die (…) Handlung in ein lebendiges Bühnengeschehen umzusetzen.« Die Schauspieler »Paula Gendrisch, Mara Amrita und Benjamin Dami spielen (…) ernsthaft und engagiert, und Benjamin Dami bemüht sich zudem mit Balzeinlagen um jugendgemäßen Drive.«