Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

von Mark Haddon • Bühnenfassung von Simon Stephens • Deutsch von Barbara Christ

ab 14 Jahren

Der 15-jährige Christopher Boone findet den Hund seiner Nachbarin im Garten mit einer Mistgabel erstochen und beschließt den Mord aufzuklären.

Die Ermittlungen bedeuten eine große Herausforderung für ihn, denn Christopher hat generell Schwierigkeiten, das Verhalten der Menschen um sich herum zu interpretieren. Er hat das Asperger-Syndrom, eine Unterform von Autismus.  Eigentlich geht er niemals weiter als bis zum Ende seiner Straße. Er kann die Körpersprache anderer Menschen, Redewendungen und Metaphern nur sehr schwer entziffern. Wenn ihn in seinem Umfeld etwas besonders verwirrt, zieht er sich zurück in die Welt der Primzahlen, Puzzles, in die Welt der Mathematik und Astronomie, denn dort herrscht Ordnung und Logik und das mag Christopher.

Bei seinen Ermittlungen stößt der Teenager auf ungeheuerliche Wahrheiten, die seine Familie ihm bisher verschwiegen hatte und die sein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Aber Christopher schafft es in der Ausnahmesituation, Mut zu fassen, seine Gewohnheiten und bekannten Wege zu durchbrechen und dadurch eine völlig neue Welt kennen zu lernen.

Mit seinem Coming-of-Age Kultroman erzählt Mark Haddon humorvoll von komplizierten modernen Familienverhältnissen. Er entwirft ein anrührend-authentisches Seelenporträt eines Asperger-Autisten und spickt diese Geschichte vom Anderssein mit den Unwägbarkeiten des Erwachsenwerdens und der Identitätsfindung. Die von Simon Stephens adaptierte Theaterfassung von Mark Haddons preisgekröntem Roman erhielt in ihrer Uraufführung am Royal National Theater in London 7 Laurence Oliver Awards.

Regie und Bühne: 
Donald Berkenhoff
Kostüme: 
Charlotte Labenz
Videografie: 
Stefano Di Buduo
Premiere am ,
Werkstatt/Junges Theater
Dauer: 75 Minuten
Isabella Kreim, Kulurkanal – 29.09.2015
»Ein großartiger, eindringlicher Start«

Über Donald Berkenhoffs Inszenierung »Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Chrsitopher Boone« berichtet der Kulturkanal: »Über das emotionale Psychodrama  hinaus (Briefe von der angeblich toten Mutter!) wird dieser Junge zum Katalysator für das Krankheitsbild einer Gesellschaft, deren Kommunikationsfähigkeit sich in Oberflächenreizen verausgabt. ›Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone‹ im Jungen Theater ist ein großartiger, eindringlicher Start in die neue Saison des Stadttheaters Ingolstadt.«

Friedrich Kraft, Augsburger Allgemeine – 28.09.2015
»Großes Theater auf der Kleinen Bühne!«

Die Augsburger Allgemeine lobt die Inszenierung in den höchsten Tönen. So heißt es dort: »Donald  Berkenhoff (Regie und Raum) hat die Vorlage effizient auf die  Kernfabel  eingekürzt,  (...) Zur hohen Äs­thetik der Aufführung tragen wie­ derum entscheidend die fantasti­schen Video-Einspielungen Stefano Di Buduos bei. Kurzum: Großes Theater auf der kleinen Bühne! Michael Amelung spielt die Hauptrolle perfekt und sehr berüh­ rend. Vorzüglich in den weiteren Rollen: lngrid Cannonier, Benjamin Kneser, Joana Tscheinig, Paula Gendrisch und Benjamin Dami. Die wunderbare Aufführung wurde bei der Premiere bejubelt.«

Anja Witzke, Donaukurier – 27.09.2015
»So poetisch wie komisch«

»Was für ein Kraftakt, diese schmerzhafte Gleichgültigkeit, diese motorische Unruhe, die stete Überforderung und das immense Textpensum in einer Teenagerfigur zu konzentrieren – ohne die schräge Leichtigkeit des Romans außer Acht zu lassen. Es ist ein Spiel, das unter die Haut geht« kommentiert der Donaukurier. Lobend wird beschrieben wie mit »einfachsten Mitteln […]Innen- und Außenräume definiert oder Seelenzustände visualisiert« werden und Schauspieler in eine völlig neue Rolle schlüpfen. Das Stück ist »Detektivgeschichte und Sozialdrama[,] […]so poetisch wie komisch – und ein überzeugendes Plädoyer für das Anderssein.«