Die Reise nach Petuschki

Szenische Lesung nach einem Roman von Wenedikt Jerofejew

Deutsch von Natascha Spitz

Eine (alkohol)seelige Bahnreise. Der Held Wenitschka reist von Moskau nach Petuschki, denn dort will er seine Geliebte mit den unschuldigen Plüschaugen besuchen. Die Zugfahrt kann er zwar nicht bezahlen, aber der Schaffner lässt sich die Fahrt ohnehin am liebsten mit Wodka vergüten und den hat Wenitschka reichlich. Noch bevor er in den Zug steigt, genehmigt er sich ein Gläschen und dann geht es los: eine Bahnfahrt der besonderen Art beginnt. Wenedikt trinkt, die anderen Passagiere trinken und von Station zu Station werden die wodkageschwängerten Gespräche komischer und skurriler, sind voller politischer Anspielungen und gespickt mit obszönen Anzüglichkeiten. Die hochprozentigen Gespräche drohen zu entgleisen und die Reise läuft zusehends aus dem Ruder bis sich kurz vor dem Ziel einenahezu apokalyptische Katastrophe anbahnt …

Inszenierung: 
Knut Weber
Ausstattung: 
Luisa Rienmüller
Dramaturgie: 
Gabriele Rebholz
Premiere am ,
Studio im Herzogskasten
Dauer: 90 Minuten
Anja Witzke, Donaukurier – 26.02.2016
»(...) mit feinem Gespür für die exaltierten und existenziellen Momente(..).«

Der Donaukurier lobt die feine Umsetzung der literarischen Vorlage von Intendant Knut Weber, der »[aus] der langen, feuchtfröhlich-verzweifelten Zugfahrt eine kurzweilige Version extrahiert hat. (...) mit feinem Gespür für die exaltierten und existenziellen Momente(..).«
Großes Lob auch für Schauspieler Peter Greif, der es schafft, »(...) seine Figur, diesen Säufer Wenja, nicht lächerlich macht, sondern vor allem seine Abgründe offenbart.« Das besondere Highlight der Inszenierung sind aber die Puppen der Puppenbauerin und -spielerin Stefanie Hattenkofer, »(...) die aus Jacken, Kissen und Handschuhen kühne Zwitterwesen hervorzaubert.«
Urteil: »Ein herrlicher Abend.«, der besticht » (...) mit einem komplexen Gemisch aus politischen Anspielungen, literarischen Zitaten, satirischen Phantasmagorien, diffusen Selbstreflexionen und überbordender Komik (...)«

Friedrich Kraft, Neuburger Rundschau – 26.02.2016
» ... ungemein theatralisch, kraftvoll, grandios!«

»Knut Weber hat das Literaturstück wirkungsvoll als szenische Lesung für das Studio im Herzogskasten eingerichtet. Der Schauspieler Peter Greif sitzt an einem kleinen Tisch mit zahlreichen Schnapsflaschen darauf, rezitiert aus dem Buch, spricht viele Passagen frei, ungemein theatralisch, kraftvoll, grandios! Ihm assistiert die Puppenspielerin Stefanie Hattenkofer mit fantastischen Kreationen. Die Ausstatterin Luisa Rienmüller hat als Ambiente eine kleinbürgerliche Wohnung eingerichtet. Auf dem Bildschirm eines antiquierten Fernsehgeräts flimmern die Landschaftsbilder aus der Perspektive des Zugfensters.– Starker Beifall bei der Premiere, vor allem für den großartigen Peter Greif.«

Isabella Kreim, Kulturkanal – 26.02.2016
»Faszinierend.«

»Großartig, wie Knut Weber in dieser Inszenierung die nüchterne Lesung mit trostloser Atmosphäre und den Halluzinationen eines Trinkers auflädt«, schreibt Isabella Kreim vom Kulturkanal. »Diese ›Reise nach Petuschki‹ ist ein krasser und sehr bizarr-komischer Ausflug in einen bitter-rauschhaften Blick auf die Wirklichkeit.«