v.l.n.r.: Christiane Dollmann, Miriam Haltmeier, Katrin Wunderlich, Irmela Jane Purvis, Margarete Gilgenreiner, Josepha Sophia Sem, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk

Die Perser

von Aischylos

Deutsch von Dietrich Ebener

Auf der Seite der Verlierer. Düstere Vorahnungen treiben die Königinmutter Atossa um. Ihr Sohn, der Perserkönig Xerxes, ist ausgezogen, das Werk seines verstorbenen Vaters fortzuführen: die Unterjochung der Griechen und die Bezwingung des Meeres, das Asien von Europa trennt. Dann trifft die schlimme Kunde ein: Das Heer der Perser ist bis auf einige wenige geschlagen. Xerxes kehrt besiegt zurück und steht dem Vorwurf des Chores gegenüber, sein Volk in der Fremde gemordet zu haben.

»Die Perser« gelten als das älteste uns überlieferte Drama, damit ist es auch das älteste Theaterstück über den Krieg. Für den Regisseur Hansgünther Heyme bezieht der Stoff seine Aktualität aus der Zeitlosigkeit, die der Text sowohl durch seine poetische, als auch politische Qualität gewinnt, welche ihn nahezu 2.500 Jahre am Leben erhalten hat. Aischylos war, in den uns überlieferten Dramen, immer wieder ein Erneuerer. In »Die Perser« führt er das erste Mal einen zweiten Schauspieler neben dem Protagonisten und dem Chor ein. Heyme meint dazu: »Er erfand den Widerspruch, den Dialog, damit das dialektische Denken. Er ist der Begründer der Tragödie.« Für ihn ist Aischylos derjenige, der den Schlüssel zur Beschreibung von ganz ungeheuerlicher Gewalt, Verzweiflung, verrottender Hybris und Hoffnung sucht. Und das nicht aus Sicht seines Volkes, der Griechen, sondern aus der Perspektive der Verlierer. Dadurch sind »Die Perser« auch immer ein Stück über den Kampf der Kulturen.
»Was liegt heute mehr an als Aischylos’ ›Die Perser‹?«, so Hansgünther Heyme.

Regie & Ausstattung: 
Hansgünther Heyme
Chöre und Musik: 
Matthias Flake
Dramaturgie: 
Donald Berkenhoff
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 90 Minuten
Trailer »Die Perser«; Video/Schnitte: Stefano Di Buduo
v.l.n.r.: Christiane Dollmann, Miriam Haltmeier, Katrin Wunderlich, Irmela Jane Purvis, Margarete Gilgenreiner, Josepha Sophia Sem, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ingrid Cannonier, Matthias Zajgier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Irmela Jane Purvis, Katrin Wunderlich, Matthias Zajgier, Miriam Haltmeier, Christiane Dollmann, Margarete Gilgenreiner, Josepha Sophia Sem / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Irmela Jane Purvis, Katrin Wunderlich, Matthias Zajgier, Miriam Haltmeier, Christiane Dollmann, Margarete Gilgenreiner, Josepha Sophia Sem / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Felix Weber, Ingrid Cannonier, Julia Glotz / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Ulrich Kielhorn, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Béla Milan Uhrlau und Chor / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Miriam Haltmeier, Josepha Sophia Sem, Christiane Dollmann, Margarete Gilgenreiner, Katrin Wunderlich, Irmela Jane Purvis / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Katrin Wunderlich, Margarete Gilgenreiner, Christiane Dollmann, Miriam Haltmeier,  Josepha Sophia Sem,  Irmela Jane Purvis, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Katrin Wunderlich, Irmela Jane Purvis, Ingrid Cannonier, Josepha Sophia Sem, Miriam Haltmeier,  Margarete Gilgenreiner, Ingrid Cannonier, Christiane Dollmann, Matthias Zajgier / © Jochen Klenk Matthias Zajgier / © Jochen Klenk Sem, Ingrid Cannonier, Miriam Haltmeier, Christiane Dollmann, Margarete Gilgenreiner, Irmela Jane Purvis, Ingrid Cannonier / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Margarete Gilgenreiner, Katrin Wunderlich, Béla Milan Uhrlau, Josepha Sophia Sem,  Christiane Dollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Irmela Jane Purvis, Katrin Wunderlich,  Josepha Sophia Sem, Miriam Haltmeier, Ingrid Cannoniere, Margarete Gilgenreiner, Christiane Dollmann / © Jochen Klenk v.l.n.r.: Miriam Haltmeier, Ingrid Cannonier, Christiane Dollmann, Katrin Wunderlich / © Jochen Klenk Ulrich Kielhorn, Chor und Statisterie / © Jochen Klenk
Anja Witzke, Donaukurier – 02.05.2016
» ... Heymes Inszenierung bringt den Text zum Klingen.«

Der Donaukurier lobt die Entscheidung, angesichts der globalen Problematiken wie  Terror und Glaubenskriege, die den täglichen Diskurs bestimmen, ein Stück auf den Spielplan zu setzen, dass sich mit Krieg und seinen Auswirkungen auseinandersetzt – auch wenn es schon über 2.500 Jahre alt ist. » Aber weil Hansgünther Heyme nicht den Fehler macht, es mit vordergründig-brisanter Aktualität oder Psychologisierungen aufzuladen und einen Video-Krieg zu entfachen, sondern dem Text vertraut, der Sprache, der Macht des Theaters, wird es ein starker Abend, der beides schafft: Klassikerpflege in interessanter Ästhetik und emotionales Denktheater.«

Beindruckend der Chor aus sechs Frauen: »Sie sind eine Macht,...«, aber auch das Ensemble bestehend aus Ingrid Cannonier, Matthias Zajgier, Ulrich Kielhorn und Béla Milan Uhrlau. »Sie alle zeigen facettenreiches Sprech-Theater in hoher Präzision und durchaus mit Spielwitz - und Paul-Jakob Dinkelacker liefert dazu den perfekten Sound. Ein vielschichtiges Echo der Schlachtfelder. Schlagwerk- Einschüsse. Schwerterklirren. Todesklagen. Schmerzgesang. Zermürbend. Enervierend. Gegenwärtig.«

Florian Welle, Süddeutsche Zeitung – 03.05.2016
»Jeder Schritt ein Kommentar zum Text«

»Zajgier ist neben dem Frauenchor der Star der Inszenierung: Mit seinem stimmgewaltigen Bericht von der vernichtenden Niederlage der Perser weiß er nicht nur seine Zuhörerinnen, allen voran Atossa, die Mutter von Xerxes, zu fesseln. Sondern auch sukzessive zu schockieren. Doch besonders an Zajgiers Spiel ist was anderes: Denn fast wirkt es so, als würde ihn die Niederlage freuen. Zumindest spricht er von der Leistung der zahlenmäßig unterlegenen Griechen mit irritierend großer Hochachtung. (...) Der Frauenchor: Ihn hat Heyme zu einer stimmlich wie körperlich perfekt aufeinander abgestimmten Gruppe gebracht. Jeder Schritt ist hier ein Textkommentar. Der Rest ist packender Klagegesang, musikalisch unterlegt von bizarren Schlagzeug- und Elektronikgeräuschen des Livemusikers Paul-Jakob Dinkelacker.«