Der Tartuffe

Komödie von Molière

Übersetzung in gereimten Versen von Simon Werle

»Man wird Sie jetzt tartüffizieren« – Ein Plädoyer für das Lachen. Orgon Pernelle sehnt sich nach »Höherem«, nach religiöser Inspiration. Also nimmt er den Geistlichen Tartuffe in sein Haus auf. Die Moral- und Heilslehre, die Tartuffe mit Fanatismus vertritt, bringt Orgon die nötige Portion Seelenfrieden. Erst der finanzielle und gesellschaftliche Ruin öffnet dem Familien patriarchen die Augen. 1664 war Molières Komödie ein Politikum. Der Erzbischof von Paris ließ die gotteslästerliche Komödie verbieten. Molière wurde mit Exkommunikation und Scheiterhaufen bedroht. Über Jahre war der Autor Anfeindungen ausgesetzt. Doch dann siegten die Kunst und das Lachen. Ein wahrer Run auf das Stück setzte ein, das Theater boomte.

350 Jahre später wird mit dem Terroranschlag auf das Satiremagazin »Charlie Hebdo« die Freiheit der Kunst angegriffen. Wir fragen Regisseur Johannes Lepper: »Warum fürchten religiöse Fanatiker seit jeher das Lachen?«
»Das Lachen bei Molière hat, wie bei Charlie Hebdo, einen anarchischen Charakter, es ist respektlos, leugnet Autoritäten. Durch das gemeinsame Lachen entfaltet es seine Kraft gegen Machtansprüche und stellt diejenigen, die sie einfordern, infrage. Man könnte sagen, sie fühlen sich der Lächerlichkeit preisgegeben. Dadurch fühlen sie sich bedroht, sie verlieren an Einfluss und das fürchten sie. Ich weiß nicht, ob die Bürger von Paris damals zu einem ›Je suis Molière‹ hätten zusammenstehen können, es gab einen König ... heute leben wir in der Demokratie und können es. Das Theater beginnt an der Stelle aber vielleicht auch einen Dialog über die Freiheit der Kunst, die Freiheit der Andersdenkenden, Verantwortung im Umgang miteinander, den Sinn oder Unsinn von Provokation.«

Regie und Bühne: 
Johannes Lepper
Bühne: 
Johannes Lepper
Kostüme: 
Monika Gebauer
Dramaturgie: 
Donald Berkenhoff
Premiere am ,
Großes Haus
Dauer: 140 Minuten, mit Pause
Jesko Schulze-Reimpell, Donaukurier – 26.10.2015
»Brilliant inszenierte Groteske«

Über die Umsetzung von Molières gesellschaftskritischer Komödie »Der Tartuffe« des Regisseurs Johannes Lepper schreibt der Donaukurier anerkennend: » (...) So ist ›Tartuffe‹ bei Lepper eine brillant inszenierte Groteske über Verblendung durch Religion, über Missverständnisse, boshafte Heuchelei, Habgier und Betrug.« und lobt die Inszenierung: »Was für komische Karikaturen, was für irrwitzige Traumtänzer!«

Friedrichg Kraft, Augsburger Allgemeine – 26.10.2015
»Außerordentlich erfolgreich«

Die Augsburger Allgemeine berichtet von enthusiastischen Beifall für die Premiere von Molières »Der Tartuffe«. »Die kunstvoll gebaute Komödie in der flott gereimten Übersetzung von Simon Werle hat Johannes Lepper (Regie und Bühne) als amüsantes Albtraum-Spiel angelegt (...). Im abs­trakten  hellen Bühnenraum mit minimalem Mobiliar wirbeln dann die von Monika Gebauer trefflich kostümierten Figuren  nahe am absur­den Theater durcheinander. (...) Allesamt gut gezeichnete Typen in einer In­szenierung, die sich durch Frische, Leichtigkeit  und hübsche Gags aus­zeichnet.«

Isabella Kreim, Kulturkanal – 26.10.2015
»Höchst reizvolle, quicklebendige Aufführung«

Über Johannes Leppers Inszenierung »Der Tartuffe« schreibt der Kulturkanal begeistert: »Zu sehen ist eine höchst reizvolle, quicklebendige Aufführung, die mit viel Spaß und Körpereinsatz eine schräge Geschichte erzählt und bei der Premiere begeisterten Anklang fand.« Ein großes Lob erfahren hierbei die Schauspieler: »Das Ensemble bewältigt die aberwitzig exaltierte Spielweise dieses absonderlichen Traums bravourös.«