Abendstille

Produktion des Generationenspielclubs

An einem Flußufer, abends, im Spätsommer. In der lauen Luft treffen die unterschiedlichsten Personen und Geschichten aufeinander. Die Selbstmörderin, der Jungregisseur, die
Prostituierte, um nur drei der zahlreichen
Figuren zu nennen. Teils sind es zufällige Begegnungen, teils gewollte Treffen. Es ergeben sich spannungsreiche, absurde Konstellationen, voll Witz und Tragik, aber auch Momente der Einsamkeit.
Der Generationenspielclub wagt dieses Jahr ein Experiment. Unter der Leitung von Falco Blome werden die unterschiedlichsten Figuren und Texte entwickelt, die an einem Ort aufeinander treffen.

Regie: 
Falco Blome
Premiere am ,
Kleines Haus
Dr. Isabella Kreim, Kulturkanal – 17.11.2014
» ... Sarkasmus, Witz und Gefühl ... «

»(...) Welche Lebensgeschichten entfalten  sich in der Abendstille von ›Abendstille‹?
Paare, Passanten, Spaziergänger, Jogger, Freier, Nutte und Zuhälter, alt und jung,  Spanierin und Urbayerin, Gestresste und Müßiggänger, ein  Theaterregisseur  und seine mutmaßliche Zuschauerin, ein schüchterner Kommunikationswissenschaftler auf der Suche nach Kommunikation, Witzeerzähler,  Lebenslustige, Lebensfrustrierte und Lebensmüde  begegnen sich, erzählen von ihren Sehnsüchten und Wünschen, missverstehen sich meist  und driften wieder auseinander.
Regisseur und Theaterautor Falco Blome, der in einer Woche den Kulturpreis der Stadt Pfaffenhofen erhält, hat mit 17 Theaterspielbegeisterten vom  Twen-  bis zum  Rentenalter diesen abendlichen Reigen unterschiedlicher Figuren und Lebenssituationen entwickelt.
Eine ältere Frau möchte sich umbringen, im Fluss ertränken. Eine jüngere auch. Mit Melancholie und makabrem Witz beginnt der Abend bereits vielversprechend. Eine Nutte begegnet einem Freier. Peinlich: Man kennt sich aus der Schule. Ein junges Mädchen zählt begeistert die Sterne. Eine junge Spanierin begegnet einer Ur-Bayerin. Für eine ältere Frau bleibt als Lebensbilanz nur der Hass. Zwei Frauen versuchen einem Mann einen Witz zu erzählen und geraten sich dabei in die Haare. Ein junger Mann identifiziert sich mit Prinz Leonce und stoppt als Regisseur eine Joggerin, um  endlich  ihr Urteil über seine Inszenierung einzufordern – eine  besonders pointiert geschriebene Szene, in der das vage positive Urteil schließlich ins Gegenteil kippt.
Es ist erstaunlich, wie abwechslungsreich sich dieser Abend entwickelt und zwischen romantischen Sehnsüchten und  Sarkasmus, Witz und Gefühl  changiert. Und vielleicht der schönste Moment ist, wenn Thomas Amberger  zu  ›My way‹ selbstvergessen aber doch mit disziplinierter Choreographie  tanzt. Die Texte variieren von hoher Literatur, dem sehr professionell gesprochenen Müßiggänger-Monolog des Leonce von Georg Büchner, oder einem Dialog zwischen Dirne und jungem Mann aus Arthur Schnitzlers ›Reigen‹ und den Texten der jüngsten Teilnehmerin, Bianca Mayerhofer, die sich als romantische Sternzählerin einbringt oder Brigitte Renners bitterer Lebensbilanz.
Die meisten Texte hat Falco Blome selbst geschrieben. Aber nicht ohne seine 17 Darsteller nach ihren Traumrollen und Wunschsituationen zu befragen. Es überrascht, dass dabei soviel Ernsthaftes, Differenziertes  und überhaupt keine  Klischee-Traumrollen herausgekommen sind. (...)«